HAUSGESCHICHTE(N) Im Holzkrug war der „Dicke Gustav“ ein gefragter Gesprächspartner

Polizisten gehörten zu den Stammgästen

Mit dieser Anzeige warb der Kreuzkrug für einen Auftritt der „Saxiona-Sänger“ aus Leipzig.
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Mit dieser Anzeige warb der Kreuzkrug für einen Auftritt der „Saxiona-Sänger“ aus Leipzig.

Drentwede – Dieses Haus „mit Geschichte(n)“ ist sicherlich Vielen vom Vorbeifahren bekannt. Das Gebäude Holzkrug 2 in Drentwede liegt direkt an der „Hauptkreuzung“ in Drentwede mit den Abfahrten nach Heiligenloh und Scharrel.

Bei ihrer Recherche zum 2019 erschienenen Buch über die Gaststättengeschichte im Landkreis Diepholz hat Barnstorfs Samtgemeindearchivarin Renate Kunstmann in Zusammenarbeit mit der Archivgruppe Drentwede einige Informationen über das Haus zusammengetragen:

„Erstmals erwähnt wurde der Holzkrug um 1690. Im Jahre 1861 vermachte die Witwe Uhlhorn die Stelle an ihre Nichte Sophie, die sich mit dem Hof- und Mühlenbesitzer Laue in Nienstedt verheiratete. Sie vererbten den Besitz in Drentwede im Jahre 1908 an ihre Tochter Dorothee, verheiratet mit Friedrich Schröder aus Cantrup. In der Erinnerung sind sie unter „Mutti“ und „Vati“ vom Holzkrug bekannt. Die Eheleute zogen nach Drentwede, ihre Kinder Gertrud (verh. Bultmann), Irene und Friedrich wuchsen hier auf.

Doch zuvor, am 25. August 1883, war Schlimmes geschehen. Ein Feuer hatte den ganzen Gebäudekomplex vernichtet. Nach dem Großbrand erfolgte zunächst ein einfacher Wiederaufbau.

Doch schon Anfang des 20. Jahrhunderts wurde der große Saal mit Bühne gebaut. Eine Kegelbahn aus einfachen Bohlen in der westlichen Saalhälfte zeigte sich bald als Anziehungspunkt für Gäste aus der näheren und weiteren Umgebung.

Darauf folgte der nächste große Bauabschnitt mit Gaststube, Clubzimmern und Küche im Jahre 1913. Das noch heute vorhandene ansprechende Äußere mit Fachwerkteilen, Rundbogenfenstern und Eckeingang lud Gäste aus nah und fern ein. Der Holzkrug mit dem gepflegten Sommergarten und seinen mit Buchsbaum eingefassten Wegen wurde bald ein beliebtes Ausflugsziel.

Der Reitverein und der Radfahrerverein hielten im Gasthaus ihre Versammlungen ab. Die jährlichen Reiterbälle folgten, und der Schützenverein lud hierher, jeweils im Februar, zu seiner Winterfestlichkeit ein.

Im Jahre 1933 wurde die Gaststätte von der Witwe Schröder verpachtet. Lina und Gustav Stellmacher hießen die neuen Wirtsleute. Bis 1968 blieben sie Drentwede treu, und sie wurden für ihre Gastlichkeit allseits geschätzt. Unter Lina Stellmachers Regie entwickelte sich nach dem Krieg die bekannt gute Küche. Und alsbald sprach sich dies auch unter den LKW-Fahrern herum und es wurde ein hochfrequentiertes Fernfahrerlokal. Ähnlich war es mit den motorisierten Verkehrspolizisten aus Nienburg. Auch sie gehörten zu den Stammgästen. Gustav Stellmacher, der „Dicke Gustav“ war bei deren Einkehr zur Frühstückszeit ein gefragter Gesprächspartner.

Von 1968 bis 1971 wechselten die Pächter mehrmals. Danach erwarb Sattlermeister Willy Koch das Anwesen und eröffnete darin das auch heute noch existierende Möbelgeschäft „Möbel Koch“.

Im Holzkrug ist nun bereits seit vielen Jahren ein Möbelgeschäft untergebracht (hier eine Aufnahme aus dem Jahr 2019).
Das noch heute vorhandene ansprechende Äußere lud Gäste aus nah und fern ins Gasthaus Holzkrug ein. Er wurde zum beliebten Ausflugsziel.

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