120 Touristen aus ganz Deutschland beziehen Quartier in Barnstorf

Senioren machen Urlaub auf Rädern

Auf geht´s zur ersten Etappe: Zum Aufwärmen unternehmen die Radtouristen einen Ausflug durch die Samtgemeinde Barnstorf. Ein Zwischenstopp mit Kaffeetafel und Besichtigung wird auf dem Gut Adelhorn in Drentwede eingelegt. - Fotos: Speckmann

Barnstorf - Der typische Urlaubsort ist Barnstorf sicher nicht, aber der Hunte-Flecken mit seiner naturnahen Umgebung hat seine Reize. Diese Erfahrung machen zurzeit etwa 60 Radtouristen, die aus ganz Deutschland angereist sind und sich für eine Woche im Hotel Roshop einquartiert haben. Es ist Ausgangspunkt für mehrere Ausflüge in die Region, die sich auf zwei Rädern wunderbar erkunden lässt.

Schon der kleine Empfang vor dem Rathaus weckt die Lust auf die bevorstehenden Urlaubstage. Ein Gläschen Sekt und frische Erdbeeren warten auf die Pedalritter, als sie sich am Dienstagmittag rund um den Brunnen versammeln. Samtgemeindebürgermeister Jürgen Lübbers empfängt die Gruppe mit offenen Armen. Er stellt kurz die Samtgemeinde Barnstorf vor und hebt die Möglichkeiten für Touristen hervor. „Es gibt viele gut ausgebaute Straßen, wo man wunderbar radfahren kann“, sagt der Verwaltungschef.

„Ein niedlicher kleiner Ort“, schildert Annegrete Sack ihren ersten Eindruck. Sie ist bereits am Pfingstmontag aus Mecklenburg-Vorpommern angereist. Mit dem Reiseveranstalter „Radreisen50plus“ aus Oldenburg, der erstmals Barnstorf als Dreh- und Angelpunkt nutzt, hat die allein stehende Seniorin schon in den vergangenen Jahren gute Erfahrungen gemacht. „Es macht Spaß in der Gruppe zu fahren“, berichtet die 68-Jährige aus Neubrandenburg. Auch dieses Mal findet sie schnell Anschluss, trifft gleich alte Bekannte aus den Vorjahren.

Das Zusammengehörigkeitsgefühl ist für viele Teilnehmer ein wichtiger Grund, sich solchen Gruppenreisen anzuschließen. Das weiß auch der Veranstalter aus Oldenburg, der sich auf Radreisen in Deutschland und sogar Mallorca spezialisiert hat. „Bei uns bleibt niemand allein“, versichert Projektleiterin Linda Feldhus. Zahlreiche Stammgäste würden sich auf ein Wiedersehen freuen und Neulinge gerne in ihre Mitte nehmen. Ihre Devise: „Viel Geselligkeit und jede Menge Kontakte.“

Das Angebot für die „Generation 50 plus“ kommt an: Nicht nur die aktuelle Tour ist komplett ausgebucht, auch für das zweite radtouristische Event vom 24. bis 29. Mai haben sich 60 Teilnehmer angemeldet. „Mehr als 70 Prozent sind Stammgäste“, sagt Feldhus. Der Großteil stamme aus Nordrhein-Westfalen, aber auch aus Bayern und Baden-Württemberg seien Teilnehmer vertreten. Die Touren nach Pfingsten würden stets zwischen Weser und Ems stattfinden. Allerdings sei es im ländlichen Raum nicht so einfach, ein Hotel in der erforderlichen Größenordnung zu finden, berichtet die Projektleiterin. Insofern erweist sich das Hotel Roshop mit seinen 110 Betten als Glücksgriff.

Dass der Radtourismus in der heimischen Region zugenommen hat, ist Hotelier Ludolf Roshop nicht entgangen. Viele Gäste würden den Brückenradweg Osnabrück-Bremen nutzen und für eine Nacht in Barnstorf bleiben, erklärt der Gastronom. Aber es gebe auch Gäste, die gleich mehrere Tage bleiben und kleine Ausflüge in die Region unternehmen würden. „Wir sind darauf eingestellt“, sagt Roshop. Es gebe ausreichend Unterstellmöglichkeiten für Fahrräder und auch Aufladestationen für E-Bikes, die immer mehr gefragt sind.

Auch viele Senioren aus der Reisegruppe setzen auf die motorisierte Unterstützung. Schließlich sollen die Radtouren der Erholung dienen und nicht im Leistungssport enden. Auf die unterschiedlichen Bedürfnisse abgestimmt, können die Aktivurlauber zwischen drei Leistungsstufen wählen. Die Veranstalter bieten Tagestouren mit Längen von 30, 50 und 80 Kilometer an. Unterwegs kreuzen sich die Wege, so dass sich die Pedalritter auch einer anderen Gruppe anschließen können. „Jeder entscheidet für sich, in welcher Gruppe er fahren möchte“, erklärt die Projektleiterin.

Zur Reiseleitung zählen mehrere Scouts, die vom Unternehmen gestellt werden und den Radlern mit Rat und Tat zur Seite stehen. Sie werden in Barnstorf von zwei Mitgliedern des Radclubs Aschen unterstützt: Wilfried Schröder und Willi Sillmann kennen die Region. Sie bringen sich mit ihren guten Ortskenntnissen in die Organisation ein und können den Auswärtigen über Land und Leute berichten.

Werner und Gabi Jungblut, die schon seit einigen Jahren an den Radreisen teilnehmen, blicken den Touren rund um Barnstorf gespannt entgegen. „Es gibt jedes Jahr was Neues. Wir lassen das auf uns zukommen“, sagt das Ehepaar aus Westfalen-Lippe. Die erste Überraschung erwartet sie und die übrigen Teilnehmer bereits am Dienstag. Die rund 20 Kilometer lange „Aufwärmtour“ führt nach Drentwede zum Gut Adelhorn, das mit seiner 750-jährigen Geschichte schon etwas Besonderes ist. Hofbesitzer Jens Schwichtenberg führt die Gäste über das Anwesen und bittet zur Kaffeetafel, bevor es zurück nach Barnstorf geht.

Bis zur Abreise am kommenden Sonntag warten noch weitere interessante Touren und Stationen auf die Radtouristen. Die Ausflüge führen in alle Himmelsrichtungen, unter anderem nach Vechta, Wildeshausen, Ehrenburg und Lembruch. Eine Etappe liegt komplett entlang der Hunte. Die Zwischenstopps werden zum Teil mit Besichtigungen verbunden. Hier bieten sich das Twistringer Strohmuseum, das Pestruper Gräberfeld oder auch die Kleinenknetener Steine an.

„Ich hoffe, dass das Wetter mitspielt und sie eine tolle Woche haben“, erklärt Samtgemeindebürgermeister Lübbers, der zum Startschuss selbst den Drahtesel sattelt. Interessierten gibt er gerne weitere Tipps an die Hand, beispielsweise die Broschüre „Radtouren im Dümmer-Weser-Land“. Darin sind viele Informationen für 800 Kilometer Radvergnügen enthalten, darunter die „Puzzle-Tour“ durch die Samtgemeinde Barnstorf. Darüber hinaus gibt es die von der Wintershall ins Leben gerufene Erdöl-Route, die einen spannenden Einblick in die Welt des Erdöls bietet. Diese Tour lohnt sich übrigens auch für Einheimische.

sp

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