Praktischer Naturschutz an der Grundschule Eydelstedt

Neue Streuobstwiese bereichert den Unterricht

Einsatz mit Schaufel und Gießkanne: Die Schüler sollen sich in Zukunft um die Pflege der noch zarten Obstbäume kümmern.

Eydelstedt - Von Thomas Speckmann. In der Grundschule Eydelstedt träumen die Kinder und Lehrer schon von ihrer ersten Apfelernte. Doch bis es soweit ist, müssen sich die Beteiligten noch eine ganze Weile gedulden. Aber der Anfang ist gemacht: Mit tatkräftiger Unterstützung aus der Elternschaft haben die Schulvertreter eine kleine Streuobstwiese angelegt, die neben dem Naturschutz-Gedanken auch in pädagogischer Hinsicht wertvolle Dienste leisten dürfte.

Ein herzliches Dankeschön richtet Schulleiterin Marleen Schäfer an Elternvertreterin Sandra Diels, die den Anstoß zu diesem beispielhaften Projekt lieferte. Sie hatte bereits im vergangenen Jahr einen Förderantrag zur Anlage einer Streuobstwiese bei der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung gestellt. In Sommer kam dann die erfreuliche Nachricht aus Hannover, dass die Pläne der Grundschule unterstützt werden. Die Stiftung stellte einen Betrag in Höhe von 1 890 Euro zur Verfügung.

Die Freude über den warmen Regen ist groß, doch ohne die Unterstützung aus der Nachbarschaft wäre die Anpflanzung der Bäume wohl nicht möglich gewesen. „Dieses Projekt konnte nun in Angriff genommen, weil uns die Familie Bellingradt freundlicherweise ihre Wiese hinter der Turnhalle zur Verfügung gestellt hat“, unterstreicht die Schulleiterin.

Fiete konnte es kaum abwarten

Um den Papierkrieg kümmerte sich Sandra Diels. Sie musste einige Formulare ausfüllen, um die Verbesserung des ökologischen Zustandes aufzuzeigen. Als es schließlich grünes Licht von der Stiftung gab, machten sich einige Kinder, Eltern und Lehrer an die Arbeit. Fiete konnte es kaum abwarten, den Spaten in die Hand zu nehmen. Der Erstklässler hob das Loch für einen Baum fast im Alleingang aus. Mit vereinten Kräften wurden 16 Hochstamm-Obstbäume, darunter alte und regionale Kultursorten, gepflanzt.

„In nächster Zeit sollen noch der Bau eines Insektenhotels und mehrere Nisthilfen sowie das Anlegen eines Wildblumenstreifens in Angriff genommen werden. So entstehen viele interessante Projekte rund um das Thema Streuobstwiese, die super in den Schulalltag eingebaut werden können“, erläutert Schäfer. Darüber hinaus könnten die Kinder die hinzugewonnene Fläche als „grünes Klassenzimmer“ nutzen. Somit würden sie gleich von Anfang an naturkundlichen Unterricht erhalten.

Erstes Interesse keimte gleich beim Anlegen der Streuobstwiese auf. Faustas meinte ganz aufgeregt beim Pflanzen eines Baumes: „Wie heißt der Baum, den ich gerade eingepflanzt habe? Den will ich mir merken.“ Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten. Lehrerin Birgit Göbel und Betreuungskraft Bettina Vollborth führten die Kinder gleich an das Projekt heran.

Gießen nicht vergessen 

Die Pädagogen wollen sich die frisch angelegte Streuobstwiese bei ihrer Arbeit zunutze machen. In der Wald-AG gibt es bereits viele Berührungspunkte mit der Natur, die nun um den Obstanbau bereichert werden. Eine weitere Verknüpfung zwischen Theorie und Praxis bietet sich, wenn die Kinder einzelne Steckbriefe für die Bäume herstellen und Unterschlüpfe für die Tierwelt bauen. Ein Vater eines Schülers ist im Landschaftsgartenbau tätig und hat bereits Hilfe zugesagt, wenn es fachspezifische Fragen gibt.

Natürlich dürfen die Kinder das Gießen nicht vergessen. Dafür soll im Frühjahr ein Plan erstellt werden. Auch die Erstklässler könnten sich dabei einbringen, damit sich die zarten Bäume gut entwickeln. Über den „Pfannkuchen-Apfelbaum“ ist bereits jetzt viel gelacht und spekuliert worden. Da fragen sich die Schüler: „Ob die Äpfel wohl aussehen wie Pfannkuchen?“. Die Schulleiterin bittet um etwas Geduld: „Das werden wir die nächsten Jahre herausfinden.“

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