„Barnstorfer Speeldeel“ wird 25 Jahre

Mit Pistole, Dessous und ganz viel Herz

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Feuriger Liebhaber: Ferdinant von Hohenwestedt (Hansi Varnhorn) lässt all seinen zweifellos vorhandenen Charme spielen, um Frieda (Manuela Mattfeld) zu umgarnen – hier noch bei den Proben zu „Nich blots Geld liggt up de Straat“.

Barnstorf - Im vergangenen Jahr war irgendwie „der Wurm drin“, bei der „Barnstorfer Speeldeel“. Da einer der Hauptdarsteller länger ausfiel, mussten die geplanten Auftritte schweren Herzens abgesagt werden.

Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben, die „Speeldeeler“ sind wieder alle an Bord und nehmen in diesem Jahr einen neuen Anlauf. Am 14. Oktober ist bei „Schröders“ Premiere für das plattdeutsche Lustspiel „Nich blots Geld liggt up de Straat“ von Inka Hahn und Frank Knittermeier. Die Proben laufen auf Hochtouren.

Dabei kommt der Spaß nicht zu kurz; es wird viel gelacht auf und vor der Bühne – „Schießen“ auf Plattdeutsch falsch ausgesprochen kann eben doch mal „in die Hose“ gehen. Und wenn mal so gar nichts vorangehen will an einem Abend, dann muss auch schon mal ein Eis als Nervennahrung weiterhelfen, verrät Akteur Thomas Brüggemann.

So allmählich verfestigen sich die Texte, die Textbücher verschwinden immer öfter in der Schublade. Und wenn der Redefluss doch mal ins Stocken kommt, hilft Angelika Rapaic im „Quasselkasten“ weiter.

25 Jahre Speeldeel – das ist ein Grund, nicht nur auf der Bühne zu feiern. Vor der Premierenvorstellung am 14. Oktober um 19 Uhr geben die Speeldeeler einen kleinen Empfang ab 18 Uhr. „Nach der Vorstellung würden wir uns freuen, wenn Sie noch ein bisschen bleiben uns mit uns den Abend gemütlich ausklingen lassen.“ Vermutlich wird dabei auch die eine oder andere Anekdote aus einer Vierteljahrhundert Speeldeel zum besten geben.

Die „Barnstorfer Speeldeel“ wird 25 – und sie sind seit Beginn dabei: Ralf Brüggemann, Kerstin Katzemich, Thomas Brüggemann und Kurt Wördemann.

Auch in ihrem Flyer zum aktuellen Stück blicken die Laienspieler nochmal bildlich zurück auf 25 Jahre Theater.

Man sieht turbulente Szenen mit blutüberströmte Darstellern, ausgefallene Strickmützenmode, Boxkämpfe auf der Bühne, eindeutig zweideutige Szenen und jede Menge schrille Kostüme.

Das erste Stück hieß „Dat Spöökhus“ und hatte am 3. Oktober 1992 Premiere. Das Team bestand aus Helga Sterzig, Wilhelm Brüggemann, Ralf Brüggemann, Kurt Wördemann, Thomas Brüggemann, Sandra Brüggemann-Schulz, Katrin Helmerking, Günter Plate und Kerstin Katzemich. Und der Leser erfährt, dass die ersten Plakate noch mit der Hand gemalt und geschrieben wurden.

In „Nich blots Geld liggt up de Straat“ sind Turbulenzen programmiert. Die Handlung: Traute und Holger Fischer (Katharina Wilms und Kurt Wördemann), ein Ehepaar in den besten Jahren, führen ein geruhsames Leben mit einem alltäglichen Nebeneinander. Das wird allerdings gehörig durcheinandergewirbelt, als Frieda (Manuela Mattfeld), Trautes Mutter, auftaucht – eine mit allen Wassern gewaschene ältere Dame, die mitten im Leben steht und den beiden verkündet, sie werde bei ihnen einziehen.

Der Albtraum beginnt, denn dazu tauchen auch noch andere Gestalten auf, die das beschauliche Leben von Traute und Holger durcheinanderbringen: Ein feuriger, adliger Liebhaber (Hansi Varnhorn), ein junger Rocker (Sascha Wilms) ein überaus „tolerantes“ Ehepaar (Doris Egelriede und Thomas Brüggemann) sowie ein durch und durch seriöser Kriminalbeamter (Ralf Brüggemann). Dessous, Bademäntel, eine Gitarre, eine Pistole, die Kopie eines Lottoscheines, jede Menge Whisky und ein ominöser Koffer sorgen für mächtig Verwirrung.

Und dann gibt es da noch drei Millionen Euro, die Frieda mit sich rumschleppt, aber sind das wirklich ihre?

Nicht auf der Bühne, aber genauso wichtig bei Aufbau, Bühnenbild Kostümen und Maske: Udo Mattfeld, Monika Bagge, Stefan Burrichter, Sabine Schoster, Birgit Varnhorn und Kevin Varnhorn.

Nach der Premiere am 14. Oktober hat die Speeldeel noch drei Spieltermine im Programm, diesmal allerdings nicht bei Kolshorn, wie in den anderen Jahren, sondern ausschließlich bei „Schröders“.

Hier sind die weiteren Termine: 

Sonntag, 15. Oktober, 16 Uhr (ab 15 Uhr Kaffeetafel); Sonntag, 22. Oktober, 16 Uhr (ab 15 Uhr Kaffeetafel) und Samstag, 28. Oktober, 19 Uhr.

Der Kartenvorverkauf läuft, Tickets gibt’s für sieben Euro bei „Schröders“ (Tel. 05442/2827) und bei der Buchhandlung Seitenwind (Tel. 05442/991337). sr

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