Bedenken der Anlieger erhört

B-Plan „Kurzer Weg“: Änderung vertagt

Anlieger äußern Bedenken: Zwischen der Firma Irmler an der Hauptstraße und der Moorstraße in Drebber soll laut Bebauungsplansentwurf ein Mischgebiet entstehen.  
Foto: Haab
+
Anlieger äußern Bedenken: Zwischen der Firma Irmler an der Hauptstraße und der Moorstraße in Drebber soll laut Bebauungsplansentwurf ein Mischgebiet entstehen. Foto: Haab
  • Edgar Haab
    vonEdgar Haab
    schließen

Drebber – Die Ratsmitglieder in Drebber erhörten bei der jüngsten Ratssitzung die Bedenken der Anlieger und stimmten gegen einen frühzeitigen Beschluss. Die Entscheidung zur von der Samtgemeindeverwaltung zum Bebauungsplan Nummer fünf „Kurzer Weg“ angestrebten Änderung ist vertagt.

Bereits im ersten Teil der Anwohnerfragestunde zu Beginn der Ratssitzung äußerte eine Anliegerin Bedenken.

„Die Geräuschkulisse durch die ansässige Firma Irmler ist schon jetzt extrem. Wir fragen uns wirklich, wie sich das entwickelt, wenn die Firma mehr Platz zur Verfügung gestellt bekommt und sie vermutlich noch eine große Halle dort hinbauen wird. Wir wollen dem Vorhaben nicht im Weg stehen, es muss aber gerecht verlaufen und wir wollen Sicherheit.“

Samtgemeindebürgermeister Jürgen Lübbers versuchte, die Bedenken abzudämpfen: „Die Fläche, die der Firma zur Verfügung steht, ist aktuell bereits nahezu maximal versiegelt. Der geplante Ausbau kann somit nicht all zu groß werden“.

Lübbers verlas die Anregungen, die verschiedene Institutionen bezüglich des Bebauungsvorhabens geäußert hatten. Ein Beteiligungsverfahren sei durchgeführt worden und alle Anregungen aufgenommen. Ins Stocken geriet der Samtgemeindebürgermeister allerdings, als er die Begründung des Einwandes eines Anliegers verlas. Eine Ausweitung des Betriebsgeländes der ortsansässigen Firma Irmler könne es nur geben, wenn das Gebiet als Mischgebiet ausgewiesen werde.

Der Samtgemeindebürgermeister begründete dieses Vorhaben mit der dadurch gegeben Möglichkeit zur Weiterentwicklung. „Das Unternehmen hat seine hohen Belange in Anlehnung an die Anlieger bereits angepasst und geändert. Großartige Erweiterungen sind nicht möglich.“

Der Sprecher der Wählergemeinschaft Drebber (WGD), Stefan Flemer-Rensmeyer, zeigte sich nicht überzeugt von den Argumenten Lübbers: „Die vorherige Absprache klang in meinen Ohren anders. Die erbrachten Begründungen klingen zu ungenau, in erster Linie für die Anlieger“.

Ratsherr Björn Drebbermüller (CDU) unterstützte die Argumentation seines Ratskollegen: „Die Baugrenzen sollten nicht direkt am Wohngebiet liegen. Ein Mischgebiet gestaltet sich für mich schwierig, da in diesem Gebiet ausschließlich wirtschaftliche Nutzung zu finden ist.“ Außerdem sei im Bebauungsplan keine maximale Firsthöhe vorzufinden. Nur die Maximallänge für Gebäude betrage 50 Meter. Dies würde der Firma Irmler, oder auch einer anderen Firma, die sich auf der Fläche an der Hauptstraße in Drebber in Zukunft niederlassen könnte, erhebliche Freiräume beim Bau einer großen Halle zusichern. Aus diesem Grund könne man dem Satzungsbeschluss nicht zustimmen, so Drebbermüller.

Friedrich Iven, Bürgermeister der Gemeinde Drebber, zeigte sich ebenfalls nicht überzeugt: „Solange wir zu dem Rechtsstand nichts Konkretes vorliegen haben, werde ich einen Teufel tun, dem Vorhaben zuzustimmen.“

„Die Kosten für einen Planer wurden sonst immer als zu hoch dargestellt. Ich sehe es in diesen Belangen allerdings als sinnvoll an, dass der Planer uns die Richtlinien vorstellt, sodass Unsicherheiten möglichst vermieden werden, forderte Ratsherr Henning Hagedorn während der Beratung.

Samtgemeindebürgermeister Jürgen Lübbers ruderte zurück und stimmte den Ratskollegen zu. Einen Planer zu beteiligen empfinde er ebenfalls als sinnig. Dieser werde zur nächsten Ratssitzung eingeladen, um die Rechtsgrundlagen detailliert darzustellen. Einstimmig wurde der Ordnungspunkt zurückgestellt und somit vertagt.

Dankbarkeit äußerte im zweiten Teil der Einwohnerfragestunde die Anliegerin, die ihre Bedenken zu Beginn der Ratssitzung geäußert hatte.

Vor der hitzigen Diskussion zum Bebauungsplan „Kurzer Weg“, wurde der Bebauungsplan Nummer neun „Zum Bauerbruch“ einstimmig beschlossen. Anregungen vonseiten der Institutionen seien ohne große Bedeutung geblieben. Einzige Anregung kam von Björn Drebbermüller: eine Formalie müsse in der Legende der Planzeichnung ergänzt werden.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Blumenkohl liefert Aroma mit Köpfchen

Blumenkohl liefert Aroma mit Köpfchen

Erst das Game, dann die Hardware: Gibt es die VR-Killer-App?

Erst das Game, dann die Hardware: Gibt es die VR-Killer-App?

Das magische Farbspiel des Staudenphlox

Das magische Farbspiel des Staudenphlox

Keltische Traditionen und malerische Schönheit

Keltische Traditionen und malerische Schönheit

Meistgelesene Artikel

Langjährig Unternehmer und Bürgermeister

Langjährig Unternehmer und Bürgermeister

Neuer Mut beim Malen

Neuer Mut beim Malen

Hausbesuche für Hunde: Tanja Riebold arbeitet als mobile Hundefriseurin

Hausbesuche für Hunde: Tanja Riebold arbeitet als mobile Hundefriseurin

„Meine schwerste Entscheidung“

„Meine schwerste Entscheidung“

Kommentare