Neue Fahrbahn-Markierung soll Beitrag zur Verkehrsberuhigung leisten

Kein Radweg an der K101

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Auf der K 101 zwischen Drentwede und Heiligenloh müssen Pedalritter weiter auf der Straße bleiben. Ein Radweg ist im Zuge der bevorstehenden Sanierung nicht geplant.

Drentwede - Von Thomas Speckmann. „Mit Kindern auf dieser Straße zu fahren, ist lebensgefährlich. Muss denn erst etwas Schlimmes passieren, bis etwas Sinnvolles wie der Fahrradweg gebaut wird?“ Mit dieser Frage hat sich Marlitta Bode bereits vor einem Jahr an den Landkreis Diepholz gewandt und damit ihrer Forderung nach einem Radweg entlang der Kreisstraße 101 zwischen Drentwede und Heiligenloh Nachdruck verliehen.

Die Forderung der Anliegerin wird von vielen Drentweder Bürgern und Gemeindevertretern geteilt. Passiert ist in den vergangenen Jahrzehnten trotz aller Bemühungen und Gespräche allerdings nichts. Auch im Zuge des bevorstehenden Ausbaus der viel befahrenen Kreisstraße wird es keinen Radweg geben. Was der Landkreis Diepholz hingegen anstrebt, ist eine Änderung der Fahrbahn-Markierung. Sie soll unter anderem zur Verkehrsberuhigung beitragen.

„Die bisherige Aufteilung in zwei Fahrspuren, getrennt durch die gestrichelte Mittellinie, wird komplett verschwinden“, kündigt Franz Vogel, Leiter des Fachdienstes „Umwelt und Straße“, im Gespräch mit unserer Zeitung an. Bei der geplanten Erneuerung der Asphaltdecke bleibe die Breite von 5,50 Metern bestehen, die Straße werde aber neu eingeteilt. Es gebe in Zukunft einen Kern von 4,50 Metern sowie zwei Randstreifen von jeweils 0,5 Metern, die durch gestrichelte Linien kenntlich gemacht würden.

Für den Landkreis Diepholz ist diese Maßnahme ein Stück weit Premiere. „Das ist das erste Mal, dass wir die neue Markierungsrichtlinie auf einer Kreisstraße anwenden“, sagt Vogel. Seine Behörde verspricht sich davon im Wesentlichen zwei Vorteile. Erstens: Die Fahrzeugführer orientieren sich durch den Wegfall der Mittellinie automatisch zur Straßenmitte, wodurch die oft stark beanspruchten Straßenränder geschont werden. Zweitens: Ohne getrennte Fahrspuren wird in der Regel langsamer gefahren.

Dass sich eine solche Markierung geschwindigkeitsmindernd auswirken wird, davon ist auch Volker Töllner überzeugt. Er ist stellvertretender Leiter des Fachdienstes „Bürgerservice und Verkehr“, der in diesem Fall mit den Kollegen aus Vogels Fachdienst eng kooperiert. Töllner verweist auf Untersuchungen des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR). Demnach würden Verkehrsteilnehmer bei fehlender Mittellinie oft langsamer fahren, wenn sie mit Gegenverkehr rechnen müssten.

„Durch die neue Markierung wird die Geschwindigkeit gemindert, das ist unser Ziel insbesondere für die Kreisstraßen“, fügt Töllner hinzu. Er geht davon aus, dass sich die verkehrsberuhigende Wirkung auch für Radfahrer und Fußgänger auszahlen könnte. Mit Blick auf die Markierungen am Fahrbahnrand stellt sein Kollege Vogel allerdings unmissverständlich klar: „Es ist keineswegs ein Streifen, der einen besonderen Schutz darstellt, sondern ein Ausweichstreifen für Kraftfahrzeuge bei Gegenverkehr!“

Und wie stehen die Chancen auf den Bau eines Rad- und Fußweges? Im weiteren Verlauf der Kreisstraße zwischen Heiligenloh und Natenstedt ist eine solche Maßnahme unlängst geschaffen worden. Auf Drentweder Seite gibt es wenig Hoffnung. Im Kreisstraßenbauprogramm für die Jahre 2017 bis 2019, das kurz vor der Beschlussfassung durch die Politik steht, ist kein Radweg zwischen Drentwede und Heiligenloh vorgesehen.

Wie aus dem Fachdienst verlautet, orientieren sich die Entscheidungsträger weiter an einer Erhebung aller Kreisstraßen aus dem Jahr 1995. Damals sind unter Einbeziehung von Verkehrsbehörden, Kommunen und Polizei diverse Kennzahlen erarbeitet worden, unter anderem Verkehrsbelastung, Unfallzahlen und Schülerzahlen. In dem Punktesystem spielt der besagte Bereich keine vorrangige Rolle.

„Wir warten seit 23 Jahren auf den Radweg“, sagt Bürgermeister Theo Amelung. Er habe als Kreistagsabgeordneter mehrfach das Gespräch auf Kreisebene gesucht und die Fraktionen auf das Verkehrsaufkommen auf der Kreisstraße 101 hingewiesen. Die Bemühungen hätten jedoch keinen Erfolg gehabt. Erschwerend sei vor einigen Jahren hinzu gekommen, so Amelung weiter, dass einige Grundstückseigentümer nicht bereit gewesen seien, Flächen für eine Baumaßnahme abzugeben. Amelung will sich weiter dafür einsetzen, dass die Bestandsaufnahme aus dem Jahr 1995 überprüft und aktualisiert wird. Die neue Markierung der Straße ist für ihn nur eine „kleine Rettung“.

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