„Wollten verschiedene Vorschläge bieten“

Samtgemeindebürgermeister Jürgen Lübbers zur Standortvergabe der Zentralklinik

Samtgemeindebürgermeister Jürgen Lübbers gab Auskunft zu der Standort-Analyse für die Zentralklinik.  
Foto: Scholz
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Samtgemeindebürgermeister Jürgen Lübbers gab Auskunft zu der Standort-Analyse für die Zentralklinik.

Barnstorf – Mit drei Standorten für eine mögliche Zentralklinik war die Samtgemeinde Barnstorf ins Rennen gegangen. Neben einem Standort in Drebber und Eydelstedt auch mit dem Standort Drentwede. Dieser liegt nur vier Kilometer entfernt von dem in der Analyse des Fachunternehmens Andree Consult erstplatzierten Standort Borwede. Die Frage, die sich hier sofort stellt: Warum hat es nicht für den Standort in der Samtgemeinde Barnstorf gereicht?

„Wir sind mit drei Standorten ins Rennen gegangen, von denen wir überzeugt waren, dass sie optimal für eine Zentralklinik wären“, sagt Samtgemeindebürgermeister Jürgen Lübbers. Nach der Bekanntgabe des Standortfavoriten Borwede sei er sichtlich enttäuscht gewesen. Weiterhin sei er persönlich der Auffassung, dass die Standorte in der eigenen Samtgemeinde Potenzial hätten.

Das Grundstück in Drentwede zum Beispiel sei seiner Auffassung nach sehr ähnlich mit dem in Borwede gewesen. Doch räumt Lübbers auch ein, dass es daran gelegen haben könnte, dass in Drentwede kein Vorvertrag mit den Grundstückseigentümern abgeschlossen werden konnte. Auf die Frage, ob es ein Fehler gewesen sei, dass die Samtgemeinde gleich mit drei Standorten ins Rennen gegangen ist und sich dabei nicht konkret auf einen Standort festgelegt hat, antwortet Lübbers: „Die nicht genaue Festlegung war kein Fehler. Wir als Samtgemeinde wollten dem Urteil des Fachunternehmens nicht vorweggreifen, sondern verschiedene Vorschläge bieten“.

Es gibt nur einen Gewinner

Von Anfang an habe er sich aber im Allgemeinen nicht unbedingt hohe Chancen eingerechnet, dass ein Standort in der Samtgemeinde gewählt würde. Er habe mehr dem Motto: „Wer nichts wagt, gewinnt auch nichts“ gefolgt. Bei dem Bewerbungsverfahren sei von Anfang an klar gewesen, dass es nur einen „Gewinner“ geben könne. Die Bewerbung sei mit einem hohen zeitlichen und finanziellen Aufwand für die Samtgemeinde Barnstorf verbunden gewesen. Dieser war vorerst umsonst. Bei den Kosten für die Planung geht Lübbers davon aus, dass diese zum großen Teil vom Landkreis erstattet werden.

Im Allgemeinen sei man bei der Auswahl der Standorte das gesamte Gebiet der Samtgemeinde durchgegangen und habe verschiedene Standorte geprüft. Teilweise sei es dabei zu Problemen mit Grundstückseigentümern gekommen, räumt Lübbers ein, sodass diese Standorte nicht weiter ausgearbeitet werden konnten. Es hätte aber auch nichts gebracht, auf dem zweiten Platz mit einem Standort zu sein, denn es könne nur einen Standort geben. Man sei bewusst das Risiko eingegangen.

Vorschläge bringen Vorteile für die Zukunft

Lübbers sieht bei den drei von ihm vorgeschlagenen Standorten auch Vorteile für die Zukunft. Bei möglichen Unternehmensangliederungen könne man diese Standorte in Erwägung ziehen. Trotz des Nichtzuschlages akzeptiere er den Vorschlag des Fachunternehmens und wolle diesen auch mit unterstützen. Es sei nun wichtig, sowohl mit Blick auf die medizinische Versorgung des Landkreises, als auch mit Blick auf die finanziellen Mittel, den Standort zu unterstützen. „Es geht hier nicht um gewinnen oder verlieren, sondern darum den bestmöglichen Standort im Landkreis für die Zentralklinik zu finden“, sagt der Samtgemeindebürgermeister. Darum hoffe er auch, dass die anderen Kommunen den Standort nach der Entscheidung nun unterstützen werden. Mit Blick auf die Kritik seines Amtskollegen in Sulingen zeigt Lübbers Verständnis. Über die Art und Weise des Umgangs wolle er sich aber nicht äußern. Doch sagt er auch: „Wenn wir das Ergebnis jetzt in Frage stellen, dann schaden wir allen.“

Mit Blick in die Zukunft hofft Lübbers, dass sich auch Vorteile durch den Standort Borwede in der Samtgemeinde Barnstorf ergeben. „Die Geschäfte im Ortskern könnten von einer Zentralklinik in Borwede durchaus profitieren“, sagt Lübbers. Darum wolle er sich nun nicht als ein schlechter Verlierer geben. Es gehe schließlich bei dem Zentralkrankenhaus um das Wohle des gesamten Landkreises und nicht um die Machtpolitik einzelner Gemeinden.

Von Jan Scholz

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