„Entscheidung nicht bereut“

Jana Wilde ist neue Pastoralreferentin der katholischen Gemeinde für Barnstorf, Diepholz und Sulingen

Jana Wilde ist als Pastoralreferentin im katholischen Pfarramt Barnstorf zuhause. Aber auch zur der katholischen Kirchengemeinde in Diepholz kommt sie regelmäßig.
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Jana Wilde ist als Pastoralreferentin im katholischen Pfarramt Barnstorf zuhause. Aber auch zur der katholischen Kirchengemeinde in Diepholz kommt sie regelmäßig.

Die katholische Kirchengemeinde für Barnstorf, Diepholz und Sulingen hat eine neue Pastoralreferentin. Sie heißt Jana Wilde, ist 27 Jahre alt und hat „die Gegend hier lieb gewonnen“.

Barnstorf / Diepholz – Sie ist neu in Barnstorf, fühlt sich aber schon jetzt wohl in der Samtgemeinde. Seit August ist Jana Wilde Pastoralreferentin der katholischen Gemeinde für Barnstorf, Diepholz und Sulingen. „Mein Schwerpunkt liegt aber auf Barnstorf und Diepholz“, sagt die 27-Jährige. Dass die Region, in der sie jetzt arbeitet, eher protestantisch geprägt ist, „stört mich gar nicht“. Im Gegenteil: „Ich finde es spannend und reizvoll.“

Jana Wilde: Vor Barnstorf drei Jahre in Twistringen gearbeitet und gelebt

Jana Wildes Entscheidung, in einer katholischen Gemeinde in dieser Region zu arbeiten, fiel nicht rein zufällig. „Ich habe die Gegend hier lieb gewonnen“, sagt sie. Vor ihrer Zeit in Barnstorf hat die Pastoralreferentin drei Jahre in Twistringen gelebt und gearbeitet. „Ich wollte auf jeden Fall im Landkreis Diepholz bleiben. Ich freue mich, dass das geklappt hat.“

Für Wilde war es nicht schwer, sich in der neuen Kirchengemeinde zurechtzufinden und einzuleben. „Ich bin sehr froh, hier zu sein“, meint sie. Besonders die Atmosphäre in Barnstorf und Diepholz, aber auch in Sulingen habe es ihr angetan. „Es ist sehr familiär und vertraut, weil die Gemeinde nicht wahnsinnig groß ist. Die Gemeindeglieder hätten einen ausgeprägten Blick füreinander. Darin sieht Wilde auch eine Stärke einer kleineren Kirchengemeinde: „Sie hat für diejenigen, die dabei sind, eine große Bedeutung. Viele bringen sich aktiv mit ein.“

Pastoralreferentin: Zwischen Schreibtischarbeit und Präsenz zeigen

Und wie bringt eine Pastoralreferentin sich ein? „Jeder Arbeitstag ist anders“, meint sie. Regelmäßig pendele sie zwischen Barnstorf und Diepholz – manchmal auch Sulingen. Allerdings mag sie ihre Berufsbezeichnung gar nicht so gern. Wilde: „Das Wort ist ein bisschen irreführend. Viele fragen, ob ich die Assistentin vom Pastor bin.“ Doch das sei sie nicht. Ihre Aufgaben seien eher vergleichbar mit denen eines Gemeindereferenten. „In der Praxis sind beide Berufe total ähnlich. Nur das Studium ist ein anderes“, erklärt sie. Gemeindereferent werde man, wenn man zuvor Religionspädagogik studiert habe. Um Pastoralreferent zu werden, ist ein abgeschlossenes Theologiestudium eine Voraussetzung. Im Anschluss folge eine dreijährige Ausbildung.

Feste Arbeitszeiten habe Wilde nicht. Sie richte sich eher nach den aktuell anstehenden Terminen und Aufgaben. Ihren Arbeitsplatz hat sie im katholischen Pfarramt in Barnstorf. „Und ich sitze schon viel am Schreibtisch“, sagt sie. Dabei koordiniere und organisiere sie viel. Wilde erzählt: „Ich bereite dann die Dinge im Hintergrund vor. Ich bin manchmal selbst überrascht, wie viel ich telefoniere.“

Es ist mir wichtig, dass ich auch einmal diejenige bin, die vor Ort auftaucht und sich zeigt. Wenn ich nur im Hintergrund bleibe und man mich nicht kennenlernt, dann wäre das nicht gut für die Gemeinde.

Jana Wilde

Schreibtischarbeit sei aber bei Weitem nicht das einzige, was in ihren Aufgabenbereich falle. „Es ist mir wichtig, dass ich auch einmal diejenige bin, die vor Ort auftaucht und sich zeigt. Wenn ich nur im Hintergrund bleibe und man mich nicht kennenlernt, dann wäre das nicht gut für die Gemeinde“, erklärt die 27-Jährige. Dazu gehöre die Arbeit mit Firmlingen und Kommunionsgruppen. „Ich begleite diejenigen, die die Gruppenstunden mit den Kindern durchführen.“ Aber Gottesdienste darf Wilde als Pastoralreferentin selbstständig feiern. Mit einer Ausnahme: Die Eucharistie – das katholische Pendant zum protestantischen Abendmahl – darf ich nicht leiten. Das ist dem Priester vorbehalten.“

Wilde wagt gern den Blick über den Tellerrand hinaus und hat dabei auch Ideen über die eigene Konfession hinaus: „Wir als katholische Gemeinde sind nicht der große Player. Ich finde es spannend, darüber nachzudenken, wie wir uns trotzdem im Ort einbringen können.“ Ökumenische Zusammenarbeit kann sie sich unter anderem als gewinnbringend vorstellen. Dass sie jüngst im Gemeindebrief der evangelisch-lutherischen Sankt-Veit-Kirchengemeinde vorgestellt wurde, habe ihr gefallen. „Das fand ich echt gut“, sagt Wilde.

Jana Wilde bereut ihre Entscheidung nicht, als Pastoralreferentin zu arbeiten

Ihr Wunsch, Pastoralreferentin zu werden, sei mit der Zeit gewachsen, er war nicht plötzlich da. „Das war kein Geistesblitz“, sagt Wilde. „Ich habe mich früher in der Heimat schon viel in meiner Gemeinde eingebracht. Dabei habe ich Leute kennengelernt, die diesen Beruf ausüben. Ich habe mir das immer als eine erfüllende Tätigkeit vorgestellt, weil man Menschen in besonderen Situationen begleiten kann. Bis jetzt habe ich meine Entscheidung nicht bereut.“

Die 27-jährige Pastoralreferentin ist verheiratet und lebt in Bohmte. Dieser Wohnort sei ein guter Kompromiss zwischen ihrem Arbeitsplatz und ihrer Heimat. „Ich komme aus dem Osnabrücker Raum und lebe dort auch gerne“, sagt sie. Dass ihre berufliche Heimat langfristig auch ihr privater Lebensmittelpunkt wird, schließt Wilde zwar nicht zur Gänze aus, „aber im Moment ist es gut so wie es ist.“

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