Familien- und Bildungszentrum Eydelstedt soll im Sommer 2020 eröffnen

Planung in trockenen Tüchern

Das Investitionsvolumen für die umfangreiche Baumaßnahme in Eydelstedt beläuft sich auf rund 3,5 Millionen Euro. Entwurf: Keese Ingenieure & Planer

Eydelstedt - Von Thomas Speckmann. Vor etwa drei Monaten kamen sich die Mitarbeiter und Kinder von Grundschule und Kindertagesstätte schon ganz nahe. Aufgrund des Brandes einer benachbarten Kartoffelhalle musste die Einrichtung in Dörpel vorübergehend geschlossen und der Betrieb nach Eydelstedt verlagert werden. Damals waren die räumlichen Verhältnisse für das Miteinander noch etwas beengt. Deutlich mehr Platz dürften alle Beteiligten haben, wenn die offizielle Zusammenlegung erfolgt. Im Spätsommer 2020 soll das Familien- und Bildungszentrum Eydelstedt seine Pforten öffnen.

Eigentlich hätte der Spatenstich schon längst erfolgen sollen, doch die Bauarbeiten auf dem Gelände an der Grundschule Eydelstedt lassen auf sich warten. Hinter den Kulissen hat es einige Hürden für das millionenschwere Vorhaben gegeben. Dass sich die Vorbereitungen seit dem offiziellen Ratsbeschluss im Dezember 2017 derart in die Länge ziehen, hängt vor allem mit dem rechtlich vorgeschriebenen Vergabeverfahren zusammen.

„Die europaweite Ausschreibung der Planungsleistungen hat zu einer Zeitverzögerung von knapp einem Jahr geführt“, erklärt Samtgemeindebürgermeister Jürgen Lübbers auf Anfrage. Die Unterlagen sind durch ein externes Büro erarbeitet worden, die Bekanntmachung der Ausschreibung im vergangenen Sommer erfolgt. Nun ist die Planung in trockenen Tüchern. Den Zuschlag hat das Ingenieurbüro Keese aus Wagenfeld erhalten, das mit dem Mehrgenerationenhaus in Barnstorf schon einmal ein großes Bauvorhaben in der Samtgemeinde Barnstorf begleitet hat.

Planer Oliver Keese hatte vor zwei Jahren einen ersten Entwurf inklusive grober Kostenschätzung für das Projekt in Eydelstedt erarbeitet. Darauf konnten die Beteiligten nun aufbauen. Nach der Auftragsvergabe Anfang April wurden Gespräche mit Vertretern von Grundschule und Kindertagesstätte geführt, um die Bedürfnisse und Wünsche der jeweiligen Einrichtungen zu berücksichtigen. Auch Eydelstedts Bürgermeister Friedrich Bokelmann als Sprecher für weitere Nutzergruppen nahm an den Gesprächen teil.

Aus den vorgetragenen Wünschen hat das Büro einen Planungsentwurf mit überarbeitetem Kostenrahmen entwickelt. Dieser sei in der nicht-öffentlichen Sitzung des Samtgemeindeausschusses am Mittwoch vorgestellt worden, berichtet Lübbers. Es habe im Ausschuss keine Bedenken gegeben. In der neuen Vorlage seien alle gesetzlichen Anforderungen, etwa Größe und Bedarf an Räumen oder Art und Anzahl der sanitären Anlagen, berücksichtigt worden.

Die Kosten für das Bauvorhaben waren ursprünglich auf knapp drei Millionen Euro geschätzt worden. Inzwischen beläuft sich das Investitionsvolumen auf 3,4 bis 3,5 Millionen Euro, berichtet Lübbers. Hintergrund seien allgemeine Preissteigerungen im Baugewerbe. Außerdem beruhe die Kalkulation jetzt auf einer konkreten Planung. Die Finanzierung lastet, wie vom Samtgemeinderat beschlossen, auf mehreren Schultern.

Im Rahmen des landesweiten Förderprogramms „Kleinere Städte und Gemeinden“ kann die Kommune auf erhebliche Zuschüsse bauen. In der vergangenen Woche hat der heimische Landtagsabgeordnete Marcel Scharrelmann mitgeteilt, dass das Familien- und Bildungszentrum Eydelstedt einen weiteren Zuschuss von 628 000 Euro erhält. Mit der jetzt angekündigten Summe liegt die Gesamtförderung für das wegweisende Projekt bei 1,428 Millionen Euro.

Für den Krippenbau fließen weitere Mittel aus einem anderen Fördertopf des Landes Niedersachsen in Höhe von 180 000 Euro. Auch die Gemeinde Eydelstedt beteiligt sich an dem Vorhaben. Sie hat bereits einen Zuschuss in Höhe von 650 000 Euro zugesichert. Dadurch reduziert sich der Anteil der Samtgemeinde Barnstorf als Träger von Schule und Kindertagesstätte. Sie werde rund eine Million Euro aufbringen müssen, so Lübbers.

Die Verwaltung will in den nächsten Wochen den Bauantrag und die Ausschreibungsunterlagen für die einzelnen Gewerke vorbereiten. Ziel ist es, möglichst zeitnah mit den Bauarbeiten zu beginnen. Die Kommune steht hier unter Zugzwang, denn der Bedarf an Krippenplätzen ist groß. Die Nachfrage in der Samtgemeinde Barnstorf ist steigend.

„Vorgesehen ist, dass zumindest die Kinderkrippe im Sommer 2020 fertiggestellt wird“, sagt Lübbers. Das könnte aufgrund der bisherigen Verzögerung aber schwierig werden. Sofern die Plätze für die Kleinkinder zu Beginn des neuen Betreuungsjahres am 1. August noch nicht zur Verfügung stünden, müsse die Verwaltung eine Alternative für die Übergangsphase finden.

Der komplette Neubau soll im Spätsommer 2020 fertig sein. Im direkten Anschluss sind dann einige bauliche Maßnahmen in der der Schule selbst vorgesehen. Hier geht es unter anderem um die Barrierefreiheit. Die Arbeit würden im laufenden Betrieb stattfinden, so Lübbers. Die offizielle Einweihung könnte Ende des Jahres über die Bühne gehen.

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