Vergebliches Bemühen um Nachfolge

Autohaus Kording schließt seine Pforten

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Das Autohaus Kording in Drebber schließt nach fast 58 Jahren seine Pforten. Für Elisabeth und Wilhelm Rodenbeck beginnt damit ein neuer Lebensabschnitt.

Drebber - Von Thomas Speckmann. Im Autohaus Kording in Drebber gaben sich am gestrigen Freitag noch einmal zahlreiche Kunden die Klinke in die Hand. Hier kleine Reparaturen oder Fachfragen, dort herzliche Abschieds- und Dankesworte. Am späten Nachmittag war dann Feierabend für die Belegschaft. Es war ihr letzter offizieller Arbeitstag in dem Betrieb, der zum Jahresende seine Pforten schließt.

„Ab nächster Woche ist alles anders“, erklärten Elisabeth und Wilhelm Rodenbeck, die sich schweren Herzens dazu entschlossen haben, den Familienbetrieb nach fast 58 Jahren aufzugeben und in den Ruhestand zu gehen. Sicherlich keine leichte Entscheidung, denn das Ehepaar hat viel Engagement und Herzblut in das Autohaus gesteckt: „Den größten Teil unseres Lebens haben wir hier verbracht.“

Gerne hätten die Betriebsinhaber noch ein paar Jahre dran gehängt. Doch die fehlende Perspektive für den alteingesessenen Betrieb gab schließlich den Ausschlag, den Schlussstrich zum Ende dieses Jahres zu ziehen. Damit verliert Drebber ein traditionsreiches Unternehmen, das über die Gemeindegrenzen hinaus bekannt ist und Kunden aus der ganzen Region angelockt hat.

Werner Kording, der Vater von Elisabeth Rodenbeck, hatte die Autowerkstatt im Jahr 1960 gegründet. Der Standort befand sich damals noch auf der gegenüberliegenden Seite der Bundesstraße 51. Nur sechs Jahre später erfolgte der Neubau mit Tankstelle an der Straße „Am Friedhof“. In der Folge kamen Waschhalle, Lager und weitere Räume hinzu. In Spitzenzeiten standen ein halbes Dutzend Mitarbeiter in Lohn und Brot des heimischen Ausbildungsbetriebes.

Mögliche Nachfolger mit „kalten Füßen“ oder zu wenig Geld

In jüngster Zeit hatten sich Elisabeth und Wilhelm Rodenbeck intensive Gedanken um die Zukunft des Hauses gemacht. „Wir haben uns sehr bemüht, einen Nachfolger für unsere Werkstatt zu finden, aber leider ist uns das nicht gelungen“, bedauerte das Ehepaar. Es habe zwar Kontakte gegeben, aber entweder hätten die Betroffenen „kalte Füße“ bekommen oder nicht die nötigen Mittel für eine Übernahme gehabt. Beileibe kein Einzelfall. Immer mehr kleine Handwerksbetriebe suchen vergeblich nach Nachfolgern.

Was im Autohaus Kording erschwerend hinzukommt, ist die beendete Vertragspartnerschaft mit Renault. Seit dem Jahr 1961 haben vor dem Betrieb die Fahnen des französischen Automobilherstellers geweht. Doch diese Zusammenarbeit ist im Sommer ausgelaufen. „Wir haben die neuen Selektionskriterien nicht mehr erfüllt“, so Elisabeth Rodenbeck. Für eine weitere Partnerschaft wären ein neuer Ausstellungsraum und weitere bauliche Maßnahmen nötig gewesen. Diese Investitionen hätten sich ohne die Aussicht auf einen langfristigen Fortbestand des Betriebes wohl nicht gelohnt.

Während sich die beiden Mitarbeiter des Autohauses Kording nun anderweitig orientieren, müssen die Inhaber die Betriebsauflösung abwickeln. Wenn im neuen Jahr Licht in der Halle brennt, dann liegt es auch daran, dass Wilhelm Rodenbeck in überschaubarem Rahmen weiterarbeiten wird. „Ich werde noch für die Kunden da sein, wenn es kleine Probleme am Wagen gibt“, lächelt der 68-jährige Kraftfahrzeugmechanikermeister.

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