Schüler der neunten Klassen üben: Richtig bewerben / Tipps von Betrieben

Lampenfieber, edles Outfit und ein tolles Feedback

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Katrin Curth erhielt wertvolle Tipps von Jens Hambach von der Firma LR Facility Services aus Barnstorf.

Barnstorf - Von Simone Brauns-Bömermann. „Das werden die schlimmsten 20 Minuten in meinem Leben“, sagte eine Schülerin ganz aufgeregt. Ein Mitschüler machte hingegen einen entspannten Eindruck: „Ich bin cool, ich schaff das schon“. Diese Bandbreite an Emotionen bot am Mittwochmorgen das offizielle Bewerbertraining für die neunten Klassen der Christian-Hülsmeyer-Schule in Barnstorf.

Im Resultat überstanden alle Schüler ihren eigenen fiktiven Vorstellungstermin bei einer der eingeladenen Firmen aus dem Raum Barnstorf. Die Personalverantwortlichen waren zufrieden und die Schüler waren ihrem Ziel, sich richtig bewerben zu können, ein großes Stück näher gekommen. Dem voraus war die Einladung seitens der Schule an unterschiedliche Firmen vor Ort und aus der Umgebung von Barnstorf gegangen: Banken, Dienstleister und Handel waren ihr gefolgt.

Fach- und Klassenlehrer hatten die Schüler mit der Abgabe einer schriftlichen Bewerbung auf das Bewerbungsgespräch vorbereitet und auch den angemessenen „Dresscode“ diskutiert. Es kamen am Mittwoch gut gekleidete Teenager in die Schule. Sie meisterten die Gespräche souverän und erhielten im Anschluss an das simulierte Vorstellungsgespräch eine Rückmeldung des Gesprächspartners aus den Betrieben. Da wurden Stärken und Schwächen des Gespräches und ihres Auftretens beleuchtet.

Luna Harms aus Cornau traf beispielsweise auf Meike Drebbermüller aus der Ausbildungsabteilung der Kreissparkasse Grafschaft Diepholz. Nach einer kurzen Vorstellung wollte Drebbermüller gerne wissen: „Warum haben Sie sich gerade bei der Kreissparkasse beworben und nicht woanders? Wo sehen Sie Ihre Stärken und was sind ihre Schwächen?“ Luna hatte sich gut vorbereitet auf das Gespräch und die Rückfragen, hatte sich über das Internet und persönlich in der Filiale über das Unternehmen informiert. „Ich bin in der Freiwilligen Feuerwehr und kann gut mit Menschen umgehen“, beschrieb die Neuntklässlerin eine ihrer Stärken. Zudem hatte sie bereits ein Praktikum im Seniorenzentrum absolviert, dass ihr die Fähigkeit, Mitgefühl für Mitmenschen zu zeigen, bestätigte. Auf die zwei fiktiven Situationen in der Schalterhalle mit Kundenkontakt, reagierte die Schülerin ebenfalls souverän: „Wenn ein Kunde laut wird, bitte ich ihn ruhig zu bleiben, wir werden helfen“. Luna durfte aber auch selbst Fragen stellen zum Unternehmen: „In welchen Bereichen werde ich ausgebildet, wie lange dauert die Ausbildung und wie viele Azubis gibt es zurzeit?“, wollte die Schülerin wissen.

In der Nachlese sparte Ausbilderin Drebbermüller nicht mit Komplimenten: „Mir hat Ihr Auftreten, die Kleidung und Ihre ruhige Art sehr gut gefallen“. Besonders der feste Blickkontakt war ihr aufgefallen. Die Bewerbungsmappe war gut strukturiert, layoutet, kleine Verbesserungen im Anschreiben seien zu empfehlen. Tatsächlich möchte Luna sich aber um eine Ausbildung im Pflegebereich für Senioren bewerben.

Gute Tipps für ruhige Vertreter hatte Jens Hambach von LR Facility Services für Katrin Curth aus Drebber parat. Sie hatte sich als Gebäudereinigerin fiktiv beworben und lernte im Gespräch über den Beruf viel Neues. „Nehmen Sie in der Realität jedes Bewerbungsgespräch an, das schult“, riet der Fachmann. Eine Mappe mit Zettel und Fragen zum Unternehmen gebe Halt und sehe professionell aus. Bei ruhigen Menschen empfehle sich ein „Einsingen“ auf dem Weg zum Gespräch. „Dadurch erhalten Sie eine festere Stimme und verlieren die Angst“, lautete seine Empfehlung. Für Katrin lief das Gespräch gut, sie lernte viel. Ihr Berufswunsch tendiert jedoch in eine andere Richtung. Sie möchte gerne Tierpflegerin werden.

Verantwortliche Nadine Borawski und Personal-Sachbearbeiterin Stella Angermüller von der Wintershall blieben auf einem Termin „sitzen“, schoben aber spontan eine Schülerin ein, die bei der Abgabe der Bewerbungsmappe erkrankt war, Mittwoch aber den Mut besaß, persönlich die Mappe abzugeben und um ein Gespräch zu bitten.

Die Schüler waren im Vorfeld des Aktionstages auf die anbietenden Firmen und Institutionen verteilt worden. Und so kam es natürlich vor, dass man sich „Berufswunsch fremd“ vorstellen musste. Aber auch das schulte die jungen Menschen. Eine der wichtigen Empfehlungen der Ausbildungsbetriebe: „Bewerbt Euch frühzeitig, am besten noch in Klasse neun, dann habt Ihr Ruhe für die Abschlussklasse zehn“.

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