Ralf Aumann veröffentlicht 320 Seiten starke Chronik über Wohlstreck

Mit der Familie fängt es an

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Die Chronik ist in einer Auflage von 300 Stück erschienen.

Wohlstreck - Von Sabine Nölker. Vor 15 Jahren hat Ralf Aumann mit den Recherchen begonnen, nun ist das Werk vollbracht. Insgesamt 320 Seiten umfasst die Chronik über Wohlstreck. Darin zeigt der Verfasser die Geschichte seines Heimatdorfes auf, die sich in erster Linie den Bauernhöfen widmet, die zum Teil schon mehr als 1000 Jahre bestehen. Aber auch die ehemalige Dorfschule, die Entwicklung des Ortes und die Menschen, die hier lebten und leben, nehmen einen hohen Stellenwert ein.

„Ich bin ursprünglich mit der Erforschung meiner Familie angefangen, um einen Stammbaum zu erstellen“, erinnert sich der gebürtige Wohlstrecker, der heute in Barnstorf wohnt. Dann kamen weitere Höfe an die Reihe. „Am Ende der Sichtung hatte ich so viel Material, dass mir die Idee kam, eine Chronik zu erstellen“, erklärt der 57-jährige kaufmännische Angestellte.

Seine wichtigsten Quellen waren das Hauptstaatsarchiv in Hannover, das Kreis- und Stadtarchiv Diepholz, das Gemeindearchiv und die Kirchenbücher von Barnstorf. „Ein großer Fundus war die Diepholzer Zeitung“, so Aumann weiter. Er habe alle Zeitungen von 1862 bis 1974 nach Hinweisen durchforstet. Die Sichtung von Mikrofilmen aus der Zeit von 1862 bis 1945 und die Originalblätter von Ende der 1940er Jahre bis 1974 habe allein etwa 1000 Stunden in Anspruch genommen.

Immer wenn er die Gelegenheit gehabt habe, so Aumann, sei er an die Arbeit gegangen. Viel Zeit habe er für die Befragung von Zeitzeugen und die Besuche jedes einzelnen Hauses in Wohlstreck aufgebracht. „Dadurch habe ich von fast jedem Haus auch Fotos“, berichtet er. Mehrere hundert Bilder sind in der Chronik für die Nachwelt festgehalten. Am Ende des Buches finden sich drei Seiten mit Fotocollagen, auf der vor allem die Dorfbewohner zu sehen sind.

Ralf Aumann selbst ist auf dem Hof Schierholz groß geworden. „Die älteste Erwähnung meiner Familie geht auf das Jahr 1654 zurück“, erklärt er unter Berufung auf das Erbhuldigungsregister. Heute wird der Hof von seinem Bruder Heinrich geführt. Dessen Ehefrau Dorit Schierholz hat das Nachwort für das umfangreiche Erstlingswerk verfasst. Darin finden übrigens nicht nur die großen Bauernhöfe ihren Platz. Alle Haus- und Hofstellen inklusive Häuslingshäuser sind für die Ewigkeit festgehalten.

„Das Buch ist keine wissenschaftliche Arbeit, ich bin weder Schriftsteller noch Wissenschaftler“, betont Aumann. Deshalb könne es anhand der Fülle des Materials durchaus möglich sein, dass sich kleine Fehler eingeschlichen hätten. „Aber die dürften gering sein und ich bitte um Nachsicht, wenn es doch passiert ist“, so der Verfasser, der bei seinem zeitraubenden Hobby auf die Unterstützung seiner Familie bauen konnte.

Zu besonderem Dank fühlt sich Aumann dem im Jahr 1988 verstorbenen Heimatforscher Friedrich Kruse verpflichtet. Er sei ein absoluter Fachmann gewesen und habe einen großen Fundus hinterlassen, auf den der Verfasser zurückgreifen konnte. Auch Kreis- und Stadtarchivar Falk Liebezeit aus Diepholz habe wertvolle Dienste geleistet.

Dank des Sponsorings von Firmen und Banken wurde der Farbdruck des Werkes möglich, das in einer Auflage von 300 Stück erschienen ist. Herausgeber ist die Gemeinde Eydelstedt. Die Chronik zum Preis von 32 Euro ist bei der Kreissparkasse in Eydelstedt und Barnstorf sowie bei der Volksbank in Barnstorf erhältlich. Wer möchte, kann sich auch direkt bei Ralf Aumann melden (Tel. 05442/3437).

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