Mit Gerd angefangen, mit Angie aufgehört

Jürgen Lübbers beendet Amtszeit als Barnstorfs Samtgemeindebürgermeister nach 23 Jahren

Die Bürgermeister der Mitgliedsgemeinden verabschieden Jürgen Lübbers als Samtgemeindebürgermeister
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Ein Geschenk an Jürgen Lübbers von den vier Bürgermeistern der Mitgliedsgemeinden: (von links) Theo Amelung, Ehefrau Rita Lübbers, Jürgen Lübbers, Elke Oelmann, Friedrich Iven und Friedrich Bokelmann.

Jürgen Lübbers macht nach 23 Jahren als Samtgemeindebürgermeister Schluss. Bei seiner Verabschiedung blickte er gemeinsam mit Weggefährten auf seine Zeit als Verwaltungschef zurück.

Drebber – Samtgemeindebürgermeister Ade oder Samtgemeindebürgermeister a. D. – je nach Lesart zwei komplett verschiedene Ausdrücke, und doch treffen sie beide auf Jürgen Lübbers zu. Das hat Johann Knake vom Igel am Freitag, 29. Oktober, bei der Verabschiedung des Verwaltungschefs im Landgasthaus Halfbrodt in Drebber formuliert. Lübbers scheidet nach 23 Jahren aus seinem Amt.

Vor 46 Jahren startete Jürgen Lübbers Ausbildung zum Verwaltungsangestellten bei der erst eineinhalb Jahre zuvor gegründeten Samtgemeinde Barnstorf mit ihren vier Mitgliedsgemeinden. Ob er schon damals im Kopf hatte Bürgermeister zu werden? „Ganz gewiss nicht“, sagte er im Gespräch mit dieser Zeitung. Erste Überlegungen in diese Richtung seien ihm 1989 gekommen, als er die Leitung des Ordnungsamtes übernommen hatte. „Da ist in mir dieser Wunsch gereift“, sagte Lübbers.

Rüstzeug für das Amt des Barnstorfer Samtgemeindebürgermeisters in Sachsen-Anhalt geholt

Doch vorher ging es für ihn erst einmal ins ferne Sachsen-Anhalt, in die Stadt Sandersdorf-Brehna. „Im Osten geübt, im Westen vollendet“, fasste Wolfgang Thiel zusammen. Der ehemalige Bürgermeister der Gemeinde Sandersdorf kam auch zu Lübbers Verabschiedung. „Er war mir von Beginn an sympathisch“, erinnerte er sich. Als Beamter sammelte Lübbers in Sachsen-Anhalt Erfahrung für seine spätere Zeit. 1994 wurde er stellvertretender Bürgermeister von Sandersdorf, 1996 Ausbildungsleiter der Verwaltung. „Dort habe ich das Rüstzeug für die Arbeit als Bürgermeister an die Hand bekommen“, sagte er selbst. Thiel erzählte: „Bei uns gab es den geflügelten Ausdruck ,Geh mal zu Lübbers‘. Das war zu 99 Prozent erfolgreich.“

Möglicherweise wäre Jürgen Lübbers sogar länger in Sandersberg geblieben, „aber Weihnachten 1997 stand im Diepholzer Kreisblatt, dass in Barnstorf ein hauptamtlicher Bürgermeister gewählt wird. Da stand für mich fest: Ich kandidiere“, meinte er. Bei der Wahl am 27. September 1998 setzte er sich mit 64,96 Prozent der Stimmen durch. Das war der Startschuss für eine 23-jährige Amtszeit, die nun zu Ende geht.

Abschied von Jürgen Lübbers: Respektvolle Grußworte der geladenen Gästen

Landrat Cord Bockhop kam auch zu Lübbers Verabschiedung. Er sagte: „Auch wenn sich fast alles ändert, ist es gut, dass du dich in weiten Teilen nicht ändern wirst.“ Er attestierte dem scheidenden Bürgermeister ein ruhiges, sachliches, vorbereitetes Wesen mit dem Gespür für sensible Themen. Lübbers sei immer senkrecht durchs Leben gegangen. Das sei möglich, wenn man entweder Rückgrat oder ein dickes Fell habe. „Und du hast es mit Rückgrat gemacht“, meinte der Landrat.

Jan Arning vom Niedersächsischen Städtetag griff das Wort „Rückgrat“ auch auf. Als hauptamtlicher Bürgermeister müsse der Amtsinhaber einen Balanceakt zwischen Verwaltung, Politik und Repräsentation bewältigen. Arning sagte: „Von der Samtgemeinde Barnstorf haben wir nie viel gehört, und das ist ein gutes Zeichen.“ Viele Dinge habe die kommunale Verwaltung unter Leitung von Lübbers eigenständig regeln können.

Er hat gut Lachen: Jürgen Lübbers bei seiner launigen Verabschiedung als Samtgemeindebürgermeister.

Johann Knake von der Interessengemeinschaft Gesundes Leben (Igel) zollte seinem langjährigen Weggefährten besonderen Respekt: „Heute nenne ich Sie ganz bewusst Herr Samtgemeindebürgermeister Jürgen Lübbers.“ Er dankte ihm für die Unterstützung beim Aufbau des Mehrgenerationenhauses. „Unser Domizil wird immer mit Ihrem Namen verbunden sein.“

Guido Schruth, Gemeindebrandmeister von Barnstorf, dankte Lübbers im Namen der Feuerwehr für die „enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit“. Der Bürgermeister habe in den vergangenen zwei Jahren die Projekte der Feuerwehr mitgetragen.

Friedrich Iven führt als Moderator und Laudator durch die Abschiedsveranstaltung

Friedrich Iven, Bürgermeister von Drebber und Laudator sowie Moderator der Verabschiedung, blickte humorvoll und mit einigen Spitzen auf viele gemeinsame Erlebnisse zurück. Den beruflich-politischen Werdegang von Lübbers zeichnete Iven mithilfe von Fotos nach. Einige private Geschichten über den Verwaltungschef lockerten die Rede auf. Er erzählte von den vielen Hobbys, die Lübbers fest in den Ort integrieren. Ob als Vorsitzender des Bayern-Fanclubs Thriburi-Bazis, beim Karnevalsclub Drebber, als leidenschaftlicher Läufer und Line-Dancer oder bei all den Veranstaltungen im Ort: „Jürgen, du warst immer voll dabei“, sagte Laudator Friedrich Iven.

Servus Jürgen. Es hat immer Spaß gemacht. Du hast dich um die Samtgemeinde verdient gemacht.

Friedrich Iven

Nach 23 Jahren ist zumindest Schluss mit der Verwaltungsarbeit. „Wer kann schon von sich behaupten, dass er mit Gerhard Schröder angefangen und mit Angela Merkel aufgehört hat?“, kommentierte Lübbers. Schröder wurde 1998 Bundeskanzler, Merkel legt ihr Amt in diesem Jahr nieder. Lübbers dankte all seinen Wegbegleiter, seinen Kollegen und vor allem seiner Familie: „Ohne euch hätte ich die vielfältigen Aufgaben nicht geschafft.“ Er blickte erhobenen Hauptes auf die Zeit zurück: „Mir war immer wichtig, dass ich hinter meinen Entscheidungen stand – und das stand ich.“ Iven sagte zum Abschied: „Servus Jürgen. Es hat immer Spaß gemacht. Du hast dich um die Samtgemeinde verdient gemacht.“

Was die Zukunft bringt, ließ der Samtgemeindebürgermeister a. D. in Teilen offen. „Erst einmal will ich bis Ende des Jahres Abstand gewinnen von der Verwaltungsarbeit“, sagte Lübbers. Beruflich möchte er sich eventuell an etwas Neues wagen, „aber nicht wieder in diesem Umfang“. Ehrenamtlich ist er bereits tätig und es könnte noch etwas dazu kommen. Johann Knake schlug die Tür des Igel schon auf: „Bei uns können Sie immer ehrenamtlich aktiv werden – dann aber bitte nicht als Herr Samtgemeindebürgermeister, sondern als Jürgen oder Lübbi.“

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