Heimatverein Barnstorf präsentiert Ausstellung

Viele neue Hingucker im Meyer-Köster-Haus

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Heimatvereinsmitglied Gundula Berner schaute Helmut Elver beim Bedienen einer alten Fakturmaschine über die Schulter.

Barnstorf - Von Sabine Nölker. Reges Treiben herrschte am Sonntagnachmittag auf dem Hof des Meyer-Köster-Hauses.

Der Heimatverein Samtgemeinde Barnstorf hatte erstmals zum Brunnentag eingeladen. Anlass war die Fertigstellung des neuen Ziehbrunnens, der eine weitere Bereicherung des sehenswerten Ensembles aus restaurierten Gebäuden und unzähligen historischen Ausstellungsstücken darstellt.

„Da kommen Erinnerungen hoch“, erklärten Helmut und Hanna Frickmann, als sie den Ziehbrunnen in Augenschein nahmen. Das Rentner-Ehepaar war in einer Zeit aufgewachsen, als fließendes Wasser auf den Höfen noch keine Selbstverständlichkeit war. 

„Im Winter war es besonders hart. Dann mussten wir einen Kessel mit Wasser aufsetzen und das heiße Wasser in die Pumpe kippen, damit diese auftaute“, erzählte Hanna Frickmann.

Der eingeweihte Ziehbrunnen weckte Erinnerungen bei Helmut und Hanna Frickmann.

Die Ehrenamtlichen des Heimatvereins standen gerne Rede und Antwort, wenn die Besucher sich für ein Ausstellungsstück interessierten. Gundula Berner führte den Vorsitzenden des Heimatvereins Samtgemeinde Rehden, Helmut Elver, durch das neu gestaltete Obergeschoss des Meyer-Köster-Hauses. „Ich wollte einfach mal gucken, was es hier so Neues gibt“, erklärte der Gast aus dem Nachbarort.

Elver war fasziniert von den alten Bürogeräten und folgte gerne der Bitte, sich hinter eine Schreibmaschine zu setzen. Als besonderer Blickfang in der Technikabteilung erwies sich die Fakturmaschine.

„Die hat uns das Textilgeschäft Thesing zur Verfügung gestellt“, erklärte der Vorsitzende des Heimatvereins Samtgemeinde Barnstorf, Jürgen Rattay, und erläuterte gleich die Handhabung. „Damit wurden früher die Einnahmen und Ausgaben gebucht“.

Heimatvereinsmitglied Gundula Berner schaute Helmut Elver beim Bedienen einer alten Fakturmaschine über die Schulter.

Gleich nebenan sorgte ein liebevoll eingerichtetes Kinderzimmer für leuchtende Augen, und zwar nicht nur bei den kleinen Besuchern, sondern vor allem bei den Erwachsenen. Ein Gitterbettchen, dazu ein kleiner Holzschemel und ein Toilettenstuhl für Kinder sowie eine Puppenstube und unzähliges Spielzeug füllten die Nische. 

„Eine wahre Freude, das anzugucken“, bestätigte Gundula Berner und verriet: „Wir hatten beim Aufbau schon so viel Spaß“.

„Alles Spenden“, berichtete der Vorsitzende in Dankbarkeit. Früher habe der Verein die Menschen noch gezielt auf Exponate angesprochen. Heute würden sich die Besitzer vielfach von selbst melden, bevor die Sachen auf dem Müll landeten. 

Unterstützung erhoffen sich die Verantwortlichen mit Blick auf das Wohnzimmer im Stil der 50er-Jahre. Dort soll eine Lücke zwischen dem Mobiliar unbedingt gefüllt werden. „Wir würden uns sehr über einen Nierentisch freuen. Aber der ist nicht einfach zu bekommen“, berichtete Rattay.

Anlässlich seines Brunnentages präsentierte der Heimatverein Samtgemeinde Barnstorf das neugestaltete Obergeschoss des Meyer-Köster-Hauses. In der liebevoll hergerichteten Ausstellung findet sich auch diese kleine Puppenstube wieder.

Ein weiterer Hingucker wartete im historischen Speicher, dem wohl aufwendigsten Bauwerk der mittlerweile 20-jährigen Schaffenzeit des Vereins. Dort hatten die Heimatfreunde ein altes Mobiliar hinausgeworfen, um Platz für einen multifunktionalen Küchenschrank zu machen, bestückt mit Kaffeemühle zum Herausziehen, Halter für Kochlöffel, Erinnerungstafel für den Einkauf und etlichen andere Utensilien. „Das ist ein Designerstück, das eigens für eine winzig kleine Küche gebaut wurde“, berichtete Rattay.

Gleich neben dem Speicher richteten sich die Blicke auf ein ganz aktuelles Projekt, das die Mitglieder schon seit einiger Zeit beschäftigt. Im unteren Bereich des weitläufigen Grundstücks entsteht eine alte Remise. 

Das Fundament für den Wiederaufbau ist fertig. Nun wartet der Verein auf die Maurer. Gut möglich, dass die Besucher beim nächsten Aktionstag weitere Fortschritte sehen können. Langweilig wird es auf dem Hof ohnehin nicht. Selbst für Stammgäste gibt immer wieder Neues zu entdecken.

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