Kommune würdigt Verdienste mit Ehrentafel / Einsatz für Natur und Umwelt

„Ohne Helmut Meyer würde es das BUEZ nicht geben“

Hat sich für den Umweltschutz stark gemacht: Helmut Meyer (1934-2008). - Foto: Archiv

Barnstorf - „Ehre, wem Ehre gebührt!“ Im Rahmen der Gartentage wurde Helmut Meyer auf dem Gelände des Barnstorfer Umwelt-Erlebnis-Zentrums (BUEZ) ein Denkmal in Form einer Gedenktafel gesetzt. Er gilt als „Vater“ des heutigen, weit über die Grenzen des Hunte-Fleckens bekannten Umweltbildungszentrums.

Zur Enthüllung der Ehrentafel im Eingangsbereich des Geländes am Bremer Dreh konnte Samtgemeindebürgermeister Jürgen Lübbers am Sonntagmittag neben Vertretern von Rat und Verwaltung auch Angehörige von Helmut Meyer begrüßen, darunter die Kinder Frauke Herlemann und Jens Meyer sowie Bruder Ewald Meyer. Ebenfalls dabei: Dr. Fritz Dunger, der sich für das Aufstellen einer Gedenktafel stark gemacht hatte. Seine Anregung sei im Samtgemeindeausschuss beraten und positiv aufgenommen worden, berichtete Lübbers.

An der kleinen Feisrtunde nahmen auch der heutige BUEZ-Leiter Dr. Oliver Nixdorf und sein Team, Dieter Fichtner von der Stiftung „Klima-Natur-Umwelt“ in der Samtgemeinde Barnstorf, zugleich langjähriger Weggefährte und „rechte Hand“ von Helmut Meyer, sowie Berufsschullehrer Ulrich Halfpap aus Diepholz teilt. Letzterer hatte früher eine Zeit lang mit Meyer zusammengearbeitet. Lübbers präsentierte bei der Gelegenheit die aktuelle Ausgabe der Blätter für Orts- und Heimatgeschichte des Heimatvereins Samtgemeinde Barnstorf, in der dessen Vorstandsmitglied Jürgen Ciglasch und Dr. Fritz Dunger das gemeinnützige Wirken Meyers ausführlich würdigen. „Ohne ihn würde es das BUEZ nicht geben“, zeigte sich Lübbers überzeugt. Es müsse alles getan werden, um das Zentrum dauerhaft zu halten.

Der ebenso hartnäckige wie streitbare Barnstorfer „Mann mit vielen Ecken und Kanten“, Visionär, Kämpfer und Pionier, hatte sich bis zu seinem Tod im Jahr 2008 vehement für die Belange von Natur und Umwelt eingesetzt. Meyer verstand es, Menschen für seine Ideen zu begeistern. Die Zusammenarbeit mit ihm war aber, wie sich einige Teilnehmer und der Feierstunde erinnerten, nicht immer leicht gewesen.

Auf der Gedenktafel ist zu lesen, dass es Helmut Meyer 1993 mit Unterstützung der Gemeinde Barnstorf und einer gehörigen Portion Unternehmergeist gelang, das zehn Hektar große Gelände der ehemaligen Wintershall Gasreinigung in Barnstorf zu erwerben. Die Mitglieder des Arbeitskreises Altpapier (AKA), dessen Vorsitzener Meyer seit 1984 war, halfen tatkräftig bei der Umsiedlung der bisherigen Altpapier-Sammelstelle am Bahnhof zum neuen Gelände. Hier entstand das „Recycling Center Barnstorf“ (RCB).

Neben der Sammlung von Wertstoffen wie Altpapier, Schrott, Altkleider und Baumschnittgut brachte Meyer viele weitere Projekte auf den Weg. Dazu gehörte die Anlage verschiedener Teiche und Biotope, die Haltung von Geflügel und ein kleiner Bienenstand sowie der Rundkurs einer Moorbahn. Eines seine letzten Errungenschaften war das BUEZ-Café, das auch am Wochenende währen der Gartentage zur Kaffeetafel genutzt wurde.

Konsequent trieb Meyer die Nutzung regenerativer Energie von Wind und Sonne voran, und zwar zu einer Zeit, als noch kein Mensch von der „Energiewende“ sprach. Er konnte gut organisieren und hatte stets auch die Finanzen im Auge, erinnerte sich Dunger an die rund 40-jährige Zusammenarbeit mit Helmut Meyer. Aber nicht nur im BUEZ (O-Ton: „Es war sein Kind“) hinterließ Meyer Fußabdrücke. Schon vor 40 Jahren setzte er sich für Renaturierungsmaßnahmen, unter anderem im Bereich Schöte in Rechtern, ein, von denen Mensch und Natur noch heute profitieren. Dass die Pläne einer maschinengerechten Kanalisierung der Hunte zwischen Ortskern Barnstorf und Stau Aldorf nicht umgesetzt wurden, sei ebenfalls Helmut Meyer zu verdanken.

„Er war ein Vordenker seiner Zeit“, erinnerte sich Halfpap an die gemeinsamen Jahre im Regionalen Umwelt-Erlebnis-Zentrum (RUEZ). Er habe von Meyer viel gelernt – auch, ein wenig verrückt zu sein – und viele Anregungen für „sein Kind“, den Skulpturenpfad in Diepholz, mitgenommen.

„Durch seinen ehrenamtlichen Einsatz zum Wohle der Allgemeinheit hat Herr Meyer sich bleibende Verdienste erworben“, war nach seinem Tod im Nachruf des BUEZ zu lesen. Und damit der engagierte Barnstorfer, der 2003 mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt wurde, nicht in Vergessenheit gerät, dazu soll auch die aufgestellte Gedenktafel beitragen. rdu

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