Schiedsperson vermeidet oft Gang vor Gericht / Wechsel im Ehrenamt

Wenn sich Nachbarn streiten

Ratsvorsitzender Wilfried Heitmann (r.) und Detlef Moss (l.), Allgemeiner Vertreter des Samtgemeindebürgermeisters, mit den alten und neuen Schiedsleuten (v.l.): Peter Luther, Klaus-Joachim Schmelz, Sabine Düver und Andreas Wolters.
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Ratsvorsitzender Wilfried Heitmann (r.) und Detlef Moss (l.), Allgemeiner Vertreter des Samtgemeindebürgermeisters, mit den alten und neuen Schiedsleuten (v.l.): Peter Luther, Klaus-Joachim Schmelz, Sabine Düver und Andreas Wolters.

Barnstorf - Zwei Nachbarn liegen im Streit. Schuld ist eine Hecke, die über die Grundstücksgrenze hinaus wächst. Geschnitten soll sie werden, aber der Eigentümer darf dazu nicht den Garten des verärgerten Anliegers betreten. Was tun? Es ist ein kniffliger und zugleich beispielhafter Fall, den Peter Luther während seiner 20-jährigen Tätigkeit als Schiedsperson in der Samtgemeinde Barnstorf bearbeitet hat.

„Meistens sind es Nachbarschaftsstreitigkeiten“, so Luther, der nach langjähriger Tätigkeit nun einen Schlussstrich zieht. Etwa drei bis vier Fälle habe er pro Jahr bearbeitet. Bis auf wenige Ausnahmen, die dann vor Gericht geendet hätten, sei in den Vermittlungsgesprächen eine zufrieden stellende Lösung für die Konfliktparteien gefunden worden, zieht der 73-jährige Barnstorfer eine positive Bilanz.

In den Schiedsverfahren hat Luther immer wieder versucht, zwischen den Streithähnen zu vermitteln und Lösungen zu finden. „Tür- und Angel-Gespräche waren mir am liebsten“, sagt Luther. Anstatt gleich beide Parteien an einen Tisch zu holen, habe er sich gerne zuerst mit dem Beschwerdeführer zusammengesetzt, die Situation erörtert und anschließend den Gegner angehört. Aus den Gesprächen heraus habe er dann versucht, einen Kompromiss zu finden, mit dem beide Seiten leben konnten. Im Streit um die besagte Hecke sei die Lösung die Errichtung eines Palisadenzaunes gewesen, der eine Ausweitung der Äste auf das Nachbargrundstück verhindert und somit für Ruhe gesorgt hätte.

Für sein ehrenamtliches Engagement wurde Luther am Dienstagabend im Rat der Samtgemeinde Barnstorf gedankt. Ebenso Klaus-Joachim Schmelz, der fünf Jahre als Stellvertreter fungiert hatte und ebenfalls seinen Posten abgab. Die Arbeit werden sich in Zukunft zwei Barnstorfer in getrennten Schiedsamtsbezirken teilen. Wie bereits berichtet, kümmert sich Andreas Wolters (55) um die Gemeinden Drebber, Eydelstedt und Drentwede. Unterdessen ist Sabine Düver (54) für den Flecken Barnstorf zuständig.

Detlef Moss, Allgemeiner Vertreter des Samtgemeindebürgermeisters, wünschte den neuen Schiedspersonen viel Erfolg für ihre Arbeit und hob die Vorteile solcher Verfahren hervor. Sie würden sich in bürgerlichen Rechtsstreitigkeiten und kleinen Strafsachen empfehlen. Verglichen mit den Kosten eines Rechtsstreites vor Gericht, sei der Gang zum Schiedsamt auch finanziell lohnend.

sp

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