Information über Finanzierung

Positive Signale aus Berlin für Vertreter der Krebsberatungsstelle

Trafen sich zum Fachgespräch im Bundesgesundheitsministerium in Berlin (v.l.): Johann Knake, Jennifer Hamade, Sabine Weiß und Axel Knoerig. Foto: Büro Knoerig
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Trafen sich zum Fachgespräch im Bundesgesundheitsministerium in Berlin (v.l.): Johann Knake, Jennifer Hamade, Sabine Weiß und Axel Knoerig.

Barnstorf - Von Thomas Speckmann. In der Krebsberatungsstelle in Barnstorf gibt es immer noch einige Fragezeichen, ob und wie der Erhalt auf Dauer gewährleistet werden kann. Aber die Signale aus der Politik machen Hoffnung. Bei einem Gespräch in Berlin haben Vertreter der Einrichtung jetzt nähere Informationen erhalten, wie die ambulanten psychosozialen Krebsberatungsstellen in Deutschland in eine Regelfinanzierung überführt werden können.

Auf Einladung des heimischen Bundestagsabgeordneten Axel Knoerig (CDU) waren die Leiterin der Krebsberatungsstelle, Jennifer Hamade, und Johann Knake als Vorsitzender des Trägervereins Igel nach Berlin gereist. Sie kamen im Bundesgesundheitsministerium mit der Parlamentarischen Staatssekretärin Sabine Weiß zu einem Fachgespräch zusammen, wie aus einer Pressemitteilung des Parlamentariers hervor geht.

Wie die Staatssekretärin berichtete, wird derzeit der Gesetzentwurf zur weiteren Finanzierung der Krebsberatungsstellen vorbereitet. Es stehe inzwischen fest, dass es bei der Förderung zu einer Mischfinanzierung von Bund und Ländern kommen werde. „Es sind verschiedene Träger aus Gesundheit und Soziales, wie gesetzliche Krankenversicherung und Rentenversicherung, daran beteiligt“, heißt es in der Mitteilung.

„Alle Beteiligten arbeiten mit Hochdruck daran, dass das neue Gesetz zum Jahresanfang 2020 in Kraft treten kann. Nicht nur für die Patienten, sondern auch für ihre Angehörigen ist diese Beratung sehr wichtig“, unterstrich Knoerig, der sich seit langem für den Erhalt der einzigen Krebsberatungsstelle im Landkreis Diepholz einsetzt und dazu bereits im August 2017 den damaligen Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe nach Barnstorf geholt hatte.

„Wir sind sehr dankbar, dass sich Frau Weiß die Zeit für dieses Gespräch genommen hat. Neben einem fachlichen Austausch konnten wir für uns wichtige Informationen aus dem Gespräch erhalten. So scheint es für eine zukünftige Regelfinanzierung der Wunsch aller zu sein, den bürokratischen Aufwand gering zu halten und den wichtigen niedrigschwelligen Zugang für unsere Einrichtung zu erhalten. Dies soll durch eine einrichtungsbezogene Finanzierung geschaffen werden“, berichtete Hamade auf Anfrage.

Nachdem die Vertreter der Krebsberatungsstelle lange Zeit im Unklaren waren und sich um die Situation der Mitarbeiter und Klienten sorgten, hoffen sie nun auf einen reibungslosen Ablauf innerhalb der Arbeitsgruppe zur Regelfinanzierung, sodass es im Herbst dieses Jahres zu parlamentarischen Gesprächen kommen kann und einem Inkrafttreten des Gesetzes im Jahr 2020 nichts mehr im Wege steht.

Aktuell wird die Einrichtung unter dem Dach der Interessengemeinschaft Gesundes Leben (Igel), übrigens die einzige Krebsberatungsstelle im ländlichen Raum, von der Deutschen Krebshilfe gefördert. Sie übernimmt mit den Personalkosten den Großteil der Ausgaben, während der Landkreis Diepholz die Sachkosten trägt. Nach Angaben des Igel hat das Gesamtbudget im vergangenen Jahr 140 000 Euro betragen.

„Im Jahr 2018 wurden 263 Beratungskontakte mit 93 Ratsuchenden durchgeführt, was für die Krebsberatungsstelle nach der vorübergehenden Schließung 2016 bedeutet, dass wir wieder vermehrt aufgesucht werden“, so Hamade. Die statistische Auswertung legt dar, dass 65 Prozent der Beratungen im Einzelgespräch stattfanden. 75 Prozent der Ratsuchenden sind weiblich, 32 Prozent befinden sich in der Altersspanne von 51 bis 60 Jahren, 34 Prozent wenden sich mit der Diagnose Mammakarzinom an die Einrichtung.

Die Beratungsstelle ist aktuell mit drei beratend tätigen Mitarbeitern und einer Assistenzkraft besetzt. Neben den Beratungsgesprächen gibt es weitere Aktivitäten. Im vergangenen Jahr fanden zwei Gruppenabende unter dem Titel „Meditative Klangreise“ statt. Dabei lag der Schwerpunkt auf der Verarbeitung von Ängsten und dem Erlangen eines Entspannungszustandes. Außerdem wurde in Kooperation mit der örtlichen Selbsthilfekontaktstelle ein Vortrag mit dem Titel „Lebenslust für alle Fälle“ angeboten.

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