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Milchtankstelle im Hofladen in Drebber, weil es „einfach Spaß“ macht

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Von: Jannick Ripking

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Milch, Eier, Kartoffeln, Wurst – gemeinsam bieten Henning Stratmann mit Tochter Rieke, Sven Hoge, Christina Stratmann und Ellruth Langhorst (v.l.) im Hofladen der Familie Stratmann regionale Produkte an.
Milch, Eier, Kartoffeln, Wurst – gemeinsam bieten Henning Stratmann mit Tochter Rieke, Sven Hoge, Christina Stratmann und Ellruth Langhorst (v.l.) im Hofladen der Familie Stratmann regionale Produkte an. © Jannick Ripking

Bei den Stratmanns fließt die Milch nicht zur Molkerei, sondern zur Tankstelle. Reich wird man mit dieser nicht ganz neuen Idee wohl nicht, aber Christina Stratmann liebt ihren Hofladen und damit auch die neue Milchtankstelle. „Es macht mir einfach Spaß“, sagt sie.

Drebber – Warum eröffnet man eine Milchtankstelle mit Hofladen? Das eher wenige Geld, das man damit zu Beginn verdient, ist es jedenfalls nicht. „Es macht mir einfach Spaß“, erklärt Christina Stratmann, die eine neue Milchtankstelle in Drebber (Adresse: Zum Stau 10) betreibt. Sie hat Freude am Bestücken des Hofladens – „und wenn ich mal einen Kunden treffe, dann unterhalte ich mich auch gerne mit ihm“.

Alles fing vor rund fünf Jahren mit zehn Hühnern an, erzählt Christina Stratmann. „Wir hatten also immer Eier über. Daraus habe ich dann Nudeln gemacht“, sagt sie. Mittlerweile leben auf dem Hof 130 Hühner. Die einfache Rechnung: Mehr Hühner, mehr Eier, mehr Nudeln. Also fing sie an, die Nudeln auf dem Hof ihres Mannes Henning Stratmann zu verkaufen. Er lacht und ergänzt: „Das ist alles auf ihrem Mist gewachsen.“ Er unterstützt sie bei ihrem Vorhaben. Da die Familie selbst Kühe besitzt, kam nun die Milchtankstelle dazu. Das Gerät haben sie aus Düste erworben. Dort war früher eine Milchtankstelle, die mittlerweile geschlossen ist.

Doch damit nicht genug: Jetzt gibt es in Drebber auch Kartoffeln und Wurst aus regionalem Anbau beziehungsweise regionaler Herstellung zu kaufen. Sven Hoge aus Aldorf steuert die Kartoffeln bei. „Wir kennen uns schon seit 20 Jahren“, erzählt der Landwirt. In Aldorf betreibt er schon eine Weile einen Hofverkauf. Jetzt bietet er seine Lebensmittel auch in Drebber an.

Und noch jemand mischt beim Hofverkauf der Stratmanns mit: Jürgen Langhorst, der im Diepholzer Bruch eigene Wurst produziert. Die Verbindung zu ihm sei durch private Kontakte entstanden, so Christina Stratmann: „Er hat Werbung gemacht und dann haben wir die Wurst privat probiert und fanden sie echt super.“ Deswegen bietet sie die Waren vom Hof Langhorst jetzt ebenfalls in ihrem Hofladen an. Henning Stratmann freut sich über das wachsende Angebot des Geschäftszweigs: „Es ist einfach schön, dass alles dicht beisammen ist.“

Bisher sieht Christina Stratmann ihren Hofladen als eine Art Service für Menschen aus dem Ort. Denn groß Kasse macht sie noch nicht. „Ich mache das für meine Mitbürger und um das Image der Landwirtschaft zu verbessern“, sagt sie. Momentan seien es rund zehn Liter Milch pro Tag, die die Kunden in Drebber kaufen. „Das darf gerne mehr werden“, sagt die Hofladen-Chefin.

Ihr Mann Henning erklärt: „Der Arbeitsaufwand ist immer gleich hoch – ob ich zehn Liter verkaufe oder 30.“ Das schließe Reinigung und Auffüllen ein. Das kostet die Betreiberin ungefähr eine halbe Stunde am Tag.

In den Tank gehen übrigens 150 Liter. Und wenn der zum Ende des Tages nicht leer ist, „dann bekommen unsere Kälber die restliche Milch. Bei uns wird nichts weggeschmissen“, erzählt Christina Stratmann. Doch daran verdient die Familie nichts. „Es ist so, dass wir diese Milch auch an die Molkereien hätten verkaufen können“, erklärt Henning Stratmann. Damit spricht er einen Punkt an, den auch seine Frau schon im Kopf durchgespielt hat. „Wenn ich hier langfristig mit einem Minusgeschäft rausgehe, dann war es das vielleicht“, sagt sie über die Milchtankstelle.

Deswegen hofft sie, dass die Menschen im Ort die Regionalität der Produkte zu schätzen wissen. Der Preis pro Liter in der Milchtankstelle liege aktuell bei 1,25 Euro. „Der Geschmack rechtfertigt den Preis“, sagt Ellruth Langhorst, die stellvertretend für Jürgen Langhorst bei der Milchtankstelle war. Auch das Fleisch der Wurst sei besonders zart, weil es von Hausschweinen komme. Und auch die Nudeln seien besonders. „Die bestehen zu 30 Prozent aus Ei“, sagt Christina Stratmann. „Wenn man sie im Supermarkt kauft, ist da vielleicht drei Prozent Ei drin“, ergänzt ihr Mann.

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