Eckhard Geske bietet Tieffliegern ein Quartier

Schwalbenfreundliches Haus

Gartenfreund Eckhard Geske (l.) freut sich über die Auszeichnung des Naturschutzbundes. Neben einer Plakette überreicht Ortsgruppenvorsitzender Ludger Schomaker zusätzlich eine Urkunde. Über ihren Köpfen, unter dem Dachvorstand, befinden sich 35 Nistkästen. - Fotos: Speckmann

Barnstorf - Von Thomas Speckmann. Wer kennt sie nicht, die kleinen Flugkünstler, die als Vorboten des Sommers ihre Kreise ziehen. Schon vor Jahrhunderten haben Schwalben ganz selbstverständlich jedes Dorf bevölkert. In unzähligen Gedichten und Erzählungen treten sie auf. Aberglaube, Bauernregeln und Merksprüche ranken sich um diese Vögel. Doch ihr fröhliches Gezwitscher ist immer seltener zu hören. Die Population in Niedersachsen ist stark rückläufig. Für Eckhard Geske aus Barnstorf ist das ein ganz wesentlicher Grund, dieser Spezies ein Quartier zu bieten.

In den künstlichen Nistkästen aus Holzbeton herrscht Hochbetrieb. Schwalben schaffen Nahrung für ihren Nachwuchs heran.

Das Engagement des Gartenfreundes wird vom Naturschutzbund (Nabu) Niedersachsen im Rahmen eines Projektes zur Sicherung des Schwalbenbestandes, gefördert von der Bingo-Umweltstiftung, gewürdigt. „Hier sind Schwalben willkommen“ steht auf der Plakette, die Barnstorfs Ortsgruppenvorsitzender Ludger Schomaker bei einer Stippvisite an der Lessingstraße überreicht. Was er in dem naturnahen Garten zu sehen bekommt, entspricht ganz seinen Vorstellungen. Das rund 1500 Quadratmeter große Grundstück ist eine Oase für die Tier- und Pflanzenwelt. Zwischen Büschen und Hecken, am Teich und rund um das Wohnhaus befinden sich unzählige Nisthöhlen und Futterplätze für Vögel.

„Die ersten Schwalben haben schon Mitte April vorbeigeguckt“, erzählt Geske. Was der Spähtrupp auskundschaftet, muss sich in der Vogelwelt wohl schnell herumsprechen. Bereits am 8. Mai, so hat der aufmerksame Hausbewohner notiert, sind die ersten künstlichen Nistkästen aus Holzbeton bezogen worden. Seither herrscht reger Flugverkehr. Das merken auch Passanten, wenn sie am Einfamilienhaus vorbeigehen. Vor allem Schulkinder machen große Augen, wenn die Tiefflieger vorbei rauschen.

Unter dem Dachvorstand herrscht ein Kommen und Gehen. Da wird fleißig gebrütet in den Kästen, die Geske unlängst um eine weitere Etage erweitern konnte. Die Fördersumme von 500 Euro, die er vor zwei Jahren von der Stiftung „Klima-Natur-Umwelt in der Samtgemeinde Barnstorf“ erhalten hat, ist gut investiert. Nun verfügt er über 35 Nisthöhlen und hofft, dass diese ebenso gut angenommen werden wie im Vorjahr. „Im letzten Sommer waren 25 Kästen besetzt“, freut sich der Rentner.

Geske und Schomaker bedauern, dass es nicht mehr Leute gibt, die den Schwalben ein vorübergehendes Zuhause bieten. Doch viele Hausbesitzer stören sich offenbar an den tierischen Mitbewohnern, entfernen ihre Nester und ergreifen Abwehrmaßnahmen, indem sie mögliche Schlupfwinkel verbauen. Grund ist vor allem die Verschmutzung der Hausfassade. Doch es gibt Alternativen.

„Das kann man durchaus steuern“, weiß Geske aus Erfahrung. Künstliche Nester könnten an unproblematischen Stellen installiert werden, so dass die Flugkünstler im nächsten Jahr dorthin umziehen. Bei der Befestigung unter dem Dachüberstand achte er darauf, dass genügend Abstand zur Hauswand besteht. Dann bleibe der Kot auch nicht an Putz oder Klinker kleben, sondern falle direkt ins Beet, wo er sich leicht entfernen lasse.

Für die Naturschützer sind die künstlichen Nisthilfen eine echte Alternative, denn durch die intensive Nutzung der Landschaft gehen Lehmpfützen verloren, die eine wichtige Grundlage für den Nestbau darstellen. Aber es gebe noch ein weiteres Problem, fügt Schomaker hinzu. Aufgrund des Insektenmangels hätten die Vögel zunehmend Schwierigkeiten bei der Nahrungssuche. „Hausgärten sind das letzte Refugium für manche Tiere“, stellt der Nabu-Vertreter fest. Er würde sich freuen, wenn weitere Menschen dem Beispiel Geskes folgen.

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