Neue Gleichstellungsbeauftragte: Ann-Kristin Hübner nimmt die Arbeit auf

Dinge ansprechen und ansprechbar sein

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Ann-Kristin Hübner ist die neue Gleichstellungsbeauftragte der Samtgemeinde.

Barnstorf - Von Sven Reckmann. Zerwürfnis mit der Verwaltung, skurrile Geschehnisse rund um eine Urne im Rathaus, Beschuldigungen und schließlich ein Rücktritt – rund um den Posten der Barnstorfer Gleichstellungsbeauftragten hat es in der jüngeren Vergangenheit einigen Wirbel gegeben. Die Neubesetzung dieser Position eröffnet nun die Chance, die Gleichstellungsarbeit in Barnstorf wieder in ruhigeres Fahrwasser zu bringen und wieder zu fokussieren.

Ann-Kristin Hübner hat sich dieser Aufgabe angenommen. Der Rat hatte die 34-jährige Barnstorferin Ende März zur neuen Gleichstellungsbeauftragten und somit zur Nachfolgerin von Tamara Griasskin gewählt.

Presse-„Sprechstunde“ im Rathaus: Nach den ersten Wochen hat sich Hübner schon recht gut eingelebt in ihrem Teilzeit-Büro, wie sie durchblicken lässt. „Teilzeit“ daher, weil dieser Raum auch von den Stadtwerken für Beratungszwecke genutzt wird.

„Es sind jetzt schon ganz viele Menschen auf mich zugekommen“, freut sie sich über die Offenheit, mit der sie von den Barnstorfern aufgenommen worden ist. Ein großes Thema der ersten Zeit sei natürlich die Flüchtlingsproblematik gewesen. „Das passiert schon viel“, sagt sie mit Blick auf das große Engagement in Barnstorf von vielen Seiten, beispielsweise dem rührigen Arbeitskreis „Willkommen in Barnstorf.“ Sie als Gleichstellungsbeauftragte könne möglicherweise stärker die Flüchtlingsfrauen in den Fokus ihrer Arbeit nehmen.

Als einen weiteren Schwerpunkt ihrer Arbeit nennt sie die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Neben der Versorgung mit Krippen, die in Barnstorf in den letzten Jahren umfangreich ausgebaut wurde, sieht sie noch Potential im Bereich der Tagesmütter. „Da kann noch ganz viel passieren“, unterstreicht Hübner.

„Ich glaube, dass ich aufgrund meiner Profession und Erfahrung ganz gut in die Gleichstellungsarbeit passe“, findet sie. In Stemwede geboren wohnt Hübner seit fünf Jahren in Barnstorf und war seit 2006 als Sozialpädagogin in einem Frauenhaus in Espelkamp tätig, zuletzt als Leiterin. „Ich arbeite seit zehn Jahren mit Frauen mit besonderen sozialen Schwierigkeiten“, sagt sie. Zurzeit befindet sie sich in Elternzeit, ihr Sohn ist gerade ein Jahr alt. Mitte 2016 will sie wieder in ihren Job einsteigen, allerdings nicht in Vollzeit, sodass sie davon ausgeht, auch ihre Tätigkeit in Barnstorf weiterzuführen.

Ob die neue Gleichstellungsbeauftragte etwas bewegen kann, das hängt ganz stark auch von der politischen Unterstützung ab. Und hier ist zumindest der Grundstein gelegt. Bei ihrer Wahl sprachen sich SPD, CDU, FDP, BiF und Grüne im Samtgemeinderat geschlossen für Ann-Kristin Hübner aus, nur die ABO stimmte mit Nein. Nicht immer sind die Mehrheiten in der Barnstorfer Ratspolitik so klar. „Über das Ergebnis habe ich mich sehr gefreut“, sagt Hübner, die hofft, dass es eine fruchtbare Zusammenarbeit mit der Politik gibt. Als Gleichstellungsbeauftragte ist sie im übrigen beratendes Mitglied im nichtöffentlich tagenden Samtgemeindeausschuss. „Das ist schon eine Besonderheit“, unterstreicht Hübner, die hofft, auch auf diesem Wege Dinge ansprechen zu können, die ihr wichtig sind.

Hübner rechnet nicht damit, dass der Trubel um ihre Vorgängerin noch nachwirkt. „Das ist nicht mein Thema. Ich gehe nicht davon aus, dass das irgendwelche Auswirkungen auf meine Arbeit hat.“

Die Hauptaufgabe, so betont Hübner, das sei die Ansprechbarkeit. Einmal in der Woche bietet sie eine Sprechstunde im Rathaus an. Wobei sie klarstellt: „Gespräche müssen nicht unbedingt im Rathaus stattfinden, sondern sind beispielsweise auch im Igel oder in Privaträumen möglich.“ Die Sprechstunden seien eine Grundvoraussetzung für die Gleichstellungsarbeit.

Gleichstellungsbeauftragte Ann-Kristin Hübner bietet Sprechzeiten mittwochs von 11 bis 12.30 Uhr an sowie nach Vereinbarung.

Telefon: 05442/80969 oder 0175/9871330 oder ann-kristin.huebner@barnstorf.de

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