Firma Anedo beteiligt sich an Forschungsprojekt 

Mobiles Labor auf dem Acker

Zuschüsse für ein zukunftsweisendes Projekt: Geschäftsführer Andreas Möller (r.) nimmt vom Parlamentarischen Staatssekertär Peter Bleser den Zuwendungsbescheid entgegen.

Eydelstedt - Von Sven Reckmann. Es geht um den Pflanzenbau der Zukunft: Mit einem mobilen Bodenproben-Labor wollen Wissenschaftler der Hochschule Osnabrück und Unternehmen den Einsatz von Ressourcen zukünftig effizienter machen. Ein entsprechendes Forschungsprojekt ist jetzt mit einem Förderbescheid des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft ausgezeichnet worden. Im Projektteam dabei: die Firma Anedo aus Eydelstedt.

„Soil2data“ heißt das Projekt, von dem die Beteiligten sagen, dass es ein Meilenstein für den effizienten Einsatz von Ressourcen wie Dünger und Saatgut sein könnte. Bei dem Projekt geht es darum, ein mobiles Bodensensor-Modul für Trägerfahrzeuge zu entwickeln, das während der Fahrt über ein landwirtschaftliches Feld eine Bodenanalyse durchführt und den Boden nach der Messung auf dem Feld belässt. Die Ergebnisse sollen dann sehr zeitnah zur Verfügung stehen. „Ganz vereinfacht formuliert: Wir lassen den Boden auf dem Acker, denn wir wollen nur die Daten“, erläutert Anedo-Geschäftsführer Andreas Möller.

Die Firma, die ihren Sitz im Hülsmeyer-Park hat, und „robuste Elektronik für moderne Arbeitsmaschinen“ produziert, ist in dem Forschungsprojekt für die Entwicklung von Elektronikbauteilen und speziellen Steuerungskomponenten zuständig. Zusätzlich ist Anedo für die Anbindung an das mobile Internet zuständig, um die Daten für cloudbasierte Dienste zu Verfügung zu stellen.

Was das mobile Labor leisten kann, zeigt ein Anwendungsbeispiel: Ein Landwirt soll durch das mobile Bodenproben-Labor schnell darüber informiert werden, wie es etwa um den Nährstoffgehalt des Bodens bestellt ist, in welchem Maß also etwa Stickstoff oder Phosphat vorhanden ist. Zurzeit sind dazu eine Probenentnahme und eine anschließende Analyse im Labor notwendig, die ein bis drei Wochen dauern kann. Durch die neue Methode, so versprechen sich die Projektpartner, könnte der Landwirt zeitnah reagieren und so Düngemittel effizient und gezielt einsetzen. Dabei könnte er mithilfe der neuen Technik künftig sogar sehr kleine Flächenabschnitte analysieren und hier differenziert düngen. Das berge großes Potenzial, um Ressourcen einzusparen und unterm Strich die Umwelt zu entlasten sowie unnötige Ausgaben zu vermeiden, so Möller.

Neben Anedo gehören die Firmen Bodenprobetechnik Nietfeld, iotec, Lufa Nord-West, MMM tech support sowie die Hochschule Osnabrück zu den Projektpartnern. Diese erhielten kürzlich aus den Händen von Peter Bleser, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), ihre Zuwendungsbescheide für „soil2data“. Das Projektvolumen beträgt etwa 1,7 Millionen Euro. Das BMEL und die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung fördern das Projekt in der „Richtlinie über die Förderung von Innovationen in der Agrartechnik zur Steigerung der Ressourceneffizienz“ über drei Jahre mit mehr als 1,3 Millionen Euro.

„Sie tun etwas absolut Gutes“, gratulierte Bleser den Projektbeteiligten. „Durch dieses Forschungsprojekt arbeiten Sie daran, den Einsatz von Rohstoffen zu reduzieren. Gleichzeitig tun Sie etwas für die Umwelt, den Klimaschutz und die Ernährung.“ Mit ihrer innovativen Forschung trügen alle Beteiligten auch dazu bei, die Akzeptanz der Landwirtschaft zu erhöhen.

Für Anedo steht dabei nicht nur die Forschung im Blickfeld, sondern auch der nächste Schritt: Wenn das Labor zur Serienreife entwickelt würde, verspricht sich die Firma Folgeaufträge für ihre Steuerungsgeräte und die Fortsetzung des Wachstumskurses der vergangenen Jahre. „Ziel ist generell, die Wettbewerbsfähigkeit weiter zu erhöhen“, berichtet Möller, der gemeinsam mit Fredo Harms Geschäftsführer ist.

Anedo produziert nach eigenen Angaben jährlich etwa 15 .000 Geräte. 40 Mitarbeiter sind in dem Eydelstedter Unternehmen beschäftigt, etwa die Hälfte davon in Forschung und Entwicklung. Dazu kommen derzeit sieben Auszubildende. In den vergangenen drei Jahren ist die Belegschaft um zehn Mitarbeiter gewachsen.

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