Netzwerk und Ideenschmiede

Kreisseniorenbeirat hat mit Heidemarie Albers eine engagierte Vorsitzende

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Heidemarie Albers ist Vorsitzende des Kreisseniorenbeirates. Vor allem Alleinstehenden will sie helfen.

Landkreis Diepholz - Von Anke Seidel. Alt werden wollen alle. „Aber alt sein wollen sie nicht. Das höre ich immer wieder“, schmunzelt Heidemarie Albers. Die 71-Jährige steht jetzt offiziell an der Spitze des kreisweiten Gremiums, das sich für die Belange der Senioren einsetzt. Der Kreisseniorenbeirat mit seinen insgesamt 22 Mitgliedern und Vertretern aus den Städten und Gemeinden versteht sich als Impulsgeber und Ideenschmiede.

Kommissarisch hatte die Barnstorferin den Vorsitz schon vor zwei Jahren übernommen – nach dem überraschenden Tod des bisherigen Vorsitzenden Hermann Helms. Das einstimmige Votum ihrer Wahl zeigt: Heidemarie Albers den Vorsitz zu übertragen, war für die Mitglieder offensichtlich nur noch Formsache.

An Ideen und Zielen mangelt es der engagierten 71-Jährigen nicht. Vor allem möchte sie alleinstehenden Senioren helfen. Heidemarie Albers weiß: Wer in so kleinen Ortsteilen wie Dörpel oder Donstorf allein und ohne Auto lebt, kommt nur schwer in Kontakt mit anderen.

Die Mobilität – sprich Fahrmöglichkeiten – verbessern, ist für sie deshalb das Gebot der Stunde. „In anderen Kommunen im Landkreis gibt es ja schon Bürgerbusse oder Mitfahrerbänke“, blickt sie auf Verbesserungsmöglichkeiten, von denen Senioren auch in anderen Städten und Gemeinden des Landkreises profitieren könnten.

Praktisch im Schneeball-System: Denn der Kreisseniorenbeirat ist auch ein Forum für den Austausch von Ideen und Know-how unter den Vertretern aus den 15 örtlichen Seniorenbeiräten im Landkreis. Der Kontakt dieser Vertreter untereinander ist Heidemarie Albers sehr wichtig – und genauso: „Ich hoffe, dass sie die Informationen vor Ort auch weitergeben.“

Beispielsweise über die Senioreneinrichtungen, in denen das Kreisgremium wechselnd tagt – traditionell öffentlich und stets mit einem Vortrag verbunden. Ein Referat über den „Letzte-Hilfe-Kurs“ soll die nächste Sitzung prägen. Dieser Kurs soll Menschen die Scheu vor den letzten Momenten im Leben nehmen, damit sie sich bewusst darauf vorbereiten können.

Heidemarie Albers überlegt außerdem, Dr. Christoph Lanzendörfer noch einmal zum akuten Thema Ärztemangel einzuladen. „Darüber hat er bei uns schon vor zwei Jahren referiert“, sagt die 71-Jährige. Sie hat Lanzendörfers Auftritt in der Fernsehsendung „Hart aber fair“ (wir berichteten) aufmerksam verfolgt und erinnert sich noch gut an seine Botschaft im Seniorenbeirat: „Es gibt genügend Ärzte. Das Problem ist nur ihre Erreichbarkeit“, formuliert es Heidemarie Albers.

Die Gesundheitsversorgung für Senioren ist der Vorsitzenden des Kreisgremiums enorm wichtig. Unabhängig davon ist sie angesichts des Patienten-Ansturms in den Notfallpraxen an den Krankenhäusern felsenfest überzeugt: „Dieser Notdienst wird missbraucht.“ Es dürfe nicht sein, dass dort Menschen mit Halsschmerzen oder Schnupfen vorstellig würden – und echte Notfälle am Ende womöglich nicht mehr behandelt werden könnten: „Da muss sich die Politik Gedanken machen.“

Genauso wichtig sei die Hilfe für Ältere, wenn sie den Garten oder kleine handwerkliche Aufgaben im Haus nicht mehr leisten könnten. „Da muss eine Lösung her“, sagt Heidemarie Albers – und denkt an Modelle wie Zeitspenden oder Tauschringe. Wohl wissend, dass manche Senioren selbst nicht um Hilfe bitten können. „Da ist eine Hemmschwelle, die sie nicht überwinden können.“

Junge und alte Menschen an einen Tisch bringen – das ist für die 71-Jährige ein Gewinn. Als Vorsitzende des Seniorenbeirats in Barnstorf plant sie gemeinsam mit ihrem Team einen Vortrag mit einem Fahrlehrer, der jungen und alten Autofahrern gleichermaßen die neuen Regeln im Straßenverkehr erklären soll. In der Hoffnung auf ein bunt gemischtes Publikum.

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