Ochtumverband schafft Lebensraum im Klosterbach

Bassumer Gewässer wird aufgewertet

Die Arbeiten für die neue Fischwandertreppe kommen gut voran.
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Die Arbeiten für die neue Fischwandertreppe kommen gut voran.

Bassum – Wenn Fische Wanderschuhe hätten, könnten sie diese bald schnüren, wenn sie vorhaben, eine Reise durch Bassumer Gebiet zu unternehmen. Denn der Klosterbach bekommt eine „Fischwanderhilfe“, die es den Flossenträgern leichter macht, vorwärtszukommen. Dafür sorgt der Ochtumverband, der dafür 30 000 Euro locker macht. „Wir leisten damit unseren Beitrag, um die Wasserrahmenrichtlinie zu erfüllen“, erklärt Verbandsingenieur Sebastian Ruhnke.

Doch von vorne: Weil der Klosterbach eine hohe Fließgeschwindigkeit hat, wird der Boden des Flusses immer mehr aufgewühlt und sogenannte Tiefenerosionen entstehen. Also wurden Staustufen in den Fluss eingebaut. Die haben jedoch den Nachteil, dass das Wasser an der Stelle, wo es die künstlich angelegte Stufe herunterstürzt, auch den Boden aufwühlt. Außerdem sind die einzelnen Stufen teilweise so hoch, dass Fische wie Lachse und Forellen, die den Klosterbach passieren, sie nicht überwinden können.

Eine weitere Maßnahme, um den Klosterbach zu „zähmen“ sind die Holzbuhnenpässe. Holz, das am Uferrand und in die Sohle des Baches in dessen Boden getrieben wurde, sodass sich das Wasser wie im Slalom hindurchwindet. Doch der Holzbuhnenpass im Klosterbach war abgängig und wird deswegen ersetzt.

„Die betroffene Strecke war etwa 30 Meter lang. Nun verlängern wir sie auf 60 Meter und teilen sie in gleichmäßige Abschnitte auf – das ist dann die Fischtreppe. Die einzelnen Staustufen werden wie Becken mit unterschiedlichen Tiefen eingerichtet und mit Steinen aufgeschüttet. Die Tiere haben es dann leichter, die einzelnen Stufen im Sprung zu überwinden“, so Ruhnke und schaut hinüber zu den beiden Baggern.

Die setzen derzeit im Bereich Katenkamp/Nüstedt Pfähle zwei Meter tief ins Bachbett, sodass sie einen kleinen Zaun bilden – der Ersatz zum Holzbuhnenpass. Stabilisiert werden sie am Grund mit runden Steinen, an denen sich die Fische nicht verletzen können. Die Strömung wird durch das Holz wellenförmig geleitet – und somit auch verlangsamt.

Zusätzlich werden an verschiedenen Stellen des Klosterbachs Trittsteine und Kiesbänke eingesetzt. Die bilden ein Fundament, das Tiefenerosion verhindert. Außerdem fungieren sie als Lebensraum für Fische, die dort laichen können, und Insekten. So werde für verschiedene Tiere besserer Lebensraum geschaffen.

Die Arbeiten werden etwa zwei Wochen dauern. „Erfahrungen zeigen, dass die Verbesserungen schnell Wirkung zeigen“, so Ruhnke. „Die Fische kehren rasch zurück, melden uns die Fischereiverbände.“

Von Julia Kreykenbohm

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