Neubau einer zwölf Kilometer langen Leitung ins Feld Düste startet im April

Wintershall rüstet sich für weitere Erdölförderung

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Bei einer Informationsveranstaltung konnten sich interessierte Bürger über die aktuellen Pläne der Wintershall informieren.

Barnstorf - Die Pläne liegen auf dem Tisch, der Antrag auf Genehmigung ist gestellt: Mitte April will Wintershall mit den Bauarbeiten für eine neue Erdölleitung in das Feld Düste beginnen. Damit wird ein weiterer Schritt in die Zukunft der heimischen Förderung getan.

Über die Pläne des international tätigen Erdöl- und Erdgasproduzenten konnten sich Anwohner und interessierte Bürger in dieser Woche bei einer Vortragsveranstaltung im Verwaltungsgebäude an der Rechterner Straße informieren. Laut einer Pressemitteilung des Unternehmens nutzten etwa 20 Bürger die Gelegenheit, mit den Experten über die Investitionen in den Standort zu sprechen.

„Im Zuge von umfassenden Modernisierungsarbeiten ersetzen wir die Erdölleitung im Ölfeld Düste Valendis durch eine neue Leitung. Damit rüsten wir uns für eine Fortsetzung der traditionellen Erdölförderung in der Region“, sagte Thomas Ruttmann, Leiter der eigenoperierten Erdöl- und Erdgasförderung von Wintershall Deutschland. Die neue Leitung stärke neben der aktuellen Modernisierung der Erdölaufbereitungsanlage auf dem Betriebsgelände auch den Standort Barnstorf mit seinen rund 350 Arbeitsplätzen. Insgesamt investiere Wintershall rund 20 Millionen Euro.

Wintershall fördert seit 1954 Erdöl im Feld Düste Valendis, bisher insgesamt rund 1,8 Millionen Tonnen. „Wir sehen noch weiteres Potenzial, die Förderung ist noch nicht erschöpft“, stellte Ruttmann fest. Aktuellen Planungen zufolge könne das Unternehmen noch weitere 30 Jahre Öl aus der Lagerstätte fördern.

„Es ist gut, dass Wintershall hier in Barnstorf investiert, vor allem auch für die Arbeitsplätze“, meinte Landwirt Heinrich Wünning aus Gothel, der sich über den Neubau der Erdölleitung informierte und selbst von der Maßnahme betroffen ist. Die Anwohner seien frühzeitig von Wintershall über den geplanten Neubau informiert worden, so Wünning.

Den Plänen zufolge will Wintershall ein zwölf Kilometer langes Leitungssystem zwischen der Erdölförderstelle „Düste 11“ in Scharrel und dem Werkplatz an der Rechterner Straße in Barnstorf verlegen. „Abgestimmt auf die aktuell betriebenen Bohrungen und mögliche Steigerungen bei der Förderung wird die neue Leitung auf rund zwei Dritteln der Strecke einen neuen Verlauf nehmen“, erläuterte Ruttmann.

„Die Rohre der neuen Leitung bestehen aus sehr belastbarem und mit Glasfaser verstärktem Kunststoff. Sie sind hochwertiger Standard im heutigen Leitungsbau“, erklärte Projektleiter Andreas Kalkbrenner. Auf dem ersten Teilstück im Erdölfeld hätten die Rohre einen Innendurchmesser von etwa zehn Zentimetern, anschließend würden die Rohre auf eine Größe von circa 15 Zentimeter wechseln. „Die Rohre sind auf der gesamten Trasse wärmeisoliert“, fügte Kalkbrenner hinzu. In der Isolierung seien zudem Sensoren eingebaut, die eine permanente Überwachung der Leitung ermöglichen.

Die Leitung soll in weiten Teilen über Acker- und Grünflächen verlaufen, so dass eine offene Leitungsbauweise auf über 90 Prozent der Strecke möglich ist. Wo die Strecke das Hunteholz kreuzt sowie an Straßen- und Bahnkreuzungen werde die Leitung mit Hilfe eines Horizontalbohrverfahrens oder mittels Pressung in mehreren Metern Tiefe unterhalb der Schutzzonen in einem zusätzlichen Rohr verlegt. Sensible Gebiete blieben damit vom Leitungsbau unbeeinträchtigt, so Kalkbrenner.

Sobald die Genehmigung durch das Landesbergamt vorliegt, soll der Neubau der Erdölleitung beginnen. Die Arbeiten dauern etwa zwölf Monate. „Die Tiefbauarbeiten werden wir noch in diesem Jahr abschließen“, kündigte Kalkbrenner an. Das Projekt solle bis Frühjahr 2016 abgeschlossen werden.

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