Herausforderungen für Notfallsanitäter

Patientin bedankt sich bei Mitarbeitern der Rettungswache Drentwede

Über Tee, Kaffee und einen Obstkorb als Dankeschön für ihren Einsatz freuen sich Notfallsanitäter Nicolas Mey (links) und Leiter der Rettungswache Drentwede Nicolas Fricke.
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Über Tee, Kaffee und einen Obstkorb als Dankeschön für ihren Einsatz freuen sich Notfallsanitäter Nicolas Mey (links) und Leiter der Rettungswache Drentwede Nicolas Fricke.

Barnstorf/Drentwede – Mit akuter Luftnot hatte eine 69-jährige Barnstorferin vor vier Wochen zu kämpfen. Die Notfallsanitäter der vom Rettungsdienst Landkreis Diepholz GmbH organisierten Rettungswache in Drentwede waren nach dem Notruf innerhalb weniger Minuten vor Ort und kümmerten sich um die alleinstehende Frau. Zum Dank und um auf die Herausforderungen der Notfallsanitäter aufmerksam zu machen, besuchte sie nun die örtliche Rettungswache.

Die 69-jährige Barnstorferin, die aus privaten Gründen namentlich nicht genannt werden will, beschrieb die Arbeit der örtlichen Sanitäter, während sie „Todesangst“ gehabt habe, als schnell, professionell und beruhigend. Während ihres anschließenden Krankenhausaufenthalts habe sie über die Arbeit der Rettungssanitäter nachgedacht und bedankte sich nun bei den Mitarbeitern der Rettungswache mit Kaffee, Tee und einem Obstkorb.

Für die Aufmerksamkeit bedankte sich stellvertretende für alle Mitarbeiter Nicolas Fricke, Leiter der Rettungswache der Rettungsdienst Landkreises Diepholz GmbH in Drentwede. Der 38-Jährige beschreibt die Herausforderungen durch die Corona-Pandemie für die Notfallsanitäter: „Wir müssen noch mehr auf den Eigenschutz achten und immer im Hinterkopf haben, dass der Patient potenziell mit dem Coronavirus angesteckt sein könnte. Wir müssen die Augen offen halten, denn durch Fehleinschätzungen könnten wir bei der Anmeldung der Patienten im Krankenhaus andere gefährden“.

Es sei wichtig, auf Verdachtsfälle zu reagieren und die Krankenhäuser frühzeitig vorzubereiten. Das Equipment und die Fahrzeuge müssten zusätzlich desinfiziert werden.

Einige Patienten würden in den Akutsituationen nicht an das Tragen einer Maske denken, wobei die Sanitäter aushelfen. Auch das Fiebermessen sei zur Untersuchungsroutine geworden. All das sei mit Mehraufwand für die Sanitäter verbunden.

Wertschätzung und Anerkennung

Im Gegenzug sei die Sichtweise auf den Beruf des Notfallsanitäters während der Corona-Kreise gestiegen. „Wir arbeiten sonst oft unterschwellig und treten erst in Erscheinung, wenn wir gebraucht werden. Durch verschiedene Aktionen haben wir Wertschätzung und Anerkennung für unseren Job erfahren. Das ist Balsam für die Seele und motiviert uns dazu weiterzumachen“, so Fricke.

Eine weitere Herausforderung für den Rettungsdienst sei landesweit der Nachwuchs. Gründe hierfür seien unter anderem historisch zu erklären: „Ich habe meinen Zivildienst beim Rettungsdienst absolviert. Viele sind in dieser Schiene gebleiben. Mit dem Wegfall des Wehrdienstes fallen somit einige neue Kräfte weg.“

Berufsbezeichnung geändert

Vor sechs Jahren habe sich die Berufsbezeichnung vom Rettungsassistent zum Notfallsanitäter geändert. Die Ausbildung zum Notfallsanitäter dauert ein Jahr länger als die Ausbildung zum Rettungsassistent, was sich abschreckend auf potenzielle Interessenten auswirke. Auch die Arbeitszeiten am Wochenende, an Feiertagen und über die Nacht würden sicherlich manchen abschrecken. „Man muss dafür geboren sein“, so der Rettungswachenleiter. Da die Gesellschaft im Durchschnitt älter wird, gebe es auch immer mehr Einsätze für die Sanitäter.

Doch wie wichtig unter anderem die Arbeit der Mitarbeiter der vom Landkreis Diepholz betriebenen Rettungswache in Drentwede ist, zeigt beispielhaft der Vorfall der 69-jährigen Barnstorferin.

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