Monitoring bestätigt Revier

Wölfin zieht nun auch offiziell in Barnstorf ein

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Dieses Foto einer Wildkamera zeigt sehr wahrscheinlich die Barnstorfer Wölfin.

Barnstorf - Eine ortstreue Wölfin lebt im Raum Barnstorf, das ist nun offiziell bestätigt. Aktuelle Fotos einer Wildkamera aus dieser Gegend haben zusammen mit DNA-Ergebnissen dazu geführt, dass für den Raum Barnstorf und das Grenzgebiet der Landkreise Diepholz und Vechta das Territorium der Wölfin als nachgewiesen gilt, teilte Wolfsberater Dr. Marcel Holy am Freitag mit.

Dabei hatte es schon seit April 2014 Hinweise, zum Beispiel Fotos und Videos, von Wölfen im Landkreis Diepholz gegeben. „Es gab zwischen den Nutztierrissen immer wieder glaubhafte Schilderungen von Wolfsbeobachtungen sowie Wildtierrisse mit wolfstypischen Spuren, sodass schon länger davon ausgegangen werden konnte, dass sich ein Wolf bei uns angesiedelt hat“, räumt auch Holy ein. „Jetzt ist aber den offiziellen Wolfsmonitoring-Richtlinien genüge getan.“

Der ehrenamtliche Wolfsberater und Mitarbeiter der Natur- und Umweltschutzvereinigung Dümmer See (NUVD) ist optimistisch, was die Zukunft des Raubtieres angeht. „Nun schauen wir, wann ein weiterer Wolf im Landkreis Diepholz nachgewiesen werden kann. Bei der aktuellen Bestandsentwicklung ist dies über kurz oder lang zu erwarten.“

Holy schätzt, dass das Territorium der Wölfin anhand der gefundenen DNA-Spuren von dem Wald Herrenholz in Visbek südlich von Wildeshausen bis fast zur B214 bei Rehden und Dickel geht. Die normale Größe von Wolfsrevieren umfasst rund 20 bis 30 Quadratkilometer. Das entspricht rund zehn Prozent der Fläche der Samtgemeinde Barnstorf (205 Quadratkilometer). Holy geht davon aus, dass das Tier in dem Revier bleibt und auf einen männlichen Partner wartet, um sich fortzupflanzen. „Wenn sich ein Wolf ein Territorium gesucht hat und sich nichts grundlegend ändert, wie die Nahrungssituation, bleibt er dort“, erklärt Holy.

Bis die Wölfin Junge hat – sollte es jemals soweit sein – ,wird sie nach Holys Einschätzung auf Wanderschaft durch ihr Revier sein und keinen Bau oder dergleichen errichten.

Seit April 2014 haben sich Fotos, Videos und DNA-Spuren angehäuft, die jedoch bis jetzt nicht ausreichten, um das von der Landesjägerschaft betriebene Wolfs-Monitoring zufriedenzustellen. Da der Wolf durch die Flora-Fauna-Habitat-Richtlinien (FFH) der EU geschützt ist, muss der Bestand überwacht werden, um festzustellen, wie es den Wölfen geht. Geld für eventuelle Schutzmaßnahmen fließt übrigens durch die offizielle Bestätigung des Wolfsreviers nicht, wie Holy bestätigt.

Holy fasst in seiner Mitteilung Hin- und Nachweise auf die Wölfin zusammen. Der erste sichere Nachweis eines Wolfs im Landkreis Diepholz war demnach ein Foto, das im April 2014 in Mäkel aufgenommen wurde. Ab November 2014 folgten Übergriffe auf Schafe in Barnstorf, Drebber und Rüssen. Die Serie von Rissen in Schafherden und einem Damwildgatter setze sich bis Ende Februar fort. Hinzu kamen genetische Nachweise durch Losungsfunde, also Wolfskot. Erlaubten die gewonnenen DNA-Ergebnisse eine Bestimmung des Wolfsindividuums, wurde stets ein weiblicher Nachkomme des Rudels im wendländischen Gartow ermittelt.

Anfang April 2015 wurde am Moorrand in Drebber erneut ein Schaf in wolfstypischer Weise gerissen. Es folgten weitere Risse von Schafen in den Landkreisen Vechta und Diepholz, im Juli wurde erstmals ein Rinderkalb gerissen und Ende Juli und Anfang August gab es erneut Übergriffe auf Damwild in einem Gatter. Die bislang vorliegenden DNA-Ergebnisse deuten ebenfalls auf die Wölfin aus dem Gartower Rudel hin.

Laut Holy sind die eingereichten DNA-Spuren bis Mai und Juni inzwischen ausgewertet. Der Rest noch nicht. bor

"Wolfsbüro" kostet das Land 450.000 Euro im Jahr

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