„Alternative Kraftstoffe fördern“

Mineralölhändler Roland Brzezina aus Drebber meint: Die CO2-Steuer ist nicht zielführend

Wenn es nach Mineralölhändler Roland Brzezina aus Drebber ginge, könnte sich schon bald alternativer Kraftstoff in seinen Tanklastern befinden.
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Wenn es nach Mineralölhändler Roland Brzezina aus Drebber ginge, könnte sich schon bald alternativer Kraftstoff in seinen Tanklastern befinden.

Drebber – So richtig sind die aktuell hohen Preise für Benzin und Diesel für Mineralölhändler Roland Brzezina aus Drebber nicht nachvollziehbar.

Der Geschäftsführer der familiengeführten Firma „Rolf Brzezina Mineralölhandel GmbH“ an der Bremer Straße in Drebber erklärt, dass es seit Jahresbeginn zu einem starken Anstieg der Preise beim Einkauf von Kraftstoffen kommt. Neben der Einführung der CO2-Steuer am 1. Januar 2021 seien auch die Börse und der Weltmarkt für die steigenden Preise an der Zapfsäule verantwortlich. „Ich habe keinen Schimmer, wohin die Reise noch führt. Der Preis kann sich in beide Richtungen entwickeln“, so Brzezina.

„Unternehmen kaufen sich frei“

Die CO2-Steuer als Kompensationszahlung für den Austritt umweltschädlicher Abgase empfindet der 48-Jährige als nicht zielführend: „Es ist ein Witz, dass sich Unternehmen mit dem Kauf von CO2-Zertifikaten aus der Verantwortung kaufen können. Gerade Firmen hier bei uns auf dem Land haben oft nicht die Möglichkeit, ihre Betriebe alternativ umzurüsten.“

Die Volkswirtschaft Deutschlands müsse seiner Ansicht nach mehr auf Kleinbetriebe ausgerichtet werden, damit die Umwelt im Ganzen profitiert. Alle Energieverbraucher, die mit fossilen Brennstoffen, wie Erdöl, zu tun haben, würden am meisten unter den Steuerbelastungen leiden.

„Zukünftig sollte alternativer Kraftstoff gefördert werden. Der hohe Wasserverbrauch und die unmenschlichen Arbeitsbedingungen in den Ländern, in denen die Rohstoffe für die Akkus für Elektroautos hergestellt werden, kann und will ich nicht unterstützen.“

Keine Steuern auf Elektroautos

Auch, dass Besitzer von Elektroautos bislang keine Steuern zahlen müssen, findet er ungerecht: „Wo sollen auf lange Sicht gesehen denn die Steuern herkommen? Müssen am Ende die eh schon gebeutelten Landwirte, Spediteure und Endverbraucher die Zeche zahlen?“

Eine Lösung könnten alternative Kraftstoffe sein. „Leider fehlt bislang die Unterstützung vom Staat, um synthetische Kraftstoffe, die aus Plastikmüll oder auch Algen hergestellt werden können, auf den Markt zu bringen“, so Roland Brzezina.

Hybridtechniken könnten nach ihm zu Einsparungen führen. Und auch in der umweltschädlichen Flugbranche sei ein Kraftstoff-Umstieg möglich.

Exportprobleme durch Corona

Die Coronakrise mache sich laut dem Drebberaner Mineralölhändler, wie schon bei den Rohstoffen im Baugewerbe, bei Exportproblemen bestimmter Schmierstoffe bemerkbar.

Da aufgrund der weltweiten Reisewarnungen weniger Flugzeuge flogen und fliegen, wurde auch weniger Kerosin benötigt. Bei der Produktion des Flugkraftstoffs fallen jedoch Grundöle an, die zur Produktion von Schmierstoffen benötigt werden. Preise für Motoren- und Industrieöle hätten sich seit der Coronakrise teilweise mehr als verdoppelt. Die Materialbeschaffung gestalte sich zusätzlich schwierig.

Einen Zusammenhang zwischen den hohen Preisen für Rohstoffe, die beim Bau benötigt werden und den Kraftstoffpreisen, sieht der Geschäftsführer nicht.

Er habe aus den Lieferengpässen in den vergangenen Sommern gelernt und seine Lagerstrukturen angepasst.

Alternative Kraftstoffe

Klassischerweise werden Kraftstoffe hauptsächlich aus Erdöl hergestellt. Alternative Kraftstoffe sind entweder „biogen“ oder „synthetisch“. Biogene Kraftstoffe werden aus Pflanzen, Pflanzenresten und -abfällen oder Gülle gewonnen. Deshalb heißen sie auch Biokraftstoffe. Synthetische Kraftstoffe hingegen werden chemisch hergestellt. Biokraftstoffe können aus unterschiedlichen Rohstoffen gewonnen werden: aus nachwachsenden Rohstoffen (Anbaubiomasse) wie Gerste, Mais, Raps, Zuckerrohr, Palm- und Sojaöl, aber auch aus Rest- und Abfallstoffen wie Stroh, Gülle oder Altspeiseölen. Diese Rohstoffe werden häufig zu Bioethanol beziehungsweise Biodiesel verarbeitet. Ölpflanzen und Altspeiseöle können ebenso zu hydrierten Pflanzenölen weiterverarbeitet werden und in dieser Form zur Kraftstoffherstellung genutzt werden. Das trifft zum Beispiel auf Palmöl zu, das dabei den größten Anteil einnimmt. Ein weiterer Biokraftstoff ist Biogas, das in Erdgasfahrzeugen, fossiles Erdgas ersetzt. Synthetische Kraftstoffe können aus unterschiedlichen Quellen stammen. Sie werden aus mehreren Ausgangsstoffen chemisch hergestellt beziehungsweise synthetisiert – daher auch der Begriff synthetisch. Für ihre Herstellung wird derzeit viel Energie benötigt. Aus Kohle, Erdgas Biomasse oder Industrieabgasen kann ein flüssiger Kraftstoff erzeugt werden. Eine weitere Art synthetischer Kraftstoffe wird mit erneuerbarem Strom aus Wasser und CO2 erzeugt. Dazu zählen Wasserstoff, synthetisches Methan (ähnlich wie Erdgas) oder auch flüssige Kraftstoffprodukte.  Quelle:BMU.de

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