Rückstände von Ethylenoxid

Kleiner Anteil, große Wirkung: Biokost-Produzent Allos ruft Müslisorten zurück

Von hier stammen die vier betroffenen Müslisorten: Die Allos-Amaranth-Mischungen wurden in Drebber produziert und von dort bundesweit ausgeliefert. 
Archivfoto: Jansen
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Von hier stammen die vier betroffenen Müslisorten: Die Allos-Amaranth-Mischungen wurden in Drebber produziert und von dort bundesweit ausgeliefert.

Ausgerechnet Allos! Der Produzent für vegetarische Kost mit seinem Stammsitz in Drebber, nach eigenen Angaben „einer der führenden Bio-Lebensmittelhersteller Europas“, musste jetzt vier seiner Müslisorten zurückrufen. Als Grund gab die „Allos Hof-Manufaktur“ von ihrem Bremer Verwaltungssitz aus „Rückstände von Ethylenoxid in der Sesamsaat“ an.

Drebber – „Der Eintrag wurde bei Grenzkontrollen der EU-Behörden bei Sesamsaatgut aus Indien festgestellt“, erläuterte am Donnerstag Olga de Gast, bei Allos Leiterin der Abteilung „Kommunikation und Nachhaltigkeit“, auf Nachfrage dieser Zeitung. Dieser Rohstoff sei „weder spezifisch für Allos- noch für Bio-Rohware“, so die Sprecherin weiter.

Ethylenoxid ist ein in Europa verbotenes Pflanzenschutzmittel, das unter anderem beim Desinfizieren von Silos und Containern zum Einsatz kommt, weil es zum Beispiel Bakterien und Pilze abtötet. Die Substanz ist giftig und krebserregend.

Müsli-Rückruf vom Amaranth-Basis-Müsli

„Wir stellen über Lieferantenvereinbarungen sicher, dass unsere Rohware allen Qualitätsanforderungen im Rahmen der EU-Bioanforderungen entspricht“, betonte Olga de Gast. Warum es trotzdem zu diesem Ethylenoxid- Eintrag kam, werde derzeit auf Ebene der Europäischen Union untersucht. „Leider hat es den Anschein, dass es im Ursprungsland zu einem schlechten Umgang mit diesem Rohstoff gekommen ist“, vermutete sie.

Zurückgerufen hat die Firma die 1,5-Kilogramm-Packungen des Amaranth-Basis-Müslis (Mindesthaltbarkeitsdatum: 2. Oktober 2021), des Amaranth-Früchte-Müslis (haltbar bis 9. Oktober 2021) und des Amaranth-Schoko-Müslis (MHD: 1. Oktober 2021) sowie die 375-Gramm-Packungen vom „Allos Amaranth Nuss Müsli (haltbar bis 23. September 2021). Hergestellt wurden die Mischungen am Standort in Drebber. Ausgeliefert hat Allos sie an Naturkostfachhändler wie etwa Bioläden im gesamten Bundesgebiet. Artikel mit anderen Haltbarkeitsdaten sind nicht betroffen.

Obwohl die Sesamsaat nur zu maximal 2,7 Prozent in diesen Müsli-Variationen enthalten ist, „möchten wir im Sinne des Verbraucherschutzes vom Verzehr abraten“, unterstrich Olga de Gast. Bereits in der vorherigen Mitteilung hatte die Firma auf den geringen Anteil hingewiesen und gleichzeitig ihr Bedauern ausgedrückt: „Die Qualität und Sicherheit unserer Produkte haben für uns höchste Priorität. Wir entschuldigen uns bei allen Kunden für die entstandenen Unannehmlichkeiten.“ Für die zurückgegebenen Artikel erhielten die Verbraucher im Handel das Geld zurück – auch ohne Vorlage des Kassenbons.

Allos in Drebber: Zweiter Vorfall dieser Art

In seiner mittlerweile 36-jährigen Firmengeschichte ist es laut Sprecherin de Gast der erst zweite Vorfall dieser Art: „Wir hatten vor einigen Jahren einen Rückruf bei Fruchtaufstrichen“, erinnert sie sich. Fragen zur Rückrufaktion beantwortet Allos per E-Mail: info@allos.de

Stichwort Allos: Die Marke Allos existiert seit 1974, als Gründer Walter Lang in Drebber erste Fruchtschnitten aus getrocknetem Obst und Honig aus eigener Imkerei fertigte. Heute beschäftigt die „Allos Hof-Manufaktur“ 200 Mitarbeiter an den Standorten Drebber, Bremen und Freiburg.

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