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Einsturzgefahr: Betrunkener fährt in das Feuerwehrhaus in Drebber

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Von: Jannick Ripking

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Der Schaden an der Wand ist auch im Büro des Feuerwehrhauses in Drebber zu erkennen. Das THW hat die Decke zur Einsturzsicherung gestützt.
Der Schaden an der Wand ist auch im Büro des Feuerwehrhauses in Drebber zu erkennen. Das THW hat die Decke zur Einsturzsicherung gestützt. © Privat

Eine Verfolgungsjagd mit der Polizei von Diepholz nach Drebber endet für einen Betrunkenen in einer Gebäudewand des Feuerwehrhauses in Drebber. Die Wand ist laut THW einsturzgefährdet. Ein Hund verstirbt bei dem Unfall.

Drebber – Schon wieder das Feuerwehrhaus Drebber: Erst vor drei Monaten brannte in der Fahrzeughalle ein Mannschaftstransportwagen. Jetzt ist am Mittwoch, 23. November, ein Auto in die Wand des Gebäudes gefahren. Der Verursacher war betrunken und hatte sich zuvor eine Verfolgungsjagd mit der Polizei geliefert. Der Schaden am Feuerwehrhaus ist erheblich. Ein Hund starb.

Die Verfolgungsjagd zwischen dem schwarzen Renault und der Polizei endete in einer Wand des Feuerwehrhauses Drebber.
Die Verfolgungsjagd zwischen dem schwarzen Renault und der Polizei endete in einer Wand des Feuerwehrhauses Drebber. © Feuerwehr

Vorausgegangen war ein Zeugenanruf, den die Polizei in Diepholz gegen 20.30 Uhr entgegennahm. „Es wurde uns ein auffälliger Fahrer gemeldet“, berichtet Marei Tatgenhorst, Pressevertreterin der Diepholzer Polizei auf Anfrage der Mediengruppe Kreiszeitung. Nach Angaben des Zeugen habe es bei einem Fahrer eines schwarzen Renault Zeichen von Alkoholisierung gegeben.

Verfolgungsjagd mit einer Polizeistreife

Als eine Polizeistreife das Auto auf der Bremer Straße in Diepholz ausfindig gemacht hatte und dem Fahrer das Signal zum Halten gab, „hat er das Zeichen ignoriert und Gas gegeben“, so Tatgenhorst. Der Mann flüchtete vor der Polizei in Richtung Drebber. Auch das später eingeschaltete Martinshorn der Streife ignorierte der Flüchtende. Zwischenzeitlich habe er den Renault auf bis zu 180 km/h beschleunigt.

In Drebber endete die Verfolgungsjagd abrupt. Auf Höhe des Feuerwehrhauses verlor der Mann die Kontrolle über sein Fahrzeug, überfuhr dort die Verkehrsinsel eines Kreisels. Das Auto schlug schließlich in einer Wand des Gerätehauses der Feuerwehr ein. Wie schnell er zum Zeitpunkt des Kontrollverlustes fuhr, kann die Polizei nicht genau sagen. Anhand des Schadens, der sich auf rund 70 000 Euro beläuft, „war er aber sehr wahrscheinlich noch immer sehr schnell unterwegs“, erklärt Marei Tatgenhorst.

Hund im Auto verstirbt durch den Aufprall

Die Kontrolle der Personalien ergab, dass der Verunfallte ein 45-Jähriger aus Drebber ist. Er blieb unverletzt. Ein Atemalkoholtest bestätigte schließlich den Verdacht des Zeugen: 1,27 Promille. Der Alkoholisierte sei zudem nicht im Besitz einer Fahrerlaubnis. Während der Verfolgungsfahrt befand sich ein nicht gesicherter Hund im Fahrzeug. Das Tier verstarb durch den Aufprall noch an der Unfallstelle.

Feuerwehr Drebber weiter einsatzbereit

Neben der Polizei, die den Unfallhergang aufnahm, war auch das Technische Hilfswerk (THW) vor Ort am Feuerwehrhaus. Drebbers Ortsbrandmeister Reimund Alsdorf kam nach dem Unfall ebenfalls dazu, um sich ein Bild vom Schaden zu machen. Die erste Entwarnung: „Wir sind als Ortsfeuerwehr weiter einsatzbereit.“ Der Dienstbetrieb könne regulär weiterlaufen.

Allerdings sei die Wand, in die das Auto einschlug, laut THW einsturzgefährdet. Hinter dieser Wand liegt das Büro der Feuerwehr. Der Aufprall war so heftig, dass der Schaden nicht nur außen an der Fassade entstand. „Die komplette Wand ist so sehr verschoben dass unsere Eingangstür jetzt klemmt“, berichtet Alsdorf.

Einsturzgefahr: Die beschädigte Gebäudewand hat laut THW an Statik eingebüßt.
Einsturzgefahr: Die beschädigte Gebäudewand hat laut THW an Statik eingebüßt. © Privat

Die Wand ist an einer Stelle stark eingedrückt, was auch von innen zu sehen ist. „Der Teil des Gebäudes darf nicht mehr betreten werden“, erklärt Alsdorf. Das THW habe die Decke des Büros zwar von innen abgestützt, aber die Feuerwehr wolle keine Personenschäden riskieren.

Durch den Einschlag des Renault seien die Unterlagen im Büro durcheinander gebracht worden. „Das ist natürlich saublöd“, sagt Alsdorf. „Für uns ist das jetzt eine ganze Menge Mehrarbeit. Viele Unterlagen sind verwüstet. Ich werde da jetzt sicherlich einige Tage dran sitzen.“ Mithilfe einiger seiner Feuerwehrkameraden werde Alsdorf das Büro nun vollständig leerräumen und Ordnung in den Papierwust bringen. „So ist der Plan“ sagt er.

Alles Weitere sei wie beim Brand im August ein Fall für die Versicherung. Alsdorf: „Wir warten jetzt auf einen Sachverständigen.“ Er müsse den Schaden beurteilen und bewerten, bevor das Feuerwehrhaus wieder in Schuss gebracht wird. „Und dann geht es später weiter mit den Baumaßnahmen“, sagt der Ortsbrandmeister. Ob die Wand gar eingerissen werden muss, sei derzeit unklar: „Wir warten jetzt erst einmal ab und schauen dann einfach, wie es weitergeht.“

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