Raffiniertes Schmuckstück angeboten

Ute Schmale zeigt Verhandlungsgeschick in der ZDF-Serie „Bares für Rares“

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Erfolgreiches Geschäft: Händlerin Susanne Steiger zahlt 800 Euro für das aufklappbare, goldene Schmuckstück von Ute Schmale.

Drentwede - Von Thomas Speckmann. „Ja, es hat geklappt!“ – Ute Schmale ballt die Faust und strahlt über das ganze Gesicht, als sie aus dem Händlerraum kommt. Gerade hat die Drentwederin ein wertvolles Medaillon verkauft, das über Jahre in einem Schließfach bei der Bank geschlummert hat.

Abnehmer ist nicht etwa ein heimischer Juwelier, sondern eine Akteurin der beliebten Trödelshow „Bares für Rares“. Dort ist Ute Schmale in diesem Monat vor einem großen Fernsehpublikum aufgetreten.

Ob alter Krimskrams oder edle Rarität: In der ZDF-Reihe mit Moderator und Fernsehkoch Horst Lichter können Leute seltene Fundstücke aus Keller oder Garage schätzen lassen und mit Glück veräußern. „Warum nicht?“, denkt sich Ute Schmale und bewirbt sich spontan bei der Produktionsfirma in Köln. Dann klingelt plötzlich das Telefon. Sie bekommt eine Zusage, erst für die Nachmittagssendung, dann für die eineinhalbstündige Abendshow, die ein noch größeres Publikum anspricht.

Als großer Fan der Sendung hat die Antiquitäten-Liebhaberin schon häufig auf dem Bildschirm das Schloss Ehreshoven gesehen, wo die Trödelshow aufgezeichnet wird. Nun betritt sie selbst den imposanten Schauplatz in Engelskirchen, begleitet von Freundin Birgit Dießelberg, die sie bei dem Tripp ins Rheinland begleitet und ebenfalls für kurze Augenblicke vor den laufenden Fernsehkameras steht.

Große Aufregung vor dem Dreh

„Wir waren ganz schön aufgeregt“, schildert Ute Schmale ihre Gefühlswelt vor den Dreharbeiten. Doch das Lampenfieber scheint schnell zu schwinden, als sie von Horst Lichter an den Händlertisch gebeten wird. „Er ist genauso, wie er im Fernsehen herüberkommt. Ganz authentisch und gut drauf“, berichtet die 56-Jährige, die dem humorvollen Moderator mit dem markanten Schnurrbart gleich die Hand reicht und das Du anbietet.

Erfolgreiches Geschäft: Händlerin Susanne Steiger zahlt 800 Euro für das aufklappbare, goldene Schmuckstück von Ute Schmale.

Dann richten sich die Blicke auf das mitgebrachte Medaillon, ein Erbstück von Schmales Großmutter. „Das ist ein raffiniertes Schmuckstück“, stellt Expertin Dr. Heide Rezepa-Zabel bei der Begutachtung fest. Beim Öffnen des goldenen Eies kommt der Charakter eines Familienalbums zum Vorschein. Es bietet Platz für sechs Motive. Eine Schnalle gibt Aufschluss über die Herkunft aus England.

Doch wie viel ist das seltene Stück wert, das aus 585er Gold besteht und vom Ende des 19. Jahrhunderts stammt? Und was möchte die Besitzerin dafür haben? Die Schätzung der Expertin liegt bei 500 bis 600 Euro. Ute Schmale hat sich etwas mehr erhofft, schraubt ihre Erwartungen aber zurück und sichert sich unter dem Applaus des Publikum die Händlerkarte, die den weiteren Weg in der Show ebnet.

Bei den Dreharbeiten richtet sich Ute Schmale nach den Anweisungen der Regie. Ablauf und Wege sind bis ins Detail geplant. „Bitte nicht in die Kamera gucken!“, lautet ein wichtiger Hinweis. Aber große Vorschriften für den Text soll es nicht gegeben haben. „Man konnte so sein, wie man wollte“, erzählt die Drentwederin. Auch in ihrer späteren Entscheidung, ob sie den Schmuck verkauft, sei sie völlig frei gewesen.

Preis ordentlich hochgetrieben

Als die Anbieterin vor die siebenköpfige Händlerschar tritt und die ersten Gebote für das Schmuckstück fallen, macht sich ihr Verhandlungsgeschick bemerkbar. „Ich glaube, da geht noch was!“, sagt die Marketing-Frau. Dann hellt sich ihre Miene auf. Der Preis klettert innerhalb von Sekunden von 250 auf 800 Euro und liegt damit über dem zuvor taxierten Wert der Expertin. Den Zuschlag bekommt Susanne Steiger, Schmuckhändlerin aus Köln, die das Geld gleich bar auf den Tisch legt.

Nach dem erfolgreichen Geschäft im Händlerraum wird Ute Schmale von ihrer Freundin Birgit empfangen und herzlich umarmt. Es ist die letzte Szene des Beitrages, der sich über etwa achteinhalb Minuten erstreckt. Gedauert haben die Dreharbeiten in Schlosspark und Händlerraum jedoch mehrere Stunden. „Mich hat fasziniert, was für ein Aufwand dort betrieben wird“, sagt die Drentwederin.

Das Gastspiel in der Trödelshow, die am 2. November ausgestrahlt worden ist und in der Mediathek des ZDF abgerufen werden kann, wird Ute Schmale in äußerst positiver Erinnerung bleiben. Das Geld möchte sie erst einmal zur Seite legen und nur ganz gezielt ausgeben: „Wenn ich irgendetwas Schönes finde, will sich sagen können: ,Das hast du dir von Omas Medaillon gekauft!´“

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