Konzert leistet wichtigen Beitrag zur Verständigung / Spenden für Sprachkurse

Quer durch kulturelle Vielfalt

Albanische Volkslieder mit viel Herzblut: Gerald Lulja begleitete den Gesang seines Vaters auf der Geige.

Barnstorf - Das Konzept des Arbeitskreises „Willkommen in Barnstorf“ ging auf: Das Konzert „Cross Culture“ im Rathaus entwickelte sich zum Schmelztiegel der Kulturen – und lieferte damit einen erfolgreichen Schritt zur Verständigung von Flüchtlingen und Einheimischen. Es war ein Abend der gegenseitigen Übersetzung und des Austausches, geprägt durch gegenseitige Toleranz und sogar Übereinstimmungen.

„Wir haben über die Zeitung, Handzettel und Plakate das Konzert beworben“, erzählte Arbeitskreis-Mitglied Erika Schneider und freute sich mit den Verantwortlichen über die große Resonanz. Etwa 120 Gäste waren dem Aufruf gefolgt. Das verbindende Element war die Musik, aber auch die Bereitschaft, miteinander die jeweilige andere musikalische Kultur zu begreifen und zu genießen.

Etwaige Sprachbarrieren wurden durch Moderation überwunden. Klaus-Joachim Schmelz, Sophia Bömer und Isa Abdullah übersetzten die Auftritte der unterschiedlichen Musiker in Arabisch, Englisch und Deutsch. Damit erreichten sie fast die gesamte Bandbreite des Publikums im gut gefüllten Ratssaal. Manche künstlerische Vorträge hingegen bedurften kaum der Übersetzung.

Im liebreizenden Gesang von Evelyn Weiß, die den Anstoß zu diesem Konzert gegeben hatte und sich mit Gesang und E-Piano auch musikalisch in das Programm einbrachte, verstand wohl jeder Zuhörer das Gutmütige, ohne die jeweilige Sprache im Detail zu beherrschen. Popsongs wie „Ultraleicht“ von Andreas Bourani oder „Nur ein Wort“ von „Wir sind Helden“ sind schließlich multi-universell begreifbar.

Die Saxophonmelodien von Sophia Bömer verstanden sich ebenfalls von selbst. Sie spielte Stücke, die schon um die Welt gingen und auch im Hunte-Flecken ankamen. Zum Beispiel „The Pink Panther“ von Henry Mancini, „Bei mir bist Du schön“ von Shalom Secunda oder auch „Heut tanzen alle Puppen“ aus der legendären Muppet Show. Das Publikum ging begeistert mit und stellte fest, dass die ausgebildete Clownin auch musikalische und lyrische Talente besitzt. Die Kosmopolitin mit Wurzeln in Barnstorf machte sich Gedanken über Massentierhaltung und Fleischkonsum, Flüchtlingsdramen und den roten Faden im Leben. Handybilder und Blitzgewitter entstanden bei den albanischen Volksliedern von Gazmir Lulja und seinem Sohn Gerald, der den Gesang auf der Geige begleitete. Ihre Landsleute im Publikum kannten die Volksweisen, konnten mitsingen und sich über ein Stück ihrer Kultur freuen. Die Einheimischen mussten in diesem Moment erkennen, dass sie nicht alles verstehen. Aber sie genossen solidarisch, was über Musik und Rhythmus ankam.

Die Band „Omas ganzer Stolz“ aus Drebber machte deutlich, dass sie mit ihrem „Funpunk aus dem Flachland“ auch Botschaften senden kann, die in der aktuellen Flüchtlingspolitik von Bedeutung sind. „We hate Nazis“, erklärte das Trio, bestehend aus Max Scheer, Luka Spahr und Paul Sander, und kündigte auf Englisch an: „Our next song is full of bad words against Nazis!“. Die Message wurde schnell deutlich. Der Song „Partytime“ kam dagegen punkig und voller Spaß daher.

Mal gute Laune, mal Worte zum Nachdenken: Wie die Veranstaltung, so bunt gemischt war auch der Imbiss in der Pause: „Da hat jeder einfach was mitgebracht, für auf die Hand“, freuten sich die Organisatoren. Die freiwilligen Spenden des Abends sollten in Sprachkurse für Flüchtlinge investiert werden. Ideelle Spenden dagegen waren die große Empathie und die Bereitschaft der Besucher, einander mit seinen kulturellen Wurzeln zu verstehen und voneinander zu profitieren.

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