Verregnetes Kreisgruppenchorfest geht an zwei Schauplätzen über die Bühne / Sieben Chöre gestalten das Programm

Sänger blicken in die Welt – und gen Himmel

Der Musik- und Singkreis Liane erschien mit wunderbarem Haarblumenschmuck und landestypischen Trachten.

BARNSTORF - Das 96. Kreisgruppenchorfest in Barnstorf wurde zu einem Fest der Überraschungen. Grund waren nicht nur die musikalischen Darbietungen der sieben Chöre, sondern vor allem die äußeren Rahmenbedingungen. Aufgrund des vorübergehenden Regens ging die Veranstaltung an zwei Schauplätzen über die Bühne.

„Wir haben uns für Plan B entschieden“, erläuterte Silke Husmann, Vorsitzende der Chorkreisgruppe Diepholz, die kurzfristige Verlegung. Wegen des Regens zu Beginn des Konzertes blieb das idyllische Gelände am Meyer-Köster-Haus zunächst außen vor. Sänger und Zuschauer zogen am frühen Sonntagnachmittag ins nahe gelegene Gotteshaus der katholischen Kirchengemeinde, die bereits im Vorfeld ihre Zustimmung signalisiert hatte.

„Jetzt haben wir die Situation wie Weihnachten. Es wird eng und kuschelig“, kommentierte Frauke Brüning, Vorsitzende des gastgebenden Singekreises Barnstorf, die Situation in der Kirche. Auch das Programm hatte zunächst etwas von Weihnachten. Da war eine Spannung zu spüren, als Chorleiter Peter Knospe eine Überraschung ankündigte und Bürgermeisterin Elke Oelmann zur Begrüßung der Chöre ein Gedicht mit Thema „Chorregeln“ vorlas. Es hatte den Refrain: „Kommt zu uns, hier bist Du richtig, Leute wie Du, sind uns wichtig“.

Das Motto der Veranstaltung lautete „Schau in die Welt“. Daran hatten sich auch drei Chöre aus der Chorkreisgruppe Diepholz bei einem gemeinsamen Auftritt orientiert. Der Singekreis Barnstorf, die Auburg-Stimmen und der Kinderchor Kichowa aus Wagenfeld präsentierten ein Tränen initiierendes Stück von John Rutter. Das von Knospe angekündigte Experiment klappte bestens unter der Leitung von Leta Henderson. Und dann waren die Säulen, die Bürgermeisterin Oelmann im Gedicht beschrieben hatte, vor den geistigen Augen der Zuhörer. Sie sind für den vielstimmigen Chorgesang des armenischen Liedes „Wie der Frühling“ nötig, dem sich der Singekreis Barnstorf unter der Leitung von Peter Knospe gewidmet hatte.

Im Verlauf des Konzertes wurde die Orgelempore zur Umkleidekabine für den Musik- und Singkreis Liane, der mit Sack und Pack aus Diepholz angereist war, um in unterschiedlicher Tracht vor das Publikum zu treten. Dabei erwies es sich als nette Geste, dass die Herren des Männergesangvereins Diepholz kurzerhand den Spiegel der Orgel zum Styling-Element umfunktionierten. Und weil es um den Blick in die Welt ging, kamen Titel wie „Rose von Samarkand“ zu Gehör. Ein wenig Ukrainisch lernte das Publikum im Volkslied „Satscharovana Desna“, was so viel bedeutet wie: „zauberhafte Karpaten“.

Musikalische Wolkenbilder malte der Chor „Gemischt for fun“ aus Rehden. Er tirilierte „Schön ist die Welt“, um im Anschluss mit „Schön war die Zeit“ dem Heimweh nachzugeben. Gleich zweimal führte die Reise nach Israel: Mit dem Welthit von Kobi Oshrat-Ventoora und Shimrit Orr „Hallelujah“, mit dem die Gruppe Milk & Honey 1979 den Grand Prix D´ Eurovision gewann. Den Titel hatte sich die Chorgemeinschaft Drebber ausgesucht. Sie präsentierte ihn im zweiten Teil des Programms, das unter freiem Himmel am Meyer-Köster-Haus stattfinden konnte.

Chöre und Gäste zogen ins Grüne, während der Himmel nun Wolkenbilder ohne Regen malte. Die Kulisse hätte nicht idyllischer sein können: Die Chorgemeinschaft Drebber und der Männergesangverein Diepholz sangen vor den Bienenstöcken am Giebel der Tabakfabrik und das Publikum saß im großen Garten inmitten des Heimathaus-Ensembles.

So hatten es sich die Gastgeber gewünscht für das Chorfest, das nach 15 Jahren erstmals wieder in Barnstorf ausgerichtet wurde. Dabei wurde der Singekreis vom Heimatverein Samtgemeinde Barnstorf unterstützt. Die zahlreichen fleißigen Helfer boten Kaffee und Kuchen an und freuten sich, ihr schmuckes Anwesen einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren. Zum Abschied hieß es dann: „Scheid´ mit einem Liede, wenn der Tag vergeht, lebet wohl, bis wir uns wiederseh´n“. sbb

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