„Es gibt nur zwei Möglichkeiten“

Schulleitung nimmt Stellung zur Diskussion um die Außenstelle Drentwede

Vor der Grundschule Barnstorf: Schulleiterin Henrike Geißler mit Konrektor Peter Stromann.
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Vor der Grundschule Barnstorf: Schulleiterin Henrike Geißler mit Konrektor Peter Stromann.

Drentwede – Viele verschiedene Stimmen wurden im Zusammenhang mit der Diskussion um die Zukunft des Grundschulstandortes in Drentwede laut. Nun nahmen Grundschulleiterin Henrike Geißler und Konrektor Peter Stromann in einem Gespräch Stellung zu einigen Aussagen und Vorschlägen.

Hortbetreuung

Der Vorschlag, in Drentwede einen Hort einzurichten, sei während einer Infoveranstaltung aufgekommen, bei der Elternvertreter und Verwaltungsangehörige der Samtgemeinde Barnstorf teilnahmen. Frauke Brüning, Fachbereichsleitung für Soziales und Ordnung der Samtgemeinde Barnstorf, würde sich um den Vorschlag einer Hortbetreuung aktuell kümmern, erklärte die Grundschulleitung im Gespräch. „Es wurde in der Vergangenheit bereits schon öfter angefragt, eine Hortbetreuung anzubieten, doch es meldeten sich nie genug Kinder dafür“, so Geißler.

Zwei Möglichkeiten

In dem rund einstündigen Vortrag während der Infoveranstaltung seien die beiden einzigen Möglichkeiten der Standortschließung oder der Einführung von Schulbezirken in der Samtgemeinde Barnstorf vorgestellt worden. Weitere Szenarien habe Grundschulleiterin Geißler und auch schon ihre Vorgängerin Inge Beimel mit der Landesschulbehörde im Vorfeld geprüft. Diese hätten jedoch keine Aussichten auf Erfolg. Es müsse eine Entscheidung getroffen werden, die Planungssicherheit für die kommenden Jahre gebe.

Investitionen

Konrektor Stromann betonte, dass das Problem nicht jetzt erst aufkam, sondern schon länger bestünde. „In den letzten zehn Jahren gab es bereits zu wenige Anmeldungen in Drentwede. Wir brauchen Klarheit für zukünftige Investitionen, damit wir unter anderem Geld aus dem Digitalpakt einplanen können und dieses nicht umsonst investieren.“

Kleine Klassen

Das Kindeswohl stehe auch für die Leitung der Grundschule an erster Stelle, jedoch aller Kinder der Samtgemeinde Barnstorf und nicht nur der Kinder aus Drentwede, denn die Grundschüler in Barnstorf würden unter den großen Klassen leiden, erklärten sie. „Unsere Aufgabe als Leitung ist es, keine Ungerechtigkeit aufkommen zu lassen“, so die Rektorin. Der „Luxus“ der kleinen Klassen in Drentwede würde bei der Einführung von Schulbezirken nicht bestehen bleiben, da die Schüler gerecht aufgeteilt werden müssten. Konrektor Stromann fügte an, dass er bei der gesamten Diskussion die Sichtweise auf die Schüler in Barnstorf vermisst: „Die Barnstorfer Kinder sitzen in großen Klassen, weil die Klasse in Drentwede so klein ist.“

Verständnis

Grundschulleiterin Henrike Geißler verstehe die Aufregung und die Sorgen der Drentweder Eltern und der Gemeindebewohner, und es tue ihr Leid, dass es zu einer Entscheidung kommen müsse, die nicht alle glücklich stimmen wird, jedoch müsse sie weiterhin neutral bleiben. Eine freie Schulwahl bestehe auch weiterhin, wenn der Standort in Drentwede geschlossen werde. Die Leitung äußerte sich auch verständnisvoll, dass an der Grundschule in der Gemeinde Drentwede viel hänge.

Anmeldungen

Die Leitung der Grundschule Barnstorf-Drentwede merkte an, dass die Anmeldungen für dieses Grundschuljahr bereits abgeschlossen seien. Lediglich sogenannte „Flex-Kinder“, die in einem bestimmten Zeitraum geboren wurden, hätten noch die Möglichkeit, sich bis Anfang Mai anzumelden. „Die Schulanmeldungen gehen im Vorjahr ein. Aktuell gehen wir von zehn Anmeldungen für Drentwede aus, was viel zu wenig ist“, sagte Konrektor Stromann. Die einzige Möglichkeit wäre eine Ummeldung von in Barnstorf gemeldeten Kindern nach Drentwede.

Leichtere Arbeit

Verärgerung rief jedoch die Auffassung einiger hervor, dass es für die Leitung und das Kollegium leichter wäre, wenn der Standort in Drentwede geschlossen werde. „Unfassbar, dass uns so etwas vorgeworfen wird nach all der Mühe, die wir uns geben. Das Kollegium hatte sich bei einer Umfrage im September letzten Jahres für die Einführung von Schulbezirken und somit für den Erhalt der Grundschule Drentwede ausgesprochen. Die Entscheidung liegt nun beim Rat und wir haben es uns ganz und gar nicht einfach gemacht, sondern die letzten zehn Jahre schon einen hohen Aufwand betrieben, um den Standort in Drentwede zu erhalten“, so Geißler.

Auch die Problemsituation der Kinder der angrenzenden Kindertagesstätte „Arche Noah“ in Drentwede könnten beide in diesem Jahr nachvollziehen, doch es gebe nur die beiden Lösungen der Schließung oder der Einführung von Schulbezirken.

„Es ist ein emotionales Thema, doch so geht es nicht weiter“, sagte Henrike Geißler.

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