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Parallelen zur Orientierungsstufe: Christian-Hülsmeyer-Schule in Barnstorf strukturiert den fünften und sechsten Jahrgang um

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Von: Jannick Ripking

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Die Prozessgruppe Neuorganisation der Christian-Hülsmeyer-Schule freut sich über die Umstrukturierung der fünften und sechsten Klassen.
Die Prozessgruppe Neuorganisation der Christian-Hülsmeyer-Schule freut sich über die Umstrukturierung der fünften und sechsten Klassen. © Jannick Ripking

Die Christian-Hülsmeyer-Schule in Barnstorf organisiert seine fünften und sechsten Klassen um. Die beteiligte Prozessgruppe erklärt die Gründe.

Barnstorf – Umstrukturierung bei der Christian-Hülsmeyer-Schule: Die Organisation der fünften und sechsten Klassen der Oberschule ändert sich. Isabel Blumberg, didaktische Leiterin der Schule, erklärt: „Wir haben uns entschieden, das alte Orientierungsstufen-System wieder ein wenig aufleben zu lassen.“

Seit 2017 gibt es die Prozessgruppe Neuorganisation. Sie besteht aus Schulleiterin Regina Meyer, der didaktischen Leiterin Isabel Blumberg, dem Förderschullehrer Philipp Meiners sowie den Lehrerinnen Mette Engler, Kristin Sadelfeld, Anika Klausing und Aranka Falter.

Christian-Hülsmeyer-Schule: Fünfte Klasse ohne Schulzweige

„Nach langem Ringen und viel Diskussion“ habe sich die Gruppe für die jetzt feststehende Lösung entschieden, so Blumberg. Konkret bedeutet das, dass die neuen Fünftklässler ab dem kommenden Schuljahr nicht mehr direkt in die drei Schulzweige Haupt-, Realschule oder Gymnasium eingeteilt werden.

Der Unterricht der fünften Klassen im neuen System der Oberschule ist demnach nur noch jahrgangsbezogen. Alle Schülerinnen und Schüler lernen also denselben inhaltlichen Stoff. Ab dem sechsten Jahrgang erfolgt dann die erste leistungsbezogene Unterteilung in drei Anspruchsniveaus. Die Kinder bleiben zwar in ihren Klassen, erhalten aber in den Hauptfächern auf ihr Niveau bezogenen Unterricht in Kursen.

Weniger Frustration durch negative Erfahrungen

„Dadurch geben wir den Kindern länger die Möglichkeit, sich zu entwickeln“, meint Isabel Blumberg. Ein großer Vorteil sei auch, dass sich Eltern jetzt nicht direkt nach der vierten Klasse entscheiden müssen, für welchen Zweig sie ihr Kind anmelden, meint Kristin Sadelfeld. Gerade in den fünften und sechsten Klassen gebe es noch oft Entwicklungsschübe, die in der Grundschule noch nicht absehbar waren. „Die Kinder sind nach der sechsten Klasse in ihrer Persönlichkeit und Leistungsfähigkeit gefestigter“, sagt sie.

Außerdem sei es dadurch möglich, negative Erfahrungen bei den Schülern zu vermeiden, meint Regina Meyer: „Gehen wir davon aus, ein Kind wird am Gymnasialzweig angemeldet und schafft es nicht, dann ist da eine hohe Frustration. Diesen Frust gibt es nicht mehr.“

Heterogenität schafft neue Rollenbilder für Schüler

Die Gruppe ist zuversichtlich, dass der neu eingeschlagene Weg richtig ist. „Wir glauben, dass das System allen hilft. Vermeintlich Schwächere können von den Stärkeren profitieren – und umgekehrt“, sagt Meyer. Gerade im Sozialen Lernen erhofft sich die Prozessgruppe Vorteile für die Kinder. „Wir reden immer von sogenannter Peergroup-Education. Durch die neue Heterogenität schaffen wir vielleicht auch andere Rollenbilder“, erklärt Anika Klausing.

Auch für Kinder mit besonderem Förderbedarf, die es an der Christian.Hülsmeyer-Schule gibt, sehen die Beteiligten Vorteile. „Durch die Neuorganisation versuchen wir, diese Schüler gleichmäßig auf die Klassen aufzuteilen. Dadurch können sie besser sozial-emotional von den anderen Kindern lernen“, erklärt Förderschullehrer Philipp Meiners.

Neue Struktur betrifft den jetzigen fünften Jahrgang nicht

Ohnehin ermögliche das neue System, die Klassen in etwa gleich groß zu machen. Das sei momentan schwer, berichtet Isabel Blumberg. „Wir haben jetzt zum Beispiel sehr große Realschulklassen“, sagt sie.

Die neue Struktur betreffe aber nicht den jetzigen fünften Jahrgang. „Der läuft ganz normal hoch“, erzählt Regina Meyer. „Sonst müssten wir die Schüler ja nach einem Jahr schon wieder voneinander trennen.“ Das sei weder organisatorisch noch pädagogisch der richtige Weg.

Schnuppertag

Für die kommenden Fünftklässler bietet die Christian-Hülsmeyer-Schule einen Schnuppertag an. Beginn ist am Freitag, 22. April, um 15 Uhr. „Die Kinder können dann ihre neue Schule kennenlernen“, sagt Lehrerin Aranka Falter. Ihre Kollegin Mette Engler ergänzt: „Die Fachbereiche sind vertreten und die künftigen Klassenlehrer bieten jede halbe Stunde Schulführungen an.“ Deswegen sei es gar kein Problem, wenn Kinder ganz spontan und nicht pünktlich um 15 Uhr vorbeikommen. Der Schnuppertag ist um 18 Uhr zu Ende. Eltern, die sich zu diesem Zeitpunkt schon sicher sind, können ihre Kinder an diesem Tag anmelden. Die weiteren Anmeldetermine sind: Mittwoch, 18. Mai, 13 bis 17 Uhr; Donnerstag, 19. Mai, 13 bis 17 Uhr; Freitag 20. Mai, 13 bis 15 Uhr. 

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