„Gorodki“ – ein Spiel für alle 

Samuel Kraft will die Hölzer fliegen lassen

+
Samuel Kraft aus Barnstorf zeigt die Ausrüstung, die man für „Gorodki“ benötigt, in der Hand hält er einen Schläger, in der Mitte aufgebaut ist eine der Figuren, die es aus einiger Entfernung zu treffen gilt.

Barnstorf - Von Sven Reckmann. Fußball, Handball, Tennis. Aber auch Judo, Schwimmen und Schach – die Palette der in Barnstorf angebotenen Sportarten ist bekanntlich reich bestückt. Künftig könnte noch eine weitere, hierzulande noch nicht ganz so bekannte Sportart hinzukommen: Gorodki.

Ein großer Freund dieser Sportart ist Samuel Kraft aus Barnstorf. Der 69-Jährige ist vor drei Jahren in den Hunteflecken gezogen und kann sich vorstellen, wenn sich genug Interessenten finden, diese Sportart hier zu etablieren.

Für den Samstag will Kraft Gorodki einem breiten Publikum vorstellen, mit einer Präsentation an der Vereinssporthalle an der Walsener Straße. Von 10.30 bis 15.30 Uhr will Kraft alles über die Sportart verraten, woher sie kommt, wie die Regeln sind, und vor allem sollen Interessierte die Möglichkeit haben, „Gorodki“ selbst zu spielen und auszuprobieren bei einem Blitzturnier mit echter Siegerehrung.

Beim Gorodki fliegt das Holz – im wahrsten Sinne des Wortes. Der Grundgedanke des Spiels ist, fünf Holzklötzchen, die zu einer bestimmten Figur aufgebaut werden, von dem Platz mit einem Schläger aus einer bestimmten Entfernung herauszuschlagen. Wer zum Rausschlagen der Figur die wenigsten Schläge benötigt hat, ist Gewinner des Spiels.

Besonders populär in der ehemaligen Sowjetunion

„Gorodki ist ein uraltes Spiel“, berichtet Kraft. Noch bevor die Menschheit das Rad und den Ball erfand, hätten die Vorväter in damals knapper arbeitsfreier Zeit dieses Spiel gespielt, berichtet Kraft. In der jüngsten Vergangenheit habe sich in verschiedenen Ländern aus diesem Spiel eine Sportart entwickelt. Besonders populär sei das Spiel in der ehemaligen Sowjetunion gewesen. „In den 50er bis 70er Jahren war Gorodki die zweipopulärste Sportart nach Fußball.“

Den Aussiedlern, die seit Anfang der 90er-Jahre hierher kamen, war es zu verdanken, dass Gorodki auch in Deutschland immer bekannter wurde, und so konnte 2001 die erste Gorodki-Anlage in Karlsruhe eröffnet werden.

Seitdem sind einige dazugekommen, in Niedersachsen sind es allein fünf Anlagen, erzählt Kraft. Die Anlage in Dinklage, deren Triebfeder Kraft war, wurde unter anderem durch den Landessportbund und das bundesweite Projekt „Integration durch Sport“ gefördert.

Aber man braucht nicht unbedingt eine feste Anlage, um Gorodki zu spielen. Samstag in Barnstorf werden mobile Spielfelder aufgebaut. Kraft hat jedenfalls alles organisiert: Von den Spielfeldern und -figuren über die Genehmigung bei der Gemeinde bis hin zur „Manpower“, es haben sich Helfer (und Mitspieler) aus Dinklage angekündigt. Auch die Verbindung zum MTV Barnstorf ist geknüpft.

„Für alle geeignet“

Auf die Frage, was Gorodki so faszinierend macht, antwortet Kraft: „Dieser Sport ist für alle geeignet“, für Jung und Alt, Männer und Frauen für Familienmannschaften (Papa, Mama, Kinder), für Menschen mit Behinderungen. der Sport fördere Kraft, Bewegungskoordination und Konzentration. „Man fühlt sich gesund“, und nicht zuletzt: Man kommt zusammen, man redet miteinander.

Und natürlich weckt das Spiel Erinnerungen im ihm, an seine Kindheit in einem Dorf im Kaukasus. „Da haben wir Gorodki gespielt, einfach mit einem Spatenstiel auf einem graden ungepflasterten Weg“, schmunzelt Kraft.

Nach dem Studium und unter anderem einer Tätigkeit als leitender Ingenieur im Bergbau siedelte Kraft 1995 nach Deutschland über, arbeitete mehr als 20 Jahre bei der Dinklager Stadtverwaltung. Dort engagierte er sich stark für Integrationsprojekte, nun möchte er, so erzählt er, „auch für Barnstorf etwas tun“.

Samstag will Kraft erst einmal die Hölzer fliegen lassen.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Israels Armee riegelt Gazastreifen nach Raketenangriffen ab

Israels Armee riegelt Gazastreifen nach Raketenangriffen ab

Tödlicher Unfall zwischen Clues und Heiligenfelde

Tödlicher Unfall zwischen Clues und Heiligenfelde

Altpapiercontainer gerät in Brand

Altpapiercontainer gerät in Brand

„Helene Fischer Show“ 2017: Alle Infos zu Gästen, Sendetermin und Live-Stream

„Helene Fischer Show“ 2017: Alle Infos zu Gästen, Sendetermin und Live-Stream

Meistgelesene Artikel

Raucher löst Feuerwehr-Einsatz in Bassum aus

Raucher löst Feuerwehr-Einsatz in Bassum aus

Rat Wagenfeld verabschiedet den Haushalt 2018

Rat Wagenfeld verabschiedet den Haushalt 2018

Eröffnungsfeier in der neuen Dekra-Station an der Dieselstraße

Eröffnungsfeier in der neuen Dekra-Station an der Dieselstraße

Blaulichtfahrt zur Geburt – Ausschuss erörtert Antrag von „Die Partei“

Blaulichtfahrt zur Geburt – Ausschuss erörtert Antrag von „Die Partei“

Kommentare