Singekreis Barnstorf feiert 60. Geburtstag mit Matinée bei „Schröders“

„Danke für Deine Hartnäckigkeit“

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Gut besucht war die Matinée zum 60-jährigen Bestehen des Singekreises Barnstorf gestern im Saal der Gaststätte „Schröders“.

Barnstorf - Wenn der Singekreis Barnstorf auftritt, ist das immer spannend. Nicht nur fürs Publikum, sondern auch für die Sänger. Denn die erfahren zumeist auf leisen Zuruf die Wahl des nächsten Musikstückes, weil Chorleiter Peter Knospe das Improvisieren mag. Das war gestern Vormittag zur Matinée und „Geburtstagsfeier“ des Chores nicht anders. 60 Jahre hat der Chor schon auf „dem Buckel“, entwickelt sich ständig weiter und ist immer auf der Suche interessanter Chormusik.

„Nächstes Jahr singen wir Grönemeyer“, verriet Chorleiter Peter Knospe: „Wir sind zwar nur ein Dorf-Chor, aber Englisch können wir auch“. Latein und Italienisch, Klassik, Pop, Gospel, Swing und wunderbare Volkslieder könne der Chor schon eh.

Damit hatte der Chorleiter stark untertrieben, denn aus dem einstigen Chor von „Schoolmester“ Herbert Künning von 1955 (wir berichteten ausführlich am Sonnabend) war ein gemischter Chor entstanden, dessen Messlatte hoch hängt.

So waren die Dankesworte der neuen Vorsitzenden Frauke Brüning nach dem ausführlichen Rückblick auf 60 Jahre Singekreis Barnstorf auch eher ungewöhnlich: „Danke für Deine Hartnäckigkeit. Wir bemühen uns zu singen, wie es Deine spitzen Ohren hören möchten“, ging an Peter Knospe. Aber auch der Dank an seine große Musikalität, seine Liebe zur Musik, die fast immer „Flügel verleiht“. Und das tut Knospe in zweiter Etappe: Von 1984 bis 1996 und dann wieder ab 2005 bis heute.

Brüning betonte ganz besonders die tolle gemischte Altersstruktur im Chor: „Unser jüngstes Mitglied ist Baujahr 1970, das Älteste 1939“. Und trotzdem sucht der Chor dringend nicht Sänger, sondern Menschen, die Lust am Singen verspüren, so die Vorsitzende.

Wie sich Chormusik in Zukunft weiterentwickelt? Dazu besucht Peter Knospe aktuell eine Messe, die Ideen bringt er mit.

Doch bevor es mit dem eigentlichen Zweck, dem Singen, losging, gratulierten die „Offiziellen“ aus Gemeinde, Samtgemeinde, Kreischorverband und Chorkreisverband.

Für Friedrich Iven, stellvertretender Samtgemeindebürgermeister von Barnstorf, sind der Mut, das Üben und der Idealismus der Sänger das Wichtigste: „Wir sind riesig stolz auf Euch in unserer Mitte.“

Die Bürgermeisterin des Fleckens Barnstorf, Elke Oelmann, versprach sich mit ihrer Mutter zur Matinée einen wundervollen musikalischen Sonntagmorgen und hoffte für den Chor auf „Viel Glück mit den neuen jungen Leuten“.

Herbert Heidemann vom Kreis-Chorverband war sich sicher: „Singen ist Medizin“. Und: „Alle Chöre brauchen Nachwuchs“. Dazu berichtete er, dass der Kreis-Chorverband aktiv in Kooperationen mit Schulen und Kreismusikschule stehe.

Silke Husmann von der Chorkreisgruppe Diepholz, der etwa 20 Gruppen angehören, betonte: „Der Singekreis ist Garant für Qualität“. Jeder, der sowieso schon gern laut in der Kirche sänge, sei eingeladen zum Schnuppern in den Chören der Region.

Peter Knospe bedankte sich bei seinem Chor für die Geduld mit ihm: „Gebt es zu, vor 20 Jahren war ich noch schlimmer“. Dann gab er wieder alles mit seinem Dirigat, seiner ganz persönlichen Art, seine Sängergruppe zu motivieren, wirklich alles zu geben.

Mit 15 Liedern „quer Beet“ durch Volkliedgut, Klassik, Gospel und nachdenklichen Versen und Worten vom Chorleiter gelesen und ins Publikum gereicht, feierten Chor und Publikum in „Schröders“ Saal.

Peter Knospe: „Jeder Chor ist ja bemüht, sich ein wenig der neuen Chorszene entgegen zu hangeln. Manche haben Probleme mit dem neuen Groove und der Chor-Choreographie. Wir auch, aber wir üben, üben, üben“.

Und dann wiegte der Chor zum Gesang, Step by Step und Shake it. „Versuchen Sie es“, das wollte Knospe auch vom Publikum sehen. Und da sie alle gerade standen und übten, blieb das Publikum auch gleich begeistert zu seinen Standing Ovation stehen.

Ein außergewöhnlicher Dank ging an Pianistin Monika Zilke für ihre Bescheidenheit, ihre große Musikalität und Zuverlässigkeit bei jedem Konzert.

Wenn es zum nächsten Konzert also spannend wird und vielleicht „Bochum“ oder „Männer“ von Grönemeyer erklingt, wäre das Kindergeburtstagslied „Geburtstag, Geburtstag, Geburtstag feier(te)n wir“, nicht abwegig, denn diese Spannbreite liefert der Singekreis Barnstorf seit langem.

sbb

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