20 polnische Jugendliche fahren nach Jugendaustausch zurück von Drebber nach Perzów

Neue Freunde nach gemeinsamer Woche

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Die Jugendlichen aus Perzow und aus Drebber mit Betreuern und allen Beteiligten vor dem Barnstorfer Rathaus. Eine Woche lang dauerte der Jugendaustausch-Besuch der Gäste aus der polnischen Partnergemeinde. Für das Programm zeichnete dieses Mal der TSV Drebber verantwortlich.

Drebber - Von Luka Spahr. Die Traurigkeit war groß, als es am gestrigen Sonntag hieß, Abschied zu nehmen. Knapp eine Woche hatte der Jugendaustausch-Besuch zwischen der Gemeinde Drebber und ihrer polnischen Partnergemeinde Perzów gedauert.

Es war eine Woche voller Programm und Aktionen für die 15 Jugendlichen aus der Samtgemeinde Barnstorf sowie aus Aschen und ihre 20 polnischen Altersgenossen. Die Jugendlichen zwischen zehn und 17 Jahren freundeten sich zum Teil sehr gut an. Umso größer war daher die Trauer, als es gestern bereits um 7.30 Uhr hieß, die lange Heimreise mit dem Bus anzutreten.

Nach der Woche seien nun alle sehr erschöpft und man merke den polnischen Jugendlichen auch an, dass sie froh seien, wieder nach Hause zu kommen, so Betreuerin Silke Husmann gestern Nachmittag resümierend. Es sei außerdem eine „sehr harmonische Woche“ gewesen mit keinen besonderen Zwischenfällen. Beim Abschied stand für Husmann fest: „Das ist der Moment, wo man auch merkt, dass sie ein wenig zusammengewachsen sind“.

Bereits seit 18 Jahren existiert nun der deutsch-polnische Austausch in der Samtgemeinde. 1997 fiel der Startschuss für den Erwachsenenaustausch, drei Jahre später zogen die Jugendlichen nach. Im abwechselnden Rhythmus finden seitdem Austauschbesuche zwischen den beiden Partnergemeinden Drebber und Perzów statt.

Dieses Jahr zeichnete der TSV Drebber für die Programmgestaltung verantwortlich. Neben dem Vorsitzenden Dieter Lindenberg und Silke Husmann betreuten die Jugendlichen außerdem Nicole Maschmeyer und Nicole Steinhöfel. Die polnische Delegation brachte drei Organisatoren und eine Dolmetscherin mit.

Gestern konnten die Jugendlichen auf eine ereignisreiche Woche zurückblicken. Die ersten vier Tage verbrachte die Gruppe im Nordseebad Otterndorf. Dort standen neben einer Wattwanderung und abendlichem Stockbrot-Grillen auch viele weitere Programmpunkte auf der Agenda. Ein besonderes Highlight stellten auch ein kurzer Abstecher in die Hansestadt Hamburg und ein Besuch der fußballbegeisterten Teilnehmer im Werder-Shop in Bremen dar.

Anschließend fuhren die Jugendlichen mit dem Bus Richtung Drebber. Auch hier gab es ein facettenreich gestaltetes Programm.

Nach dem täglichen Treff morgens in der Drebberaner Schule ging es für die etwa 40köpfige Gruppe mit Gästen und Gastgebern auf zu den unterschiedlichen Programmpunkten. Hierbei standen unter anderem eine Rallye durch Drebber am Freitag, Fußballgolf in Schmolte und ein Besuch der Cornauer Fischteiche an.

Einen besonderen Programmpunkt gab es am Freitagmorgen für die Jugendlichen aus Drebber, Barnstorf, Aschen und Perzów: Samtgemeinde-Bürgermeister Jürgen Lübbers empfing sie sowie alle Betreuer und Beteiligten im Barnstorfer Rathaus.

In internationalem Flair, das durch die Synchronübersetzung auf Polnisch erzeugt wurde, zeigte Lübbers vorerst ein kurzes Video, das den Jugendlichen, in polnischer und deutscher Sprache die Samtgemeinde näher bringen sollte. Der Fokus lag hierbei auf den Bereichen Wirtschaft, Bildung, Verwaltung, Kultur und Freizeit. Es wurden Einrichtungen wie das Diepholzer Gymnasium Graf-Friedrich-Schule, das Barnstorfer Mehrgenerationenhaus IGEL oder auch Events wie der Drebberlauf vorgestellt.

Bei den Dankesworten hoben Lübbers und die Organisatoren hierbei die Rolle der Firma Wintershall hervor. Diese unterstützt bereits seit vielen Jahren den Jugendaustausch.

Auch das Engagement des TSV Drebber wurde gewürdigt. Vorsitzender Dieter Lindenberg ist bereits seit vielen Jahren Helfer bei dem Austauschprojekt. Zehn Jahre lang, so Lübbers, habe er mit seiner Frau die polnisch-deutschen Gruppen begleitet.

Einer dieser Unterstützer ist auch der Stellvertreter von Jürgen Lübbers, Detlef Moss. Er betreut den Austausch seitens der Samtgemeinde. Auch der Erwachsenen-Austausch fällt in seinen Aufgabenbereich. Hier sei es jedoch schwieriger, da es deutlich weniger Teilnehmer gäbe, sagte Moss. Beim letzten Austausch Ende Juni diesen Jahres seien es nur zehn Teilnehmer gewesen.

Nach dem Besuch im Rathaus und dem Kennenlernen der Verantwortlichen vor Ort ging es für die Jugendliche schnell zurück in den Bus für das weitere Tagesprogramm.

Nach einem ereignisreichen Tag in Drebber und Cornau fuhren die polnischen Jugendlichen erstmalig auch in Gastfamilien vor Ort. Ein Großteil von ihnen zog hierbei auch bei den Familien der teilnehmenden deutschen Kinder ein. So erzählten Moritz Koester und Luca Lamping aus Aschen stolz, dass auch sie polnische Gäste bei sich aufgenommen hätten.

Verständigungsprobleme aufgrund der unterschiedlichen Sprachen zwischen den Jugendlichen gab es praktisch nicht. Die Veranstalter erlaubten ausdrücklich den Gebrauch von Smartphones während des Austauschs. Es helfe den Kindern sehr, wenn sie im Gespräch schnell die Übersetzung eines unbekannten Wortes im Internet nachschauen können, erklärte Betreuerin Silke Husmann.

Lena Marie Müller aus Mariendrebber machte hiervon auch gleich Gebrauch. Auch soziale Netzwerke wie Facebook würden eine immer größere Rolle spielen. Neu geschlossene Freundschaften könnten schnell auch in der digitalen Welt verfestigt werden, so Silke Husmann.

Die Unterbringung in Gastfamilien sei nun „für alle etwas Neues“ und bringe die Kinder damit auch noch enger zusammen als in den vorigen Jahren.

Wie eng die Bindung unter den Jugendlichen und die Liebe zu dem Austauschprogramm an sich werden kann, zeigt sich, wenn man mit der Betreuerin Nicole Steinhöfel spricht. Die heute 21-jährige machte mit gerade neun Jahren das erste Mal beim Jugenaustausch mit. Ein paar Jahre später nahm sie an einem Jugendleiter-Kursus (Juleica) teil und erwarb somit eine zusätzliche Qualifikation als Betreuerin. Seit sechs Jahren ist sie nun als Helferin dabei und fährt so auch regelmäßig mit deutschen Jugendlichen nach Polen. Wer nun auch Interesse an einem Job als Helfer beim Jugendaustausch hat, der kann sich gerne bei Dieter Lindenberg vom TSV Drebber melden.

Am Samstagabend stand vor der Abreise noch ein „Bunter Abend“ an. Hierbei konnten die Jugendlichen selbst das Programm mit kurzen Sketchen oder Songs gestalten. Bei schönem Wetter und italienischem Buffet waren hierzu auch die Eltern aus den Gastfamilien eingeladen. Besonders schön wurde es schließlich auch beim Austausch der Gastgeschenke an dem Abend. Um 21 Uhr mussten jedoch die Segel bereits gestrichen werden, da am nächsten Morgen sehr früh die Heimreise anstand.

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