Drogeriekette braucht  Zustimmung der Kommune

Rossmann plant Filiale in Barnstorf

Bei der Standortwahl setzt Rossmann auf die Nähe zu Verbrauchermärkten. In Twistringen befindet sich die Drogerie in der Nähe von Combi. Ähnlich würde sich die Situation in Barnstorf darstellen. Foto: Speckmann

Die heimische Geschäftswelt könnte in naher Zukunft um ein Angebot reicher sein. Rossmann will sich in Barnstorf niederlassen. Im Visier hat die namhafte Drogerie-Kette einen Neubau auf einer Brachfläche am Niedersachsenweg, also in direkter Nachbarschaft zu Lidl und Combi. Ob an diesem Standort eine Filiale eröffnet wird, hängt allerdings von der Zustimmung der Kommune ab. Sie müsste dazu den Bebauungsplan ändern.

Barnstorf - Rossmann befindet sich auf Expansionskurs. Damit die Wege für die Kunden kürzer werden, verdichtet die zweitgrößte Drogeriekette Deutschlands kontinuierlich ihr Filialnetz. Da passt der Hunte-Flecken offenbar ins Bild. „Wir möchten den fehlenden Bedarf an Drogerieartikeln für die Einwohner der Gemeinde Barnstorf und den umliegenden Gemeinden decken und erhoffen uns, dass unser Konzept gut angenommen wird“, erklärt Pressesprecher Josef Lange auf Anfrage dieser Zeitung.

Das Unternehmen sucht nach Standorten, an denen die Filialen gemeinsam mit einem Vollsortimenter oder Lebensmitteldiscounter den täglichen Bedarf der Verbraucher abdecken können. Dieses Konzept wird bereits in vielen Städten praktiziert, etwa im benachbarten Twistringen, wo Rossmann mit dem Verbrauchermarkt Combi sowie Textil- und Schuhgeschäften ein kleines Einkaufszentrum bildet.

„Wir haben uns mit Lidl und Combi sehr starke Partner im Einzelhandel ausgesucht und sehen große Chancen mit eben jenem Zusammenschluss, den Einzelhandel in Barnstorf noch mehr zu stärken“, erklärt der Unternehmenssprecher weiter. Die aktuelle Gebäudeplanung auf dem anvisierten Grundstück am Niedersachsenweg ließe weiteren Einzelhandel zu, derzeit werde dieses Thema jedoch nicht weiter bearbeitet.

Bei der Suche nach einer geeigneten Fläche habe das Unternehmen auch den Barnstorfer Ortskern geprüft, sei dort jedoch nicht auf ein vergleichbares Potenzial gestoßen. Darum konzentrieren sich die Pläne nun auf die Randlage. „Wir wollen das Vorhaben natürlich so schnell wie möglich vorantreiben. Uns liegen jedoch keine Informationen vor, wie lange die Änderung des vorhandenen Bebauungsplanes andauert“, sagt Lange.

Der Ball liegt aktuell bei der Kommune, denn ohne eine Anpassung des Bebauungsplans wäre die Ansiedlung der Drogerie nicht möglich. Zurzeit wäre auf dem Grundstück nur verarbeitendes Gewerbe zulässig, berichtet Gemeindedirektor Jürgen Lübbers. Als der Plan zuletzt für die Ansiedlung von Lidl geändert worden sei, habe die Gemeinde weiteren Einzelhandel ausgeschlossen, um die Geschäfte im Ortskern zu schützen.

Die Verwaltung habe jetzt nach Rücksprache mit der Politik ein Einzelhandelsgutachten in Auftrag gegeben, um die Situation in Barnstorf zu beleuchten, sagt der Gemeindedirektor. Ein Büro aus Dortmund werde eine Ist-Aufnahme machen. Dabei gehe es unter anderem um die Geschäfts- und Einwohnerentwicklung, die Verträglichkeit weiterer Ansiedlungen und die Gesamtsituation in der Samtgemeinde Barnstorf. „Wir hoffen, dass wir das Ergebnis im ersten Halbjahr 2020 vorliegen haben“, so Lübbers weiter. Auf Basis des Gutachtens würden die politischen Gremien über das Thema beraten. Am Ende wird sich zeigen, ob Rossmann in Barnstorf zum Zug kommt.

Erste Gespräche zwischen der Kommune und der Drogeriekette habe es schon vor etwa zwei Jahren gegeben, berichtet Lübbers. Nach der Schließung der Schlecker-Märkte in Barnstorf und Drebber sei der Wunsch nach einem neuen Anbieter im Drogeriebereich aufgekommen. Als Standort sei der Berliner Platz ins Auge gefasst worden. Doch für Rossmann sei damals der Einzugsbereich zu klein gewesen. Diese Auffassung hat sich offensichtlich geändert.

Dass die Wahl auf den Standort am Niedersachsenweg gefallen ist, hängt nicht zuletzt mit dem Engagement von Rouven Barmbold zusammen. Er und seine Geschäftspartnerin Alexandra Amelung hatten die rund 7 500 Quadratmeter große Fläche vor fünf Jahren erworben, um sich dort mit ihrer Werbeagentur Amdre niederzulassen. Sie entschieden sich dann aber für ein Gebäude im Hülsmeyer-Park in Eydelstedt und bemühten sich seither um einem Käufer, den sie nun in Rossmann gefunden haben.

„Ich stehe seit Jahren mit der Drogeriekette in Kontakt, in der Hoffnung, dieses Unternehmen bewegen zu können, in Barnstorf zu investieren und damit eine Angebotslücke zu schließen“, erklärt Barmbold. Ihm gehe es nicht nur um die eigenen Interessen, sondern ihm liege bei der Vermarktung des Grundstücks auch die Nutzungsart und damit der Mehrwert für Barnstorf und die Bürger am Herzen. Darum hoffe er, dass die Kommune den Weg für eine Ausweitung des Einzelhandels ebnet: „Das wäre eine weitere Erfolgsgeschichte für Barnstorf!“

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