Rat beschließt Neuregelung

Grundschulessen: Eltern tragen Kosten komplett

Barnstorf - Die Diskussion ums Mittagessen ist beendet, also zunächst „vom Tisch“: Einstimmig votierte der Barnstorfer Samtgemeinderat bei seiner jüngsten Sitzung für eine Neuregelung im Bereich der Schulverpflegung.

Sie beinhaltet: Die Eltern der Grundschulkinder sollen ab 1. August dieses Jahres die kompletten Kosten der Schulverpflegung tragen. Die Verpflegungsentgelte in den Kindertagesstätten sollen erst zum 1. August 2018 angepasst werden, weil die Anmeldungen bereits stattgefunden haben und es keine Änderung der Bedingungen im Nachhinein geben soll (wie berichteten).

Neu war: der nichtöffentlich tagende Samtgemeindeausschuss hatte sich im Vorfeld der Sitzung auf eine Regelung geeinigt, die Erstattungen bei kurzfristigen Abmeldungen möglich macht.

Kann ein Kind nicht am Mittagessen teilnehmen, ist es umgehend und im Voraus in der Grundschule abzumelden. Das Verpflegungsgeld ist auch dann in voller Höhe zu zahlen, wenn das Kind dem Mittagessen an vereinzelten Tagen fernbleibt.

Kann ein Kind mindestens eine volle Woche (montags bis freitags) nicht am Mittagessen teilnehmen und wird es für diese Zeit abgemeldet, wird das gezahlte Verpflegungsgeld anteilig erstattet.

Keine individuellen Erstattungen

Eine individuelle Erstattung einzelner Essen gibt es dagegen nicht. Das hätte einen erheblich höheren bürokratischen Aufwand nach sich gezogen, hatte Fachbereichsleiterin Frauke Brüning klargestellt.

Das Thema war im Vorfeld mitunter kontrovers diskutiert worden, unter anderem hatte sich der Gemeindeelternrat der Kindertagesstätten gegen eine „Kostenexplosion“ bei der Verpflegung gewehrt und war dabei von Elternvertretern der Grundschulen unterstützt worden.

Im Fachausschuss hatte die Verwaltung bereits einen Vorgeschmack drauf gegeben, welche Kosten ab dem neuen Schuljahr auf die Eltern zukommen. Demzufolge wird die Portion Mittagessen in den Grundschulen einen Preis von 3,50 Euro haben. Das entspricht zwar einer Steigerung um 70 Cent, aber andere Anbieter würden sich in der gleichen Preisklasse befinden, hatte Brüning erklärt

Bisher müssen Eltern bei fünf Mahlzeiten pro Woche nur 18,50 Euro im Monat zahlen, also knapp einen Euro pro Mahlzeit, weil der Löwenanteil bei der Samtgemeinde Barnstorf liegt. In Zukunft werden sich die monatlichen Kosten auf durchschnittlich 55 Euro belaufen.

Mit der nun auf dem Tisch liegenden überarbeiteten Neuregelung konnte sich der Rat jedoch anfreunden.

„Niemand hier tut sich leicht“

„Mit Gebührenerhöhungen tut sich hier niemand leicht“, meinte Mandy Peukert für die SPD. Aber man habe gute Lösungsansätze in der Diskussion erarbeitet, die eine gestaffelte Förderung, Härtefallregelungen und Flexibilität für die Eltern biete. „Die Lösung kann von allen getragen werden.“

Ein Zuviel an Flexibilität bringe auch eine ständige Neukalkulation der Kosten mit sich, erinnerte Ludolf Roshop für die CDU. „Die Eltern wollen aber auch wissen, woran sie sind.“ Mit der Neuregelung konnte er sich gleichwohl anfreunden. Man habe viele Gespräche geführt mit der Folge, dass nun eine gute Lösung gebe – auch für den Fall, dass ein Kind langfristig krank werde.

FDP-Vertreter Reinhard Börger meinte, den Eltern müsse die gesunde Ernährung ihrer Kinder durchaus etwas wert sein. Er schlug vor, dass Anmeldung und Abmeldung vom Essen viel stärker in die Hände des Caterers gelegt werden sollte. Denn echte Kostendeckung, das stellte auch Fredy Albrecht klar, sei das nicht, denn die Verwaltungskosten verbleiben immer noch bei der Gemeinde.

„Wir sind mit der Regelung zufrieden“, sagte auch Hennig Hagedorn (WSB), der der Verwaltung beim Zustandekommen der Regelung dankte. „Und die Eltern tragen es mit, sonst wären sie heute Abend hier.“

sr

Rubriklistenbild: © dpa

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