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Müll: Gemeinde bleibt auf Kosten sitzen

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Von: Jannick Ripking

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Die Donstorfer Gruppe des Eydelstedter Umweltspaziergangs hatte allerhand zu tun. In ihrem Gebiet gab es die meisten illegal entsorgten Altreifen. Die Gemeinde muss nun für die Entsorgung dieser Reifen in die Tasche greifen.
Die Donstorfer Gruppe des Eydelstedter Umweltspaziergangs hatte allerhand zu tun. In ihrem Gebiet gab es die meisten illegal entsorgten Altreifen. Die Gemeinde muss nun für die Entsorgung dieser Reifen in die Tasche greifen. © Martina Thesing

Beim Umweltspaziergang in Eydelstedt wurden Asbestplatten, 51 Altreifen und anderer Sondermüll gefunden.

Barnstorf – Was als ein schöner Tag begann, endete in einem kleinen Desaster. Fast 60 Menschen haben ehrenamtlich am Eydelstedter Umweltspaziergang teilgenommen, um die Gemeinde sauber zu halten – und mussten mehr einsammeln, als sie sich wohl am Anfang erhofft hatten. Altreifen, Asbestplatten und anderer Sondermüll war dabei. Die Gemeinde bleibt nun auf den Entsorgungskosten sitzen.

Für diese Aktion stellte die Abfallwirtschaftsgesellschaft (AWG) aus Bassum zwar kostenlos einen Abfallcontainer zur Verfügung. Doch der war nicht groß genug. Außerdem kam viel Sondermüll zusammen. Gemeindebürgermeisterin Martina Thesing ärgert sich. Da biete die AWG schon so eine Müllsammelaktion in Kooperation mit den Kommunen an, „und dann ist es so viel Müll, dass unsere Gemeinde trotzdem draufzahlen muss“.

In verschiedenen Gruppen sammelten die Helfer in ihren Ortschaften den Müll ein. Am härtesten traf es wohl die Donstorfer Gruppe, meint Martina Thesing. Dort schlugen insbesondere illegal entsorgte Altreifen ins Kontor. Per Hand und einfachem Werkzeug sei da nicht viel zu machen gewesen. „Die kann man ja nicht einfach so wegtragen“, sagt die Bürgermeisterin. Also habe die Truppe die Reifen mithilfe von Anhängern und Pritschenwagen zur Sammelstelle gebracht.

Riesiger Berg Reifen

Im gesamten Eydelstedter Gebiet seien 51 Reifen gefunden worden. „Damit habe ich überhaupt nicht gerechnet. 51 Reifen, das muss man sich einmal vorstellen“, kommentiert Thesing. „Autoreifen, Motorradreifen, Lkw-Reifen. Das ist ein riesiger Berg, auf dessen Entsorgungskosten die Gemeinde nun sitzen bleibt.“

Martina Thesing schätzt die Kosten auf „um die 500 Euro“. Dieser Betrag hätte durchaus noch höher ausfallen können: „Wenn die Gemeinde das alles hätte vom Bauhof abholen lassen, wäre es deutlich teurer geworden. Deswegen gelte ihr besonderer Dank allen Helfern, die beim Umweltspaziergang dabei waren.

Unmut unter den Sammlern

„Die Stimmung war eigentlich gut, aber es ist schade, dass es so viel Müll war. Unter den Sammlern gab es wirklich Unmut. Das hat uns schon sehr bedrückt“, berichtet die Bürgermeisterin von Eydelstedt. „Wo führt das denn noch hin?“, fragt sie sich. Um in Zukunft nicht wieder auf Berge von Reifen zu stoßen, wirft sie die Idee eines Pfandsystems für Reifen in den Raum: „Dann zahlt man beim Kauf eben zehn Euro mehr. Das Geld bekommt man dann später einfach wieder zurück.

Neben den Reifen fanden die Helfer auch Asbestplatten in Wohlstreck. „Die Entsorgungskosten hat die Jägerschaft Wohlstreck übernommen“, sagt sie dankbar. Ansonsten wäre es für Eydelstedt noch teurer geworden.

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