Ein Schweinebraten für 1,10 Mark

Heimatverein Samtgemeinde Barnstorf macht bei „Tag des offenen Denkmals“ mit

Wilhelm Bagge (r.) lässt gerne auch Besucher an das Schälen von Baumstämmen mit der sogenannten Dexel. - Foto: Dufner

Barnstorf- Der Heimatverein Samtgemeinde Barnstorf beteiligte sich, wie schon kurz berichtet, zum wiederholten Mal am bundesweiten „Tag des offenen Denkmals.“ Der ganz große Andrang wie bei den anderen übers Jahr verstreuten Veranstaltungen wie Oster- bzw. weihnachtlicher Hobbymarkt oder Sommerfest blieb – wie auch nicht anders zu erwarten war – aus.

„Wir wollen aber auch diese Möglichkeit nutzen, auf uns aufmerksam zu machen,“ begründete Vorsitzender Jürgen Rattay die Teilnahme an dem Tag und öffnete auf dem Roggenberg weit die Türen. Er konnte sogar einen Besucher aus Bonn begrüßen.

Auffallend viele Jungen und Mädchen unternahmen am Sonntag eine Entdeckungsreise in die Vergangenheit. Dabei erfuhren sie bei einem Blick ins Backhaus, den Tabakschuppen, die Scheune, den Speicher und die Stellmacherwerkstatt von Mitgliedern des Heimatvereins ober auch von ihren Eltern und noch mehr von ihren Großeltern viele Details über die ausgestellten Gegenstände aus vielen Bereichen des täglichen Lebens von anno dazumal.

Im Klassenzimmer, wie es viele ältere Leute es noch aus eigener Erfahrung kennen. Die eineinhalbjährige Amedea scheint sich recht wohl zu fühlen. - Foto: Dufner

Ein Schmunzeln konnten sich Besucher aus Diepholz nicht ganz verkneifen beim Anblick einer alten Speisekarte vom Hotel Stukering in Barnstorf. Der Schweinebraten kostete so vor 100 Jahren 1,10 Mark. Die eineinhalb-jährige Amedea nahm gleich im Klassenzimmer längst vergangener Zeiten Platz – und fühlte sich richtig wohl. Klar, dass sie eines Tages gerne in die Schule gehen wird.

Wilhelm Bagge machte sich beim Schälen eines Eichenstamms mit einer Dexel, einem kurzstieligen Beil, zu schaffen, der als Wippe für einen neuen auf dem Museumsgelände geschaffenen Brunnen dienen soll. Gern ließ Wragge auch Besucher „ran“. Sie legten das Gerät, bei dem im Gegensatz zur Axt oder zum Beil das Blatt quer steht, oftmals doch recht schnell wieder beiseite: „Das geht ganz schön ins Kreuz.“

7500 Teilnehmer 

Zum „Tag des offenen Denkmals“ öffneten bundesweit mehr als 7 500 historische Bauten, Parks und archäologische Stätten ihre Türen für Kultur- und Geschichtsfans. Insgesamt rund 3,5 Millionen Besucher zählten die Veranstalter bei den Denkmalen und Themenführungen. Das teilt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz als bundesweite Koordinatorin der Aktion mit. Die Stiftung mit Sitz in Bonn steht unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten. Sie setzt sich mit ihrer Öffentlichkeitsarbeit und der Bereitstellung finanzieller Mittel seit 1985 für den Erhalt bedrohter Baudenkmale in Deutschland ein.  

Ein Dreh- und Angelpunkt war an diesem Nachmittag die Diele des Heimat- und Kulturhauses Meyer-Köster. Hier ließen sich die Besucher in wohliger Wärme – war ja schon recht kühl draußen – mit Kaffee und selbst gemachtem Kuchen von den fleißigen Frauen vom Heimatverein verwöhnen. Für das Sahnetüpfelchen sorgte Märchenzählerin Brigitte Sackmaier aus Barnstorf. Ihre Geschichten hatten auch einen Bezug vor allem zu altem Handwerk, das ja auf dem Meyer-Köster-Gelände in großer Vielfalt vertreten ist. In der Stellmacherwerkstatt hätte „Heinrich, der Wagen bricht, ohne Räder fährt er nicht“ sein Gefährt sogleich wieder flott machen können...

Ziel des „Tags des offenen Denkmals“ ist es, die Öffentlichkeit für die Bedeutung des kulturellen Erbes zu sensibilisieren und Interesse für die Belange der Denkmalpflege zu wecken. In Barnstorf bot er sogar noch etwas mehr als anderswo: Märchen- und Sagenhaftes! 

 rdu

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