Auf alle Eventualitäten vorbereitet

Barnstorfer Unternehmen LR Facility Services: Mit „Seismograph und Radar“ gegen Corona

LR-Geschäftsführer Christian Hinsenhofen sieht sich und sein Team gewappnet, um auch die Omikron-Welle der Corona-Pandemie zu überstehen.
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LR-Geschäftsführer Christian Hinsenhofen sieht sich und sein Team gewappnet, um auch die Omikron-Welle der Corona-Pandemie zu überstehen.

Das Barnstorfer Unternehmen LR Facility Services ist auf jede mögliche Corona-Entwicklung vorbereitet. Das liegt an zwei Betriebs-Teams mit besonderen Bezeichnungen.

Barnstorf – Zwei Begriffe wie aus einem Action-Blockbuster: Task Force Hygiene (TFH) und Medical Quality Management (Medical QM). Das sind in der Corona-Krise für das Barnstorfer Unternehmen LR Facility Services – um im Hollywood-Jargon zu bleiben – zwei immens wichtige Spezialeinheiten. Was es mit der TFH und dem Medical QM auf sich hat, erklärt Geschäftsführer Christian Hinsenhofen im Gespräch mit der Mediengruppe Kreiszeitung.

LR Facility Services: Corona-Krisenstab schon im Februar 2020 eingerichtet

„Wir haben bereits im Februar 2020 einen Krisenstab eingerichtet“, sagt Hinsenhofen. „Damals haben uns noch alle für verrückt erklärt.“ Zu dem Stab gehören Geschäftsführung, Betriebsleitung und sämtliche Abteilungschefs. „Wir wollten alle relevanten Bereiche an einem Tisch haben“, berichtet er. „Wir haben zu Anfang wöchentlich getagt, später monatlich und nach Bedarf“, meint Hinsenhofen. Außerdem: „Dort, wo es möglich war, sind wir sofort mit dem Homeoffice gestartet.“

Doch warum dieser Aufwand direkt zu Beginn der Pandemie, als die Ausmaße noch gar nicht absehbar waren? Hinsenhofen: „Weil wir in einem personallastigen Gewerbe tätig sind.“ LR beschäftigt rund 1 000 Mitarbeiter – viele davon im Hygienebereich. „Corona betrifft den Menschen, und bei uns steht der Mensch im Fokus, weil er die Hauptressource unserer Arbeit ist. Deswegen war es uns von Anfang an ein Anliegen, auf alles bestmöglich vorbereitet zu sein“, erklärt der Geschäftsführer.

Task Force Hygiene und Medical Quality Management als Corona-Frühwarnsystem

Und an dieser Stelle kommen Task Force Hygiene und das Medical QM ins Spiel. „Gepaart mit unserem Krisenstab sind diese Einheiten wie unser Seismograph und Radar, um immer frühzeitig auf die Corona-Entwicklungen reagieren zu können“, sagt Hinsenhofen.

„Wir sind davon ausgegangen, dass viele aus unserem Service-Personal durch das Virus ausfallen werden“, erinnert sich der LR-Geschäftsführer. Daraufhin habe der Krisenstab die TFH Mitte des Jahres 2020 ins Leben gerufen. Sie bestehe aus Vollzeit-Angestellten, die jeweils mit einem Fahrzeug ausgestattet wurden und seitdem eine gewisse Springer-Rolle einnehmen. Die Fahrzeuge sind mit entsprechendem Reinigungsmaterial ausgestattet, die Mitarbeiter der TFH seien fortgebildet und geschult.

„Das Team ist keinem festen Objekt zugeordnet“, erklärt Christian Hinsenhofen. „Die Task Force steht wie die Feuerwehr bereit, um dort Löcher zu stopfen, wo welche durch Quarantäne oder andere Arbeitsausfälle auftreten.“ Die Arbeit der TFH sei so erfolgreich und effektiv in der Praxis, dass die Einheit „auch nach Corona, und ganz unabhängig davon, bestehen bleiben wird“, sagt er.

LR Facility Services beschäftigt examiniertes Gesundheits- und Pflegepersonal

Neben einigen weiteren Corona-Maßnahmen – Aufsplittung der Service-Teams, Impfangebote über den Betriebsarzt, komplette Umstellung auf desinfizierende Reinigung in der hauseigenen LR-Wäscherei – zählt für Hinsenhofen das Medical QM zu den Garanten im betrieblichen Kampf gegen das Virus. Das Medical QM setzt sich aus fest angestelltem examiniertem Gesundheits- und Pflegepersonal, staatlich geprüften Desinfektoren und Hygienetechnikern zusammen.

Ursprünglich habe LR dieses Team geschaffen, um explizit Kunden aus dem Medizinsektor zu betreuen, „aber durch die Pandemie ist das Medical QM jetzt damit beschäftigt, die geltenden Corona-Maßnahmen im eigenen Betrieb und bei Kundenfirmen lückenlos umzusetzen“, erklärt Christian Hinsenhofen. Das Team sorge dafür, dass Verpflichtungen wie die 3G-Regel oder Maske am Arbeitsplatz tragen eingehalten werden.

LR Facility Services leistet betriebseigene Corona-Aufklärung

„Die größte Herausforderung war aber, alle Mitarbeiter, die in einem Radius von etwa 150 Kilometern arbeiten, zu erreichen“, meint Christian Hinsenhofen. „Wir beschäftigen mehr als 40 Nationen im Betrieb.“ Um Informationen in Bezug auf Corona an möglichst alle Mitarbeiter heranzutragen, habe LR eine Agentur beauftragt, die die pandemiebedingten Maßnahmen in acht verschiedene Sprachen übersetzte. „Damit erreicht man fast alle und auch am besten“, berichtet der Geschäftsführer. Noch immer leiste die Firma in persönlichen Gesprächen mit den Mitarbeitern Corona-Aufklärungsarbeit – wenn möglich – in deren Landessprache. „Diese Aussprachen führen tatsächlich dazu, dass Angestellte sich impfen lassen“, sagt er.

Jetzt gelte es, die Auswirkungen der Omikron-Variante abzuwarten. Hinsenhofen: „Wir haben Corona immer ernst genommen, was dafür gesorgt hat, dass wir im Betrieb bisher relativ wenige Infektionen hatten.“

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