Schiedspersonen aus ganz Niedersachsen treffen sich in Barnstorf

„Schlichten statt richten“

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Gans ganz Niedersachsen kamen die Teilnehmer des Fortbildungslehrgangs zum Nachbarrecht für Schiedsleute.

Barnstorf - Mit dem gut nachbarschaftlichen Verhältnis ist es manchmal nicht so weit her. Früchte, die in den anderen Garten fallen, Äste, die über den Zaun ragen, laute Partymusik, die aus dem Nachbarhaus dröhnt – es gibt viele Gründe, an denen sich Nachbarschaftskonflikte entzünden können. Damit diese Streitigkeiten nicht immer vor Gericht enden, setzen sich ehrenamtliche Schiedspersonen dafür ein, die Probleme gütlich zu klären.

42 dieser Schiedsleute aus ganz Niedersachsen kamen jetzt im Barnstorfer Hotel Roshop zusammen zu einem „Fortbildungslehrgang für Nachbarrecht“, den der Bund Deutscher Schiedsmänner und Schiedsfrauen“ (BDS) dort angeboten hatte. Unter der Leitung von Dr. Martin Rammert, Richter am Amtsgericht Göttingen, beleuchteten die Schiedsleute dabei unter anderem das Nachbarrecht des BGB und das Landesnachbarrecht.

Weitere Themen waren die Schlichtungsverhandlung im Nachbarrecht mit mediativen Techniken und der Vergleichsabschluss in nachbarrechtlichen Streitigkeiten.

„Schlichten statt richten“, dieses Motto führt der BDS sogar in seinem Logo. „Der Vorteil bei einem Schlichtungsversuch ist, das hier eine Lösung gefunden wird, die maßgeschneidert ist für beiden Seiten“, verdeutlichte Rammert.

„Richtermangel“ oder „überlange Verfahrensdauer“ – mit solchen Schlagworten wird die Lage der Justiz oft beschrieben. Daher müssen Kläger in den meisten Ländern Deutschlands in den meisten nachbarrechtlichen Streitigkeiten zunächst eine außergerichtlichen Einigungsversuch mit dem Gegner starten. Bei Beleidigung, Sachbeschädigung, Hausfriedensbruch oder Körperverletzung ist so ein außergerichtlicher Schlichtungsversuch zwingend notwendig.

Ein Schlichtungsversuch bei den Schiedspersonen, so werben sie, sei schnell bearbeitet, kostengünstig und führe mit großer Wahrscheinlichkeit dazu, dass der Frieden von Dauer ist, da keine Partei gewinnt oder verliert.

Ihre fachliche Kompetenz erhalten die Schlichter bei Grundlehrgängen und Fortbildungen, wie sie seit einigen Jahren immer wieder auch bei Roshop in Barnstorf stattfinden.

Bei gemeinsamen Treffen mit der Schiedsperson können beide Parteien in ruhiger Atmosphäre ihre Sicht der Dinge schildern. Der Schiedsmann, dessen Arbeit vom Amtsgericht kontrolliert wird, hilft dabei, eine Einigung zu erzielen, mit der alle einverstanden sind. die Einigung, der so genannte Vergleich, sei für beide Seiten bindend und auch vor Gericht vollstreckbar, unterstrich Ehrenfried Gebeler, Vorsitzender der Bezirksvereinigung Verden.

Die Erfolgsquote in Niedersachsen in Niedersachsen liege nachweislich bei mehr als 50 Prozent.

Schiedsleute gibt es in jedem Ort, beziehungsweise jeder Gemeinde. Wer als Schiedsperson zuständig ist, erfährt man beim örtlichen Amtsgericht, bei der Polizei oder beim Ordnungsamt der Gemeinde.

sr

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