Dritter Platz bei den Deutschen Meisterschaften

Olympia ist das große Ziel: Finn Luka Reddig aus Drebber strebt im Judo nach Großem

Finn Luka Reddig (r.) fokussiert seinen Blick auf den Kontrahenten. Bei den Deutschen U18-Meisterschaften in Leipzig belegt er den dritten Platz.
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Finn Luka Reddig (r.) fokussiert seinen Blick auf den Kontrahenten. Bei den Deutschen U18-Meisterschaften in Leipzig belegt er den dritten Platz.

Über den Bundeskader zu den olympischen Spielen. Das ist der Traum von Finn Luka Reddig. Er hat Bronze bei den Deutschen U18-Meisterschaften im Judo gewonnen und strebt nach Höherem.

Drebber / Leipzig – Krachend knallt der Gegner zu Boden, landet auf dem Rücken – Ippon. Der Kampf ist vorbei. Finn Luka Reddig gewinnt und zieht in die nächste Runde ein. Der junge Judoka aus Drebber hat Ambitionen, will in den Bundeskader und später zu Olympia. Zuletzt hat er in seiner Gewichtsklasse den dritten Platz bei der Deutschen U18-Meisterschaft im Judo in Leipzig belegt. Am Freitag, 15. Oktober, tritt er in Frankfurt an der Oder in der Altersklasse U21 (unter 21 Jahre) an – wieder bei den Deutschen Meisterschaften.

Finn Luka Reddig ist seit der U15 im Judo-Landeskader

Finn Luka Reddig ist 17 Jahre alt und tritt mittlerweile in der Gewichtsklasse 66 bis 73 Kilogramm an. Im Alter von 10 Jahren kam er 2014 zum Judosport – „durch einen Freund“, sagt Finn Reddig. Schnell habe sich herausgestellt, dass er Talent hat. Nach nur wenigen Monaten kämpfte er zum ersten Mal bei den U12-Kreismeisterschaften. Seit der U15 ist er im niedersächsischen Judo-Landeskader. Sein Stammverein sind die Judo Crocodiles Osnabrück-Büren. Dort trainiert Finn Redding drei bis fünf Mal in der Woche.

Damit er das organisiert bekommt, braucht er die Unterstützung seiner Familie. Und die steht voll hinter ihm – insbesondere sein Vater Sven Reddig, der selbst aktiv im Judosport war. „Nach einigen Verletzungen habe ich eingesehen, dass es keinen Sinn mehr macht“, sagt er lachend. Sven Reddig ist der große Förderer seines Sohnes. „Ich unterstütze ihn hauptsächlich logistisch, damit er den Kopf frei hat. Denn sportlich kann ich ihm überhaupt nichts mehr beibringen. Finn ist schon jetzt viel besser als ich“, erklärt Reddig senior.

Beim Judo ist es das Ziel, den Gegner rücklings auf den Boden zu werfen. Reddig wendet eine seiner Spezialtechniken an.

Finn Reddigs Stil beim Judo zeichnet sich durch Variabilität und Reaktionsgeschwindigkeit aus. „Er setzt im Kampf eine Vielzahl von Techniken ein“, sagt sein Vater. „In Rechts- und Linksauslage. Das ist seine größte Stärke.“ Jede seiner Aktionen führe Finn Reddig blitzschnell und ansatzlos durch. „Das ist beeindruckend. Man sieht es einfach nicht kommen“, sagt Sven Reddig.

Um im Judo zu gewinnen, muss ein Kämpfer seinen Gegner „voll auf den Rücken werfen“, erklärt Sven Reddig. Das nennt sich Ippon. Dann ist der Kampf vorbei. Weniger wertig ist der sogenannte Waza Ari. „Das ist, wenn der Gegner seitlich und nicht komplett auf dem Rücken landet“, so Reddig senior. „Davon braucht man zwei, um zu gewinnen.“ Ansonsten gibt es noch diverse Halte- und Würgegriffe, die einen Kampf entscheiden können. „Entweder klopft der Gegner ab oder man hält einen Griff für eine gewisse Zeit.“

Reddigs effektivste Aktion: Uchi Mata

Finn Reddig versucht, seine Kämpfe möglichst durch einen Ippon zu gewinnen. „Ich mache ganz gerne den Uchi Mata“, erzählt der junge Judoka. „Du hebst dein Bein zwischen die Beine deines Gegners und hebelst ihn damit aus“, erklärt er. „Das ist der Königswurf im Judo“, kommentiert Sven Reddig. Alternativ setzt Finn Reddig auf den Sode Tsuri Komi Goshi. Das ist ein Hüftwurf, um den Gegner auf den Rücken zu werfen. „Diese beiden Aktionen trainiere ich im Moment am meisten“, verrät der 17-Jährige. Erfahrungen aus früheren Kämpfen hätten gezeigt, „dass das im Moment seine effektivsten Aktionen sind“, erklärt sein Vater.

Für gewöhnlich qualifiziert sich ein Judoka für die Norddeutschen U-Meisterschaften, indem er bei den jeweiligen Landesmeisterschaften unter den ersten Fünf landet. Diese sind in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie allerdings ausgefallen. Wie konnte Finn Reddig sich also für die Norddeutschen Meisterschaften qualifizieren? „Dadurch, dass er im Landeskader ist, war er gesetzt“, erklärt Sven Reddig. Auf den ersten Platz in seiner Gewichtsklasse folgte bei den Deutschen U18-Meisterschaften in Leipzig der dritte. Ippon, Ippon, Waza Ari, Niederlage, Ippon – so liest sich Finn Reddigs Bilanz.

Start bei den Deutschen U21-Meisterschaften

Weil er parallel in der Altersklasse U21 bei den Norddeutschen Meisterschaften den zweiten Platz belegte, qualifizierte sich Reddig auch für die Deutsche U21-Meisterschaft. Da tritt er am Freitag, 15. Oktober, in Frankfurt an der Oder an. Seine Erwartung: „Ich mache mir da keine großen Gedanken. Die Gegner sind zum Teil vier Jahre älter als ich. Ich habe keinen Druck.“

Wenn Finn Reddig über seine Zukunft spricht, funkeln seine Augen. „Olympia ist mein Traum“, sagt er. Dieses Ziel sei auf jeden Fall realistisch, schätzt sein Vater ein. Dafür muss der Judoka allerdings in den Bundeskader, doch auch da sind die Aussichten gut: Der Kontakt zum Bundestrainer ist da. „Er hat mich schon zu Lehrgängen eingeladen.“

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