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Öko-Energie Huntetal: Für mehr echte Bürgerbeteiligung

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Von: Jannick Ripking

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Die Photovoltaikanlage der Öko-Energie Huntetal auf dem Dach der Christian-Hülsmeyer-Schule brachte im Jahr 2021 wenig Ertrag.
Die Photovoltaikanlage der Öko-Energie Huntetal auf dem Dach der Christian-Hülsmeyer-Schule brachte im Jahr 2021 wenig Ertrag. © Privat

Die Öko-Energie Huntetal nimmt bei ihrer Generalversammlung neue Projekte in den Blick, aber noch laufen die Planungen nur im Hintergrund. Solange es nichts Konkretes gibt, will die Genossenschaft auch keine neuen Mitglieder aufnehmen. Aber dann...

Barnstorf – Noch herrscht Aufnahmestopp für neue Mitglieder. Aber das soll sich bei der Barnstorfer Genossenschaft Öko-Energie Huntetal bald ändern. „Wir wollen möglichst viele Bürger beteiligen“, sagt der Vorstandsvorsitzende Jürgen Düver. Das war eines der Hauptthemen der jüngsten Generalversammlung der Öko-Energie Huntetal im Barnstorfer Rathaus.

Im Prinzip könne jede Privatperson aus dem südlichen Landkreis Diepholz Teil der Genossenschaft werden. Düver sagt dazu: „Wir sind keine geschlossene Gesellschaft und wollen jedem die Chance geben, sich an der erneuerbaren Energie und ihren Erträgen zu beteiligen.“ Das sei für ihn und den ehrenamtlich tätigen Vorstand „echte Bürgerenergie“. „Wenn sich irgendwo fünf Bürger zusammentun und in beispielsweise eine Windanlage investieren, ist das für mich keine Bürgerenergie“, meint der Vorsitzende.

Der Vorteil der Genossenschaft sei, dass durch sie auch Menschen am Ertrag von erneuerbaren Energien teilhaben können, die beispielsweise den Bau einer Photovoltaik- oder Windanlage nicht aus eigener Kraft stemmen könnten. Eine Beteiligung sei bereits mit kleinen Beträgen möglich. „Das fängt bei ungefähr 1 000 Euro an“, sagt Düver.

Hintergrund: die Genossenschaft

Die Öko-Energie Huntetal ist eine von Bürgerinnen und Bürgern der Samtgemeinde Barnstorf im August 2011 gegründete Genossenschaft. Ziel ist es Energie aus regenerativen Quellen zu erzeugen. Derzeit gehören 118 Mitglieder der Öko-Energie Huntetal an. Die Barnstorfer Genossenschaft betreibt zwei Photovoltaikanlagen in Barnstorf: eine auf dem Dach der Vereinssporthalle und eine andere auf dem Dach der Christian-Hülsmeyer-Schule. Außerdem beteiligt sich die Öko-Energie Huntetal am Windpark Dickel III.

Noch gebe es zwar einen Aufnahmestopp für neue Mitglieder, weil es im Moment keine aktuellen Projekte der Öko-Energie Huntetal gebe. Aber sobald neue angeschoben werden, will die Genossenschaft auch wieder neue Mitglieder aufnehmen. Das sei das Ziel. Derzeit habe die Genossenschaft zwei, drei Projekte im Blick, „aber die sind noch nicht spruchreif“, erklärt Düver. Interessierte Nicht-Mitglieder sollen aber über die örtlichen Medien rechtzeitig informiert werden, sobald die Projekte anlaufen.

In der vergangenen Zeit habe es insbesondere an der blockierenden Haltung der Politik gegenüber erneuerbaren Energien gelegen, dass die Öko-Energie Huntetal keine neuen Projekte anging. Deswegen fordert der Genossenschaftsvorstand nun von der Politik, vom Bund bis hin zu den Kommunen, mehr echte Beteiligung der Bürger zu ermöglichen. Nur so könne die Akzeptanz innerhalb der Gesellschaft für die Energiewende gesteigert werden.

Wie wird man Mitglied bei der Öko-Energie Huntetal? „Man muss nur einen Antrag stellen“, sagt der Vorsitzende. Neben der finanziellen Beteiligung erwarte der Vorstand lediglich eine aktive Beteiligung innerhalb der Genossenschaft. Das sei beispielsweise die Teilnahme an der Generalversammlung. „Deswegen nehmen wir auch nur Personen aus der Samtgemeinde Barnstorf und der Region auf“, erklärt Düver. Weitere Verpflichtungen gebe es nicht. Jedes Mitglied wird am Jahresüberschuss beteiligt. Derzeit liegt die Dividende bei sieben Prozent bei einem Überschuss von 44 000 Euro.

Aus der Generalversammlung ging auch hervor, dass das Jahr 2021 durch sehr schlechte Erträge aus den Anlagen in Barnstorf dem Windpark in Dickel geprägt war. Die simple Erklärung: „Das war eines der schlechtesten Sonnenjahre der vergangenen zehn Jahre“, so Düver. Außerdem habe es wenig Wind gegeben. „Beides in einem Jahr passiert wirklich selten“, berichtet er. Geringere Steuerzahlungen – auch bedingt durch den schwachen Ertrag – hätten aber dafür gesorgt, dass der Jahresüberschuss annähernd dem des Vorjahres entspricht.

Außerdem wählten die bei der Versammlung anwesenden Mitglieder Karl-Heinz Meyer und Mark Plaßmeier wieder in den Aufsichtsrat der Genossenschaft.

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