Mehr als 100 Teilnehmer vergnügen sich beim Fußballgolf-Turnier in Schmolte

Ein Parcours und seine Tücken

Der „Präsi-Club Drentwede“ nimmt die originelle Torwand ins Visier. Am Ende springt der zweite Platz für die Truppe heraus.

Schmolte - Auf der Fußballgolf-Anlage in Schmolte herrscht am Sonntagnachmittag beste Stimmung. Mehr als 100 Teilnehmer gehen bei dem Turnier an den Start. Das wäre auch ein schöner Zeitvertreib für Thomas Müller, Mario Götze oder Lukas Podolski gewesen. Aber wer weiß, vielleicht hätten sich die Nationalspieler, die sich gerade auf die Europameisterschaft in Frankreich vorbereiten, sogar bis auf die Knochen blamiert. Denn Ballgefühl, Spielwitz und Kaltschnäuzigkeit sind nicht alles. Es braucht auch eine gute Portion Glück, um den äußerst kniffligen Parcours erfolgreich zu meistern.

„Warum müsst Ihr immer ins Aus schießen?“, ruft Jens Bolte seinen Teamgefährten zu. Der junge Mann aus Barnstorf hat gut reden. Er braucht an diesem Nachmittag nur den Bollerwagen mit den gekühlten Getränken zu ziehen, was angesichts der hochsommerlichen Temperaturen allerdings auch kein leichter Job ist. Doch am Ball hält sich der „Coach“ vornehm zurück. Da müssen die anderen Gruppenmitglieder ran, um die nötigen Punkte für die Gesamtwertung einzufahren.

Kumpel Patrick schnappt sich das runde Leder und folgt der kurzen Anweisung am Anfang der Bahn: „Spiele den Ball an den Bunkern vorbei direkt durch die Mitte ins Ziel“, lautet die Vorgabe. Leichter gesagt als getan. Immerhin beträgt die Entfernung bis zum Loch rund 40 Meter. „Das habe ich nicht richtig gesehen“, ärgert sich der aktive Kicker aus Kirchdorf, als die Kugel plötzlich im Sand landet. Da braucht er wohl noch einen weiteren Versuch, um diese Aufgabe zu lösen. Doch ein Blick zur Konkurrenz genügt, und Boltes Truppe weiß, dass auch andere Spieler ihr Handicap haben. Bis der Ball endlich dort ist, wo er hingehört, sind immer wieder Seufzer zu vernehmen. Aber der Ärger hält sich in Grenzen. Denn hier geht es nicht um Leistung, sondern vor allem um Spaß. Gut gelaunt ziehen die 22 Gruppen über die eineinhalb Hektar große Anlage, halten zwischendurch zum Smalltalk inne und gönnen sich eine Erfrischung.

Auch Kathrin Rustmann aus Barnstorf und ihre Freundinnen sind bestens aufgelegt, während sie durch den Parcours tingeln. Mohammed, ihr Begleiter und Wertungsrichter, kann sich beim Notieren der Fehlschüsse ein Schmunzeln nicht verkneifen. Aber zuweilen verfällt er dem Charme der jungen Damen, wenn sie einen Tipp zur Bewältigung eines scheinbar unüberwindbaren Hindernisses benötigen. „Einiges gebe ich preis“, räumt der Schiri auf Nachfrage ein.

Unter den 18 Stationen befinden sich einige Herausforderung, die selbst eingefleischte Fußballer vor Probleme stellen. Der viereckige Trichter, der früher als Silo gedient hat, wirkt auf den ersten Blick recht groß. Aber auch hier muss der Ball erstmal hinein gelupft werden. Nur ein paar Schritte weiter wartet eine hölzerne Torwand, die mit vier Löchern doppelt so viele Chancen bietet wie das Modell im „Aktuellen Sportstudio“, aber dafür ist die Distanz in Schmolte wesentlich größer als beim ZDF auf dem Mainzer Lerchenberg.

Vielleicht hilft es, den Fußballgott anzubeten? Für Pastor Torben Schröder, der am Mittag noch eine kleine Andacht im Schmolter Hofcafé gehalten hat, dürfte das kein Problem sein. Er verfügt über einen guten Draht nach oben. Doch beim Fußball braucht er den eigentlich nicht, wie seine Spielpraxis zeigt. Er habe als Jugendlicher selbst gekickt, dann aber die Schuhe an den Nagel gehängt, als er sein Theologiestudium begonnen habe, erzählt der Pastor, während er am Nachmittag mit Frau und Kindern am Turnier teilnimmt.

„Das ist mal was anderes“, meint Torben Lange (TL), der mit dem „Präsi-Club Drentwede“ auf Tour ist. Die Truppe hat sich vor etwa fünf Jahren beim Pfingstfest gefunden und läuft nun in einheitlichen Shirts auf, wo es etwas zu feiern gibt. „Schleicher“ hat mit Fußball wenig am Hut. Aber bei „TL“, „Böck“, „Hugo“ und „Prof“ wird schnell deutlich, dass sie nicht zum ersten Mal gegen die Kugel treten. Sie kicken beim TSV Drentwede, der am Freitagabend mit einem 3:0-Heimsieg gegen den TSV Cornau den Klassenerhalt perfekt gemacht hat.

Grund zum Feiern besteht auch am Sonntagabend, als Organisator Dirk Meinecke die Sieger des Turniers bekannt gibt. Der „Präsi-Club Drentwede“ belegt den zweiten Platz. Der erste Platz geht an Jens Bolte und sein Team. Platz drei erobern Nadine Rethorn und ihre Mitspieler. Sie haben mit Stefan Müller, Trainer des Bezirksligisten SC Twistringen, auch den tagesbesten Schützen in den Reihen. Er hat mit 71 Schüssen einen neuen Bahnrekord aufgestellt. Vielleicht doch ein Zeichen dafür, dass Erfahrung eine Menge wert ist beim Fußballgolf. 

sp

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