Unterricht auf dem Bildschirm

Fragen zur Digitalisierung: Schulelternrat der Christian-Hülsmeyer-Schule gibt Antworten

Der Schulelternrat der Christian-Hülsmeyer-Schule beantwortete Fragen zur Digitalisierung.
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Der Schulelternrat der Christian-Hülsmeyer-Schule beantwortete Fragen zur Digitalisierung.

Barnstorf – Nicht nur die Arbeits- und Alltagswelt wird immer mehr von digitalen Medien beeinflusst, sondern auch die Schulwelt. Umso wichtiger ist es, die Digitalisierung vor Ort voranzubringen.

Auf Fragen, wie sich die Digitalisierung an der Christian-Hülsmeyer-Schule (CHS) in Barnstorf aus Sicht der Elternvertretung entwickelt, was bereits gut läuft und wo es noch Verbesserungspotenzial gibt, antworteten gemeinschaftlich die Vorsitzende des Schulelternrates Sandra Schwarze, ihre Stellvertreterin Sabrina Gläsner sowie Kerstin Heuer.

Wie wichtig ist Digitalisierung an der Schule?

Digitalisierung ist so wichtig, wie das kleine Einmaleins. Die Schule ist der Arbeitsplatz unserer Kinder und muss so ausgestattet sein, dass es keinen technologischen Bruch beim Übergang in den nächsten Lebensabschnitt gibt. Digitalisierung ist manchmal nervig und stresst jene aus den Vor-Internet-Generationen etwas mehr als die Generationen ab der Jahrtausendwende. Darum müssen wir uns gern mit Digitalisierung befassen wollen, um uns schneller daran gewöhnen und diese Technologien besser nutzen zu können.

Was wird im Rahmen des Digitalpakts an der CHS bislang umgesetzt?

Ein erklärtes Ziel der Schule aktuell lautet: In jeder Klasse W-Lan-Ports einzurichten. Durch die laufende Ausschreibung ist das Ziel in Sichtweite. Smartboards gibt es inzwischen in jedem Klassenraum, damit sind wir wirklich gut ausgestattet. Gleichwohl müssen hier Ersatzbeschaffungen vorgenommen werden, da die Geräte von 2010 in ihrer Funktionalität und Qualität nicht mehr heutigen Anforderungen genügen. Gut aufgenommen wurden 20 Laptops, die während des Distanzunterrichtes schnell und unbürokratisch beschafft und von Familien geliehen werden konnten, damit diese von der Entgeltleistung für die Ausleihe von Schulbüchern befreit waren. Die Hardwareausstattung schreitet voran, Fort- und Weiterbildungen der Lehrer ebenfalls.

Wie läuft der Distanz- unterricht aus digitaler Sicht?

Wie sagte mein Klassenlehrer: Wir müssen das Beste daraus machen. Wir haben im Februar bei allen Klassenelternvertretern eine Umfrage zum Anteil des wöchentlichen Onlineunterrichts durchgeführt, um uns einen Überblick über den Distanzunterricht zu verschaffen. Von anderthalb bis 20 Schulstunden in der Woche war quer über die Jahrgänge und Schulformen verteilt alles dabei. Die reinen Zahlen sagten nichts über die Qualität des Unterrichts aus, gaben aber Hinweise, wo sich für uns Verständnisfragen anboten. Die Ergebnisse unserer Umfrage haben wir mit der Schulleitung erörtert. Es zeigte sich in den Gesprächen mit Eltern, Schülern und Lehrern, dass zahlreiche individuelle Modelle und Lösungen gefahren werden, die die jeweilige Situation der Klasse, den Lernstand der Schüler, der familiären Situation der Lehrkraft und vor allem die technische Ausstattung der Beteiligten berücksichtigten.

Woran hakt es?

Schwankende oder unzureichende Netzkapazitäten, Hardwareausstattung, IT- Know-how. Wegen unzureichendem W-Lan konnten Kinder in Außenbezirken kaum am Onlineunterricht teilnehmen. Daher gab es mehr Einzeltelefonate. Nicht selten brach, egal an welchem Wohnort, die Leitung aufgrund der hohen Einwahlzahlen zusammen. Dann mussten spontan Ausweichtermine organisiert werden. Wenn der Familienlaptop beschädigt war oder es gar keinen Computer gab, mussten Kinder den Onlineunterricht auf dem Handy absolvieren – und teilweise auch die Aufgaben dort bearbeiten. Selbst wenn die Beschaffung von Ersatzgeräten gelang, sind die meisten Eltern durch die Vielfachbelastung von Außer-Haus-Arbeit, Familie, Haushalt, Lehrmaterial beschaffen, sich um Hard- und Software kümmern sowie als IT-Experten fungieren an ihren Grenzen angekommen.

Welche Formate werden genutzt?

Videokonferenzen im Klassenverband oder vertiefend für Einzelfragen in Kleingruppen mit Lehrer, Telefonkonferenzen in kleiner oder größerer Runde, Hausaufgaben per Email oder Microsoft-Teams, Terminabsprachen per Messenger, Prüfung von Fremdsprachenkompetenzen via Sprachnachrichten und vieles mehr. Lehrer und Schulleitung haben hier große Flexibilität und ein hohes Maß an Erfindungsreichtum mit vielen tollen Ideen bewiesen, um den Schulbetrieb so gut wie möglich aufrechtzuerhalten. Für Schule in Pandemiebetrieb lernen wir auch nach zwölf Monaten täglich Neues hinzu, wie in allen Lebensbereichen auch.

Was läuft gut?

Erreichbarkeit, Kommunikation. Wenn es einmal nicht so lief wie erhofft, hat ein kurzes Telefonat zwischen Schüler und Lehrkraft oder auch mit Eltern oft geholfen, Missverständnisse oder Unsicherheiten schnell zu klären. Das Miteinander sprechen hat jetzt eine ganz neue Wertigkeit. Für den Elternsprechtag, der bereits zum zweiten Mal dezentral, also telefonisch und über mehrere Tage gestreckt, stattfand, ergaben sich ebenfalls neue Möglichkeiten.

Welche Veränderungen wünschen sich die Eltern?

Einen zügigen Breitbandnetzausbau mit Glasfaser, um Schulen anzuschließen, die verstärkte Nutzung digitaler Arbeitsmaterialien, die Ausstattung mit Tablets und Ähnlichem, wenigstens in höheren Klassen, einen Fokus auf das Vermitteln von Medienkompetenz, die Einführung von Informatik als Unterrichtsfach in der Sekundarstufe eins und die Integrierung von Digitallotsen.

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