Regelmäßige Treffen im Mehrgenerationenhaus

Montagsmaler wagen Sprung über die weiße Leinwand

Karin Sindermann bemalt in der Tradition alter Meister die Leinwände auf beiden Seiten. Die Vorderseite ist bereits fertiggestellt als abstraktes Stillleben, die Rückseite bekommt Ornamente.

Barnstorf - Von Simone Brauns-Bömermann. Immer wieder montags brennt Licht im Gruppenraum des Mehrgenerationenhauses in Barnstorf. In den Abendstunden trifft sich dort eine neu formierte Malgruppe um die Initiatorinnen Birgit Wilkening und Birgit Göttel-Kopf. Zwei Stunden dauert die gemeinsame Session. Mal ist es still und leise, mal ist eine musikalische Untermalung zu hören. Das richtet sich ganz nach der Stimmung der Hobbykünstler, die ihrer Kreativität freien Lauf lassen.

„Langsam formiert sich die Gruppe“, stellt Initiatorin Birgit Wilkening erfreut fest. Inzwischen sind es acht Frauen aus Barnstorf und Umgebung, die sich für den zwanglosen eigenverantwortlichen Malkreis entschieden haben. „Wir zählten beim ersten Treffen auch einen Herrn, der ist jedoch nicht wiedergekommen“, berichten die Montagsmaler, die natürlich weiterhin für männliche Mitstreiter offen sind. Zwei weitere Hobbykünstlerinnen wollen eventuell noch zu der Gruppe stoßen.

„Es war eine bewusste Entscheidung, ohne Anleitung einmal in der Woche gemeinsam zu Malen, sich aber austauschen zu können“, erklärt Jutta Weißer aus Aldorf. Sie gehört zu einer Gruppe von fünf Damen, die schon vorher in lockere Runde getroffen haben. Sie haben sich abwechselnd zuhause getroffen, um gemeinsam kreativ zu werden. Nun ist das Mehrgenerationenhaus ihr festes Domizil.

Vor Jutta Weißer liegt ein bereits fast fertiggestelltes Bild, das seinen Platz in den eigenen vier Wänden finden soll. „Ich habe mir vorgenommen, ein eigenes Motiv für meine Kochküche zu malen“, berichtet die Aldorferin. Das Werk hat einen anthrazit farbigen Grundstock mit weißen Pusteblumen. Mit ganz feinem Haarpinsel entstehen die letzten noch fehlenden filigranen Samenkapseln. Da kommt der Beobachter glatt in Versuchung, einmal über das Bild zu pusten.

Ein paar Schritte weiter packt Celina Hohlt aus Drebber drei kleine fast fertige Leinwände einer Trilogie mit gemalten tropischen Gräsern und Bambus aus. „Die sollen später in meinem Badezimmer hängen, als Bad-Oase“, sagt die Hobbykünstlerin. Spannend wird es zu ergründen, warum Karin Sindermann Ornamente auf die Rückseite eines bereits fertigen Werkes malt. „Ich habe eine Plexiglas-Dusch-Abtrennung und ich möchte von beiden Seiten etwas zu entdecken haben“, verrät sie.

Birgit Göttel-Kopf legt zwischendurch den Pinsel aus der Hand und wirft einen Blick in „Das große Zentangle-Buch“ von Beate Winkler. Es liefert spannendes Hintergrundwissen über die beliebte Zeichenmethode, die Akribie und Ruhe voraussetzt und besonders filigrane Meisterwerke entstehen lässt. Zwischen den zahlreichen Ornamenten und Mustern hofft die heimische Hobbymalerin ein Jugendstil-artiges Muster für ihr Werk zu finden.

Auch Birgit Lührs und Birgit Wilkening stehend grübelnd vor ihrer Arbeit. Sie müssen an diesem Abend den Sprung über die weiße Leinwand wagen. „Das ist immer wieder eine Herausforderung“, bestätigt Lührs, während sie mit ihrer Malnachbarin überlegt, welche Grundfarbgebung ihr neuestes Werk haben soll. Die gegenseitige Beratung und Unterstützung ist ein ganz wichtiger Punkt in der Malgruppe.

„Wir quatschen immer in Wellen“, sagt Celina Hohlt, bevor sie sich wieder in ihre Trilogie vertieft. Was in der entspannenden Geräuschkulisse entsteht, bleibt vorerst ein kleines Geheimnis. Eine Vision der Malgruppe ist es, im nächsten Jahr eine Ausstellung zu organisieren. Ein schöner Anlass wäre der 30. Geburtstag der Interessengemeinschaft Gesundes Leben (Igel). Es ist bekanntlich der Trägerverein des Mehrgenerationenhauses, wo sich die „Montagsmaler“ regelmäßig treffen.

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