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Förderverein der Oberschule Barnstorf vor dem Aus

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Von: Jannick Ripking

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Mit einem Brief wenden sich Jana Brauner (l.) und Sarah Thiemann vom Oberschul-Förderverein an alle Eltern der Christian-Hülsmeyer-Schule.
Mit einem Brief wenden sich Jana Brauner (l.) und Sarah Thiemann vom Oberschul-Förderverein an alle Eltern der Christian-Hülsmeyer-Schule. © Jannick Ripking

Weil seit Längerem ein Kassenwart fehlt, steht der Förderverein der Christian-Hülsmeyer-Schule in Barnstorf vor dem Aus. Die endgültige Entscheidung fällt bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung am 29. März.

Barnstorf – Der Förderverein der Barnstorfer Christian-Hülsmeyer-Schule steht vor dem Aus. Ein Kassenwart fehlt. Schon im November des vergangenen Jahres war der Verein auf der Suche (wir berichteten). Bislang blieb der erhoffte Erfolg aus. Deswegen lädt der bestehende Vorstand jetzt zu einer außerordentlichen Mitgliederversammlung ein. Sie beginnt am Dienstag, 29. März, um 19.30 Uhr in der Mensa der Oberschule. Wenn sich bis dahin kein neuer Kassenwart gefunden hat, wird sich der Förderverein auflösen.

Kurzzeitig habe es sogar so ausgesehen, dass der Förderverein das Schlimmste habe abwenden können. Es habe sich eine Person gemeldet, die sich hätte vorstellen können, den Posten des Kassenwartes zu übernehmen. „Leider haben wir aber doch noch eine Absage erhalten“, sagt Sarah Thiemann, die aktuelle Vorsitzende des Fördervereins. „Als Grund hat diese Person angeführt, dass sie die Verantwortung nicht tragen wollte.“

Grundsätzlich habe der Vorstand vollstes Verständnis dafür, wenn man sich dieser Aufgabe nicht gewachsen fühle, „aber die Arbeit des Kassenwartes sieht wirklich nach mehr aus, als sie letztlich ist“, meint Thiemann. „Und der neue Kassenwart wird auch auf keinen Fall allein gelassen.“ Dennoch seien sie oder jemand anderes aus dem Vorstand nicht in der Lange, eine Doppelrolle zu übernehmen.

Hinzu komme, dass weder Thiemann noch ihre Stellvertreterin Jana Brauner oder die anderen Mitglieder im Vorstand geübt in Buchhaltung seien. „Am besten wäre es, wenn wir jemanden aus dem kaufmännischen Bereich finden würden“, meint die Vorsitzende. „So jemand hat Kassenführung ja auch gelernt.“

Um potenziell Interessierten die Angst vor der Aufgabe zu nehmen, will der Förderverein eine Versicherung abschließen, die den Vorstand, von dem der Vorsitzende und der Kassenwart laut Satzung ins Vereinsregister eingetragen werden müssen, im Falle von Fehlern von der Haftung entbindet.

Bei der Suche nach einem neuen Kassenwart hat der Förderverein nahezu alle möglichen Optionen in Erwägung gezogen. Thiemann: „Wir sind sogar durchaus gewillt, Geld auszugeben, damit ein Steuerbüro diese Aufgabe übernimmt.“ Doch auf alle Anfragen sei bisher immer ein „Nein“ gekommen. „Die Steuerbüros sind überlastet und wollen oder können diese Arbeit nicht zusätzlich leisten“, erklärt sie.

Deswegen wendeten sich Thiemann und Brauner nun erneut an die Eltern der Oberschule in Barnstorf. „Wir haben an alle 544 Eltern einen Brief rausgegeben“, sagt die Vorsitzende. Darin lädt sie der Förderverein zur außerordentlichen Mitgliederversammlung ein. „Vielleicht meldet sich ja jemand bis dahin“, hofft sie.

Eine weitere Möglichkeit, die der Vorstand bisher noch nicht in Erwägung gezogen hatte, jetzt aber verfolgen will, ist, die Fördervereine der Grundschulen anzusprechen. „Wir brauchen ja eine langfristige Lösung“, erklärt Sarah Thiemann. „Deswegen wäre es am besten, wenn ein Elternteil von einem Kind, das in die fünfte Klasse kommt, den Posten des Kassenwartes übernimmt.“

Doch wenn auch diese Bemühungen bis zur Mitgliederversammlung ins Leere laufen, dann bleibt dem Verein nichts anderes mehr übrig, als sich aufzulösen. Die Vorsitzende erklärt: „Stand jetzt ist der Förderverein nicht handlungsfähig. Das Einzige, was im Moment läuft, ist die Lohnbuchhaltung für unsere Mitarbeiterin im Schulkiosk.“ Das habe für den Übergang ein hiesiges Steuerbüro ehrenamtlich übernommen.

Wenn es den Förderverein allerdings bald nicht mehr geben sollte, gibt es auch keine Angestellte für den Schulkiosk. „Wir müssten unsere Mitarbeiterin entlassen“, sagt Jana Brauner. „Und die Verpflegung in den Pausen wäre dann auch eingestellt, weil wir den Kiosk schließen müssten.“

Und ohne Förderverein gebe es für die Christian-Hülsmeyer-Schule auch keine finanzielle oder organisatorische Unterstützung mehr. Thiemann nennt ein Beispiel: „Bedürftige Familien könnten wir nicht mehr fördern.“ Wenn es zum Äußersten komme, dann werde der Vorstand die Vereinsauflösung in den Osterferien in die Wege leiten.

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