Schützenverein Barnstorf feiert alte und neue Regenten

Pionier legt Hände in Schoß

Kanzler Dirk Hinrichs (l.) präsentierte am Sonntagabend den neuen Hofstaat des Schützenvereins Barnstorf. Zur Freude des Vorstands konnten in diesem Jahr wieder alle drei Königsthrone besetzt werden. - Fotos: Speckmann

Barnstorf - Von Thomas Speckmann. Die Pioniere sind aus dem Barnstorfer Schützenwesen nicht wegzudenken. Sie sind ein Aushängeschild des Vereins, setzen sich bei Ausmärschen stets an die Spitze und krempeln die Ärmel hoch, wenn Hindernisse den Weg versperren. Nun hat es einer der Männer mit den auffallend langen Bärten und hohen Mützen auf den Königsthron geschafft. Helmut Holthus wird mit seiner Frau Elke ein Jahr lang das Schützenvolk regieren und darf nun Kraft seines Amtes die Hände in den Schoß legen.

Helmut Holthus war die Ruhe in Person, als er Sonntag zur Proklamation schritt und seine Insignien in Empfang nahm. Wenige Stunden zuvor hatte er noch in der Schützenhalle gesessen und sein Glück im Knobeln versucht – nur mit mäßigem Erfolg. Wesentlich besser lief es auf dem Schießstand, wo er die Rückendeckung der Pioniere spürte. „Ich habe vorher mit ihnen gesprochen. Sie haben mir ihre Unterstützung zugesagt“, berichtete der Königsanwärter. Sein Entschluss stand fest: „Ok, dann machen wir das.“

Amüsante Show im Festzelt: Die Schützendamen verwöhnten stellvertretenden Vorsitzenden Mathias Wolf mit einer Massage.

Die frohe Kunde sprach sich in Windeseile auf dem Schützenfest herum und gelangte per Smartphone sogar bis Bremen, wo Präsident Jörg Schwenker das Krankenbett hüten muss. „Melde Vollzug“, schrieb Stellvertreter Mathias Wolf. Die Nachricht dürfte den Präsidenten mindestens genauso gefreut haben, wie seine Vereinsfreunde daheim und nicht zuletzt Kanzler Dirk Hinrichs, der mit Blick auf die neuen Regenten bei Erwachsenen, Jugend und Kindern feststellte: „Alle Königshäuser besetzt, so wie sich das gehört.“ In seiner Proklamationsrede auf dem Krönungshügel würdigte Hinrichs noch einmal das Engagement von Schützenkönigin Renate Bredhorst und ihrem Mann Jürgen. Dabei gab es eine ironische Anspielung auf den Teilzeitjob des Prinzgemahls, der seit einiger Zeit den ruhenden Verkehr in Barnstorf überwacht und mit den Knöllchen die Gemeindekasse aufbessert. „Mein Tipp wäre, mit den erwirtschafteten Talern den Beginn der doch immer notwendiger werdenden Umgehungsstraße durchzusetzen“, sagte der Kanzler.

Anerkennende Worte gab es für Jugendkönig Christopher Heßlau: „Du bist eine Bereicherung für die Barnstorfer Jungschützen.“ Heßlau rückte wieder ins zweite Glied, machte Platz für Steffen Nolting, der mit Prinzessin Larissa Plate regieren wird. Bei den Kindern gab Tim Vogelsang die Kette an Max Schmidt weiter, der bereits im vergangenen Jahr um die Königswürde gerungen hatte. Nun war für den „Vize“ die Zeit gekommen, um mit seiner Prinzessin Jolina Kruber den Thron zu besteigen.

Hinrichs sparte nicht mit Komplimenten und bezog darin auch seinen Vorstandskollegen Mathias Wolf ein: „Du hast unseren Präsidenten würdig vertreten.“ Diese Auffassung vertrat auch die versammelte Schützenschar und spendete kräftig Beifall. Die Schützendamen hatten sich vorher schon auf besondere Weise erkenntlich gezeigt. Sie nahmen einen Massagewunsch für bare Münze, baten Wolf auf eine Holzbank und kneteten ihn von Kopf bis Fuß durch. Urteil des „Glückspilzes“: „Man, war das schön.“

Für Wolf ein Grund mehr, mit dem Verlauf des Schützenfestes zufrieden zu sein. Dazu hatten nicht nur die Stimmung in den eigenen Reihen beigetragen, sondern auch Abordnungen der Nachbarvereine Drentwede, Dreeke und Düste-Rechtern. Sogar einige Schützen aus Aschen waren am Sonntag erschienen, um ihre freundschaftliche Verbundenheit mit dem scheidenden Königspaar zu unterstreichen.

Als Bereicherung erwies sich das klingende Spiel des Fanfarenzugs Wildeshausen, der unter Leitung von Kevin Klauke aus Barnstorf steht und sich nach dem Umzug zu einem Platzkonzert hinreißen ließ. Damit bot sich dem von Personalnot gebeutelten Spielmannszug Barnstorf eine kurze Verschnaufpause. Die Truppe von Tambourmajor Sven Wuttke zeigte sich aber willens, über das 60-jährige Bestehen hinaus aktiv zu bleiben. Schließlich sind die Spielleute ein ebenso fester Bestandteil des Schützenvereins wie die „königlichen“ Pioniere.

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